Fachkräftemangel in der IT-Branche: 41.000 offene IT-Stellen in Deutschland
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Wir leiden unter Fachkräftemangel – das beklagt mittlerweile fast jede Branche in Deutschland. Auch die IT-Branche ist dabei keine Ausnahme. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V (BITKOM) erklärt in einer Pressemitteilung, dass rund 41.000 IT-Spezialisten in Unternehmen der Informationstechnologie und Telekommunikation, aber auch in den Anwenderbranchen quer durch die verschiedenen Wirtschaftszweige fehlen. Damit stieg die Zahl der offenen Stellen um rund fünf Prozent im Vergleich zum Jahr 2013.

16.500 offene Stellen in der ITK-Branche

Die von BITKOM veröffentlichte Studie, für die 1.500 Geschäftsführer und Personalleiter von Unternehmen mit mindestens drei Mitarbeitern aller Branchen befragt wurde, zeigt, dass sowohl in der ITK-Branche, als auch bei ITK-Anwendern IT-Spezialisten gesucht werden. Rund 41.000 offene Stellen gibt es derzeit; 24.500 davon werden innerhalb aller Wirtschaftszweige gesucht, weitere 16.500 von Informationstechnologie- und Telekommunikationsunternehmen.

Gesucht werden dabei von 71 Prozent der ITK-Unternehmen vor allem Software-Entwickler, insbesondere solche mit Fähigkeiten in den Bereichen Cloud-Computing (53 Prozent) und Big Data (44 Prozent). Auch Kenntnisse in Social Media (34 Prozent) und der Programmierung von Websites (28 Prozent) und Apps (26 Prozent) sind bei den Unternehmen mit offenen Stellen gefragt.

Neben Software-Entwicklern werden auch Anwendungsbetreuer und Administratoren (21 Prozent), IT-Berater (18 Prozent), Projektmanagern (15 Prozent) und IT-Sicherheitsexperten (15 Prozent) gesucht.

60 Prozent der Fachkräftelücke in Anwenderbranchen

Besonders auffällig ist der Fachkräftemangel von IT-Spezialisten in den Anwenderbranchen. Anders als bei den IT-Unternehmen werden hier mit 51 Prozent besonders Anwendungsbetreuer und Administratoren gesucht. Doch auch der Bedarf an Software-Entwicklern steigt in den Anwenderbranchen und liegt nun bei 17 Prozent (im Vorjahr: neun Prozent). Damit zeige sich vor allem, dass das Zeitalter der Digitalisierung in allen Wirtschaftszweigen Einzug gehalten hat, erklärt BITKOM-Präsident Dr. Dieter Kempf.

Die BITKOM-Studie befragte die Unternehmen zudem, wie sie die Entwicklung des Fachkräftemangels beurteilen. Dabei gaben 42 Prozent an, dass sie eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels erwarten.

Dementsprechend müsse reagiert werden, etwa indem Informatik in der Sekundarstufe I als Pflichtfach unterrichtet wird, um ein mögliches Interesse an Informatikberufen schon früher zu wecken. Dafür sprechen sich auch die Mehrheit der Eltern und Lehrer in einer von BITKOM durchgeführten Umfrage aus.

In jedem Fall sollte der Fachkräftemangel in der IT-Branche nicht auf die leichte Schulter genommen werden, immerhin, so Kempf, sind „die IT-Unternehmen eine zentrale Stütze des deutschen Arbeitsmarkts“.

Aufmacherbild: Newspaper Classifieds with Wanted Skilled Labor Headline Isolated on White Background. von Shutterstock / Urheberrecht: Mega Pixel

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