Einblicke in die Welt der Typografie

Cut the crap! Erik Spiekermann auf der webinale / IPC
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„Egal, was man macht, ohne Schrift hätten Sie alle keine Arbeit!“ Diese Auftaktbemerkung saß. In der Folge konnte Kommunikationsdesigner und Typografie-Experte Erik Spiekermann das Publikum der webinale/International PHP Conference mit seiner ebenso rasanten wie unterhaltsamen Keynote allerdings vollends auf seine Seite ziehen.

Erik Spiekermann, der 1983 am Design von „Neue Helvetica“ beteiligt war und dessen weitere Arbeiten, allen voran FF Meta und ITC Officina, unter Experten als moderne Klassiker gelten, betonte zu Beginn seines Einblicks in die Welt der Typografie die universelle Bedeutung von Schrift: Sie ist Ausgang für alles, sprich unsere gesamte menschliche Kultur.

Doch warum braucht man eigentlich so viele verschiedene Schriften? Nun, Vielfalt ist zunächst einmal nichts schlechtes. Doch für Spiekermann ist die Frage gleichbedeutend wie die Frage „wie viele Bücher, Songs oder Fahrräder man braucht“. Denn die kurze Antwort ist, wie bei so vielen Dingen im Leben: n + 1.

Typografischer Rundumschlag

Im weiteren Verlauf des typografischen Rundumschlags ließ Spiekermann auch diverse Stationen seines Schaffens Revue passieren – beispielsweise das Schriftdesign für die Deutsche Bahn, seine Arbeit für Mozilla, die in der Schrift Fira Sans für Firefox OS gipfelte oder FontShop, einem Online-Shop für Schriften. Doch jedem noch so innovativen Schriftdesign sind in den elektronischen Medien (Pixel-) Grenzen gesetzt. Allein die Render-Engines in iOS, Android, MacOS, Windows oder den verschiedenen Browsern sorgen für unterschiedliche Darstellungen der gleichen Schrift.

Give up control!

Zum Abschluss gab Spiekermann dem Publikum noch einige Einblicke in die Arbeit seiner Agentur, den Umgang mit (unrealistischen) Kundenwünschen und Kundenvorstellungen („Pitches make no sense!“, „Don’t work with arseholes, don’t work for arseholes!“) oder den Einsatz von agilen Methoden. Das wichtigste Mantra in seiner täglichen Arbeit sei aber allen voran: forget control, give up control.

Im anschließenden Interview mit Tom Wießeckel und Ivo Wessel sprach Erik Spiekermann unter anderem über Apples Einsatz von Schrift, überzeugende Typefaces in Android-Apps, seinem Verhältnis zu Kollegen, Schriftlizenzen und seine Lieblingsbuchstaben. Viel Vergnügen damit und, um mit den Worten von Erik Spiekermann zu sprechen: Cut the crap!

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