thePHP Curriculum bietet neuartige interdisziplinäre Ausbildung

Erste Ausbildung zum Certified PHP Craftsman startet im Dezember [Interview]
Kommentare

An PHP-Entwickler werden immer höhere Anforderungen gestellt. Damit die Qualität ihrer Arbeit mit der ihrer Produkte mithält, müssen ihre Fachkenntnisse auf einen einheitlichen Stand gebracht werden. Entsprechende Standards sollen in der Ausbildung des PHP-Beratungshauses „thePHP.cc“ vermittelt werden.

Eine Ausbildung für PHP Entwickler? Ja, die soll es jetzt geben: Judith Andresen sowie die Consulting-Firma thePHP.cc um Arne Blankerts, Stefan Priebsch und Sebastian Bergmann haben unter dem Namen „thePHP Curriculum“ ein modulares Ausbildungskonzept Entworfen, das Euch zum zertifizierten PHP-Handwerker erklärt. In der Pressemitteilung heißt es dazu:

Immer mehr Unternehmen sehen sich mit schnell wachsenden Anforderungen an Ihre Software-Lösungen konfrontiert. Um auf Dauer nachhaltige Ergebnisse zu generieren, müssen Entwickler im Sinne des Unternehmens mitdenken und die eigene Aufgabe im Kontext der Firmenziele und -interessen interpretieren können. Mit purem Faktenwissen ist das nicht zu leisten. Den verantwortlichen Blick auf Kosten und die Fähigkeit zur Kommunikation im Arbeitsprozess muss auch das IT-Team im eigenen Haus mitbringen.

Genau für diese Zielsetzung haben die vier Experten von thePHP Curriculum ein modulares Ausbildungsangebot mit interdisziplinärem Inhalt entwickelt. In vier aufeinander aufbauenden Stufen werden Anfänger zum Certified Web Professional und Entwickler mit Praxiserfahrung zum Certified PHP Craftsman Level 1 bis 3 ausgebildet. Stefan Priebsch, einer der Experten dazu: „Motiviert hat uns langjährige Erfahrung beim Kunden, die immer wieder zeigt, dass es nicht nur an technischem Know how fehlt, wenn die Software-Entwicklung hinter den Erwartungen zurückbleibt. Soft Skills wie Kommunikation, die Fähigkeit zur realistischen Selbsteinschätzung und das Einordnen der eigenen Aufgabe in den Unternehmenszweck sind unerlässlich.“

thePHP Curriculum will motivierte Entwickler zu exzellenten „Craftsmen“ ausbilden, die an nachhaltiger Programmierung interessiert sind und verstanden haben, dass dafür eine funktionierende Kommunikation im Team und im Unternehmen notwendig ist. Anfang Dezember startet in Hamburg die erste CPC II-Ausbildung, die im Juni 2013 beendet sein wird.

Im Interview gingen wir genauer auf den Inhalt der Ausbildung ein. Auch wollten wir wissen, wie die Prüfung aufgebaut ist und worin sich die Zertifikate genau unterscheiden.

PHP Magazin: Seit vielen Jahren betreut Ihr Teams, um sie bei der Verbesserung
der Qualität ihrer Projekte zu unterstützen. Wo krankt es in den
Teams Eurer Erfahrung nach am meisten?

Sebastian Bergmann Die Ansprüche an die Umsetzung von Projekten mit PHP sind heute
höher: Die Kunden erwarten nicht nur, dass ihre Software schnell
an sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst oder um neue Features
erweitert werden kann, sondern dass diese Änderungen nachhaltig
durchgeführt werden. In den letzten Jahren ist daher aus
PHP-Programmierung, gerade in unternehmenskritischen Projekten,
Software-Engineering mit PHP geworden. Für diese Art der
Softwareentwicklung bedarf es Wissen und Erfahrung, die über das
reine Beherrschen der Programmiersprache hinausgehen.

Arne Blankerts: Schaut man sich den Arbeitsmarkt an, so findet man kaum offene
Stellen für Entwickler, die erst wenig Erfahrung in der
PHP-Programmierung haben. Dem gegenüber steht die große Nachfrage
nach PHP-Senioren, die aber nicht durch den Arbeitsmarkt bedient
wird.

PHP Magazin: Wir reden ja heute miteinander, weil Ihr etwas Neues im Portfolio
habt, um diese Erfahrungslücke zu schließen. Was genau habt Ihr
vor?

Blankerts: Das PHP Curriculum ermöglicht es Unternehmen, PHP-Entwickler mit
wenig Erfahrung in relativ kurzer Zeit dahingehend zu
qualifizieren, dass sie Software wirtschaftlich, nachhaltig und
wartbar entwickeln können.

PHP Magazin: Ihr bietet also eine zertifizierte Ausbildung für PHP-Entwickler
an. Welche Skills werden dabei abgedeckt bzw. vermittelt?

Stefan Priebsch: Mit dem PHP Curriculum bieten wir eine einzigartige Kombination
aus technischen Fertigkeiten sowie Soft Skills an, die wir im
Rahmen einer modularen Ausbildung über den Certified Web
Professional zum Certified PHP Craftsman anbieten. Das Ziel ist
es, den Teilnehmern die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln,
damit sie in effizienten Prozessen im Team nachhaltige
Software-Lösungen entwickeln können. Für uns liegt übrigens der
Fokus auf der Ausbildung, nicht auf der Zertifizierung an sich.
Die mit der Zertifizierung verbundene Prüfung sehen wir vor allem
als Motivation dafür, sich während der Ausbildung intensiv mit den
Inhalten auseinanderzusetzen.

Judith Andresen: Viele Teams verlieren sich in einem Kommunikationschaos zwischen
wechselnden, unklaren Anforderungen und dem eigenen Willen,
Perfektes abzuliefern. Hier braucht es mehr Klarheit: in
Zielsetzung, Projektdurchführung und beim Erkennen der eigenen
Grenzen.

PHP Magazin: Wie auch schon im PHP Summit habt Ihr Euch mit Judith eine starke
Trainerin für die Soft Skills an Bord geholt. Welches Wissen wird
in diesem Bereich vermittelt werden?

Andresen: Wir trainieren Kommunikationskompetenzen auf verschiedenen Ebenen.
Das Einzelgespräch, insbesondere das Konfliktgespräch, Austausch in
Gruppen sowie Verhandlungssituationen mit Vorgesetzten und Kunden
sind Teil der gesamten Ausbildung. Daneben schauen wir uns auch
systemische Kommunikation an: Wir beleuchten Projektmethoden und
deren Einfluss auf die tägliche Arbeit.

PHP Magazin: Es geht um eine Zertifizierung von Entwicklern – warum legt Ihr
dennoch so großen Wert darauf, auch die Soft Skills bei den
Teilnehmern zu fördern?

Priebsch: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich Kommunikationsprobleme
im Code widerspiegeln können. Gelingt es dem Team beispielsweise
nicht, sich auf einen einheitlichen Coding-Standard zu einigen, so
ist dies ein Indikator für ein grundlegendes Kommunikationsproblem
im Team. Ein Kommunikationsproblem, das sich durch inkonsistente
Formatierung im Quellcode zeigt. Ein anderes Beispiel ist ein
hoher Grad an Code-Duplikation. Hierzu kann es beispielsweise
kommen, wenn ein Entwickler den Code seiner Kollegen lieber mit
Copy-Paste-Adapt „wiederverwendet“ als ihnen zu sagen, dass er
ihren Code verwenden möchte, ihm dafür aber eine entsprechende API
fehlt. Unserer Erfahrung nach können diese und andere Probleme
durch den Einsatz von noch mehr Softwarewerkzeugen nicht gelöst
werden. Und hier kommen die Soft Skills ins Spiel.

Andresen: Entwickler vergessen gerne, dass 80 Prozent aller Kommunikation
non-verbal verläuft. Oft ist Kommunikation in Projekten nur
schriftlich, zum Beispiel durch IRC, Jabber oder Mail. Da geht
viel verloren, was zu Konflikten führen kann. Es ist ein
Trugschluss, dass man als Entwickler Mensch-Maschine-Kommunikation
betreibt. Zwar wird der Quellcode „zwischendurch“ vom Computer
ausgeführt, aber er wird vor allem von anderen Entwicklern
gelesen, wenn diese ihn anpassen oder erweitern wollen.
Insofern kommunizieren Entwickler über den Quellcode indirekt
miteinander.

PHP Magazin: Ihr bietet die Zertifizierung in drei verschiedenen Leveln an.
Welche sind das – und wie unterscheiden sie sich im Wesentlichen?

Blankerts: Die Zertifizierung zum Certified PHP Craftsman gibt es in den
Stufen I bis III. Grob gesagt lernt man auf der ersten Stufe die
Grundlagen der Programmierung und die PHP-Plattform kennen. Auf der
zweiten Stufe werden die Teilnehmer zu vollwertigen
Software-Entwicklern ausgebildet, die selbstständig eine gestellte
Aufgabe wirtschaftlich und nachhaltig umsetzen können. Hierzu
gehören natürlich neben den grundlegenden OOP-Skills und
Entwurfsmustern die heute gängigen Best Practices, die wir
beispielsweise aus Clean Code oder SOLID kennen sowie ein solides
Verständnis für Sicherheit und Themen der Qualitätssicherung.

Bergmann: Auf der dritten Stufe sehen wir dann einen Architekten, der über
die benötigten technischen und kommunikativen Fertigkeiten
verfügt, um nicht nur bedarfsgerechte Architekturen zu schaffen,
sondern auch zu erkennen, wenn eine Aufgabe nicht in der IT gelöst
werden kann. Er ist daran beteiligt, die gemeinsame Sprache von
Fachabteilung, Entwicklung und Unternehmen auszuprägen und er kann
technische Neuerungen beurteilen und über ihren sinnvollen
wirtschaftlichen Einsatz im Unternehmen entscheiden.

PHP Magazin: Wie muss man sich Aufbau und Ablauf des CPC II-Kurses vorstellen?

Bergmann: Zunächst einmal ist die Ausbildung zum CPC II in mehrere Blöcke
unterteilt: Soft Skills, Objektorientierte Programmierung, Testen,
Design Patterns, Qualitätssicherung, Sicherheit. Für jeden dieser
Blöcke gibt es Material zum Selbststudium sowie „Hausaufgaben“,
die von uns korrigiert werden. Jeder Block wird mit einem
Präsenzseminar abgeschlossen, in dem die Inhalte – auch und
gerade unter Berücksichtigung der Soft Skills – vertieft und
eingeübt werden. Am Ende der Ausbildung zum CPC II steht ein Q+A
Seminartag, an dem alle Trainer anwesend sind.

Andresen: Die Ausbildung zum CPC II ist so aufgebaut, dass man sich mit
allen Bereichen beschäftigen muss. Mit dem Lösen der Aufgaben
sowie der Teilnahme an den Präsenzseminaren erwerben die
Teilnehmer Credit Points, die für die Zulassung zur Prüfung
benötigt werden. Man kann sich auch für die Prüfung qualifizieren,
ohne in jedem Teilbereich der absolute Guru zu sein. Es gibt
verschiedene Möglichkeiten, Schwächen auszugleichen.

Priebsch: Die Ausbildung zum CPC II dauert ein halbes Jahr. Wir empfehlen,
dass Unternehmen Mitarbeiter, die am CPC II-Kurs teilnehmen, für
25 bis 50 Prozent ihrer Arbeitszeit freizustellen, damit sie sich
im Selbststudium die Inhalte erarbeiten sowie die Aufgaben
bearbeiten können.

PHP Magazin: Kann man sich dabei auf einen Schwerpunkt konzentrieren, oder ist
es das erklärte Ziel, die Entwickler am Ende auf ein einheitliches
Niveau gebracht zu haben?

Blankerts: Auch wenn in Stellenanzeigen gerne das Allround-Genie gesucht
wird, so gibt es in der Praxis nur wenige Entwickler, die sich
für alle Bereiche gleich stark interessieren. Eine alleinige
Konzentration auf bevorzugte Aspekte ist für eine ganzheitliche
Ausbildung aber auch gar nicht nicht sinnvoll: Selbst wenn in der
Praxis später nicht alle Belange in der täglichen Arbeit berührt
werden, so ist ein gesichertes Wissen auch in vielleicht weniger
beliebten Themen unerlässlich.

PHP Magazin: Sind die Abläufe und Übungsaufgaben immer identisch, oder erstellt
Ihr auf die Teilnehmer zugeschnittene Fallbeispiele?

Priebsch: Ein Teil der Aufgaben sind immer identisch, damit wir durch
didaktische Reduktion Grundlagen schaffen können. Darüber hinaus
gibt es einen Aufgabenbereich, in dem wir die Teilnehmer dazu
anleiten, die erworbenen Fertigkeiten in Bezug zu ihrem eigenen
Arbeitsalltag zu setzen. Echte Fallbeispiele aus den Unternehmen
sehen wir uns im Rahmen der Ausbildung zum Certified PHP Craftsman
auf der dritten Stufe an. Hier sollen die Teilnehmer damit
konfrontiert werden, schnell die relevanten Rahmenbedingungen
zu erkennen und zu bewerten, wie diese eine gewählte Lösung
beeinflussen.

Andresen: Wir werden uns bereits auf der zweiten Stufe konkret mit den
Projekt- und Unternehmenskulturen der jeweiligen Firmen, aus denen
die Entwickler kommen, beschäftigen. „Lehrbuchwissen“ ist im
Bereich der Soft Skills das Eine, praktisches Erleben und eine
konkrete Reflexion der eigenen Erfahrungswelt das Andere.

PHP Magazin: Lasst uns ein wenig auf die Prüfung eingehen: Sie beginnt mit
einer Programmieraufgabe. Was genau wird dabei geprüft?

Priebsch: Der Prüfling hat zwei Stunden Zeit, eine Programmieraufgabe zu
lösen. Erlaubt sind dabei alle Hilfsmittel – inklusive dem
Internet. Es kommt uns nicht darauf an, dass der Kandidat alle
PHP-Funktionen oder gar deren Parameterlisten auswendig kennt. Er
soll vielmehr zeigen, dass er die Anforderungen erfassen und
sinnvoll in funktionierende Software umsetzen kann. Für das
Bestehen der Prüfung ist auch zweitrangig, ob er die Aufgabe
vollständig gelöst hat, solange der Kandidat uns im anschließenden
Prüfungsgespräch davon überzeugen kann, dass er die Probleme, die
wir in der Aufgabe versteckt haben, erkannt und für die meisten
davon zumindest eine sinnvolle Lösungsidee hat.

Blankerts: Der von uns gestatte Zugriff auf das Internet mag auf den ersten
Blick zur Annahme verleiten, man könnte zumindest für Teile der
Aufgabe eine fertige Lösung aus irgendeinem Forum kopieren –
sofern man denn etwas Passendes findet. Dies ist uns natürlich
bewusst, allerdings muss der gefundene Code architektonisch
zum Rest passen und der Prüfling muss zum Bestehen auch die
abgegebene Lösung als Ganzes erklären können.

Bergmann: Außerdem ist ja absolut nichts daran falsch, Lösungsideen oder
auch Code wiederzuverwenden, wenn man weiß, was man da tut und
sich eventueller Konsequenzen bewusst ist.

PHP Magazin: Die Prüfung umfasst auch einen mündlichen Teil. Dieser beginnt ja
mit der Präsentation der Programmieraufgabe. Kommen bei der
Diskussion des Lösungswegs, den der Prüfling gewählt hat, die
Soft Skills zum Tragen?

Bergmann: Es geht bei der Programmieraufgabe ja nicht um das Erraten einer
Musterlösung, sondern vielmehr darum, eine Lösungsidee zu haben
und diese im Rahmen der verfügbaren Zeit konsequent umzusetzen.
Eine Lösungsidee allein genügt aber nicht, man muss sie auch
kommunizieren können: Im Alltag muss man sie den Kollegen
erklären können, in der Prüfung präsentiert der Teilnehmer sie uns
Trainern.

Priebsch: Es gibt ja bei der Entwicklung von Software nicht ein Richtig oder
Falsch, sondern alternative Lösungen mit unterschiedlichen Vor-
und Nachteilen. Diese muss man allerdings erkennen und
bewerten können.

PHP Magazin: Wie kann man sich den Rest der mündlichen Prüfung vorstellen?

Blankerts: Der zweite Teil der Prüfung ist ein Gespräch des Teilnehmers mit
den vier Trainern. Hier geht es nicht darum, Fachwissen
abzufragen. Der Prüfling soll vielmehr demonstrieren, dass er
Konzepte verstanden hat und anwenden kann. Technische Details wie
Funktionsnamen oder Parameterlisten kann man jederzeit online
nachschauen. Diese Art von Information muss man nicht auswendig
wissen, man muss aber wohl wissen, wo man sie nachschauen kann.

Andresen: Uns geht es darum, dass der Absolvent seine eigenen Grenzen kennt
und diese auch benennt. So ist es ja auch im Projektalltag: Man
recherchiert im Netz, fragt die Kollegen oder initiiert einen
Peer-Review. Wir möchten nicht Multiple-Choice-Wissen abfragen,
sondern mit Absolventen sprechen, die sich und die
Aufgabenstellung reell einschätzen.

PHP Magazin: Ein interessanter Ansatz. Jetzt erzählt uns noch, in welchem
Zeitraum man sich für die Zertifizierung anmelden kann – und wann
der erste Durchlauf beginnt.

Priebsch: Der erste CPC II-Kurs beginnt Anfang Dezember 2012 und endet im
Juni 2013. Die Anmeldung läuft bereits, wir haben aber noch einige
Plätze frei. Unter thePHPcurriculum.de findet man weitere
Informationen.

Bergmann: Darüber hinaus bieten wir interessierten Entwicklern
beziehungsweise Firmen die Möglichkeit zu einem Vorabgespräch, in
dem wir das Konzept des Curriculums sowie den Ablauf des ersten
CPC II-Kurses erläutern. Auf Wunsch unterstützen wir Firmen durch
ein Assessment bei der Auswahl der Mitarbeiter, die sie für den
CPC II-Kurs anmelden sollten. Hierbei stellen wir in einem
Gespräch sicher, dass der Interessent die richtigen
Voraussetzungen für den CPC II-Kurs mitbringt.

Mehr Informationen zu „thePHP Curriculum“ erhaltet Ihr auf der Website.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -