Firefox 4: Jubeln Webentwickler jetzt?
Kommentare

Der letzte große Meilenstein ist geschafft: Mozilla hat nach zahlreichen Verschiebungen endlich Version 4.0 des Firefox veröffentlicht. Schick ist er ja, aber ob er alles in allem der große Sprung nach

Der letzte große Meilenstein ist geschafft: Mozilla hat nach zahlreichen Verschiebungen endlich Version 4.0 des Firefox veröffentlicht. Schick ist er ja, aber ob er alles in allem der große Sprung nach vorne ist, wird sich erst noch zeigen müssen – beim Internet Explorer 9 waren die Jubelschreie ja eher verhalten.

What’s new?

Der neue Firefox hat dabei einiges zu bieten. Mit seiner neuen JavaScript-Engine JägerMonkey ist er bis zu sechs mal schneller als noch Version 3.6. Ein Umstand, der sich bereits beim ersten Aufruf von Seiten wie beispielsweise Facebook deutlich bemerkbar macht. Darüber hinaus wurde der Cache verbessert und eine Hardwarebeschleunigung eingebaut.

Neu ist auch die Unterstützung von Multitouch – vorausgesetzt, das Device unterstützt Touch überhaupt. Auch IndexedDB wird unterstützt, eine Clientseitige Datenbank, in der einfache Daten und Objekte abgelegt werden können. Hinzu kommt noch eine Prise frischer Wind wie beispielsweise der Support für den WebM-Videostandard, und schon haben wir einen neuen Browser, der ordentlich Power hat und im Prinzip für ordentlich Innovation sorgen könnte.

Doch leider scheint man dort irgendwie hängen geblieben zu sein. Was die Optik angeht wurde zwar viel verändert; aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Tabs liegen nun über der Adresszeile, Buttons sind „verschwunden“ oder – wie im Falle von ReLoad und Stop vereint und Add-ons lassen sich mittlerweile über einen eigenen Tab verwalten. Wer etwas für’s Auge möchte schaut am Besten bei Jürgen auf CREATE OR DIE vorbei &ndash: da sitzt das Wissen für die Optik.

Von ersten Panikanfällen .

Alle Webentwickler, die bisher noch nicht auf die Beta-Version des Feuerfuches umgestiegen waren, müssen jedoch eben kurz den Atem anhalten: Der geliebte Firebug hat nach dem Update zunächst seinen Dienst versagt, und auf der Add-on-Site prangt dem User ein unfreundliches Not available for Firefox 4.0 entgegen. Mit ein wenig Recherche hat sich die Sache zwar schnell in Wohlgefallen aufgelöst – ein erster Schock ist jedoch unumgänglich. Generell gibt es jedoch für die meisten Add-ons positive Nachrichten: Bis auf den Firebug lief alles ohne Probleme weiter.

Firebug für Firefox 4.0 Firefox 4 nach dem Update: Firebug versagt zunächst den Dienst (Bild vergrößern).

Auch der „fehlende“ RSS-Button ist kein Weltuntergang: Über das Menü Ansicht | Symbolleisten | Anpassen lässt er sich Problemlos wieder an Bord holen. Dort kann man die Tabs übrigens auch wieder unter die Adressleiste verfrachten. Bevor man in Panik verfällt sollte man zunächst einmal durchatmen – alles halb so wild!

. und der abschliessenden Unzufriedenheit

Gut, da ist er nun, der neue Firefox. Schick ist er ja, aber ob er der große Wurf ist bleibt letzten Endes abzuwarten. Alles in allem schliesst er – für meinen Geschmack – auf zu Opera und Chrome, ohne deren Klasse zu erreichen. Die neue Anordnung der Tabs war schon lange überfällig, das Pinnen der Tabs ist okay, ergibt aber eigentlich nur in Zusammenhang mit Panorama wirklich einen Sinn.

Mit Panorama übrigens hat der Firefox dann aber doch etwas, was mich gleich auf Anhieb in seinen Bann gezogen hat: Kinderleicht lassen sich Tabs umorganisieren, gruppieren und inhaltlich sinnvoll zusammenfassen. Der Shortcut dafür ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig – aber es funktioniert.

Firefox Panorama: How To from Aza Raskin on Vimeo.

Fakt ist: Mozilla musste dringend nachlegen. Die Vormachtstellung, die man sich einst auf dem Browsermarkt erkämpft hatte, ist meiner Meinung nach schon länger nicht mehr gegeben. Und so richtig Dampf macht auch Version 4 nicht so richtig – zu stark ist mittlerweile die Konkurrenz wie Chrome oder Opera. Bleibt abzuwarten, was die Umstellung auf die vollen Versionsnummern alle paar Monate bringt – doch bis es so weit ist und man abschätzen kann, wie sich die Sache weiterhin entwickelt, heißt es: ein Update ist zumindest mal Rückschritt.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -