Erfinde das Rad doch mal neu!
Kommentare

Anthony Ferrara beschäftigt sich in seinem aktuellen Blog-Eintrag mit der Phrase „Erfinde das Rad nicht neu!“. Bei dieser Redewendung geht man nämlich davon aus, dass das Rad perfekt ist und hervorragend

Anthony Ferrara beschäftigt sich in seinem aktuellen Blog-Eintrag mit der Phrase „Erfinde das Rad nicht neu!“. Bei dieser Redewendung geht man nämlich davon aus, dass das Rad perfekt ist und hervorragend in allen Szenarien funktioniert. Doch ist das wirklich so?

Sobald sich die Anforderungen des Kunden ändern, passt das schon vorhandene Rad nicht mehr und wir müssen uns nach neuen Lösungen umsehen; notfalls neue Lösungen schaffen. Besonders in zwei Fällen trifft dies zu:

Zum einen sind das Probleme, die von allgemein gehaltenen Lösungen nicht hinreichend gelöst werden. Das passiere häufiger als wir zugeben wollen, aber noch nicht häufig genug, als dass wir es als die Norm bezeichnen würden, sagt Ferrara. In diesen Fällen lohnt es sich eher, Funktionalität neu zu schreiben, anstatt sich mit Abstraktionen zu ärgern.

Der andere Fall ist schiere Neugier: Wenn alle das Rad so toll finden, dann kann man sich auch selbst heranwagen, eines zu bauen. Erst so kann man die Mechanik etwa hinter einem Framework komplett verstehen und sich theoretisch und praktisch damit auseinandersetzen. Und erst durch diesen Antrieb ist Innovation in dem Bereich möglich.

Besonders Junior-Entwickler können sich erst durch Neuerfinden in die Design-Entscheidungen hineindenken, die erfahrene Entwickler von Frameworks getroffen haben. Diese Lektionen kann man gar nicht lernen, wenn man von Anfang an nur auf bestehende Architekturen aufbaut.

Vor allem junge Entwickler sollten sich daher nicht entmutigen lassen von dem Spruch „Du musst doch das Rad nicht neu erfinden“. Der Lerneffekt dabei ist langfristig von unschätzbarem Wert. Und wer sich hingegen immer nur mit dem begnügt, was schon existiert, der wird langfristig die neuen Entwicklungen an sich vorbeiziehen sehen, während er noch auf der Stelle tritt.

Was sagt Ihr dazu? Ist Ferraras Denkansatz der richtige, oder haltet Ihr das Neuerfinden bestehender Lösungen für vergebene Liebesmüh? Nutzt die Kommentarfunktion, um die Diskussion zu starten.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -