Der MWC bietet viele Neuigkeiten aus dem Hause Mozilla

Firefox OS auf dem MWC
Kommentare

Der Mobile World Congress wird dank Mozilla auch für Webentwickler immer wichtiger.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona trifft sich das Who is Who der mobilen Branche. Bisher war die Veranstaltung für Webentwickler eher wenig interessant; denn dort ging es in erster Linie um neue Geräte und Betriebssysteme, die mit nativen Apps bedient werden wollten.

Nun schickt sich Mozilla mit dem Firefox OS an, die Welt auf den Kopf zu stellen. Nativ bedeutet dort nämlich Webtechnologien: JavaScript, HTML, CSS. Und während man lange nicht wirklich wusste, in welche Richtung sich die Sache entwickeln könnte, fährt Mozilla jetzt schwere Geschütze auf: Tablets, Billig- und High-End-Smartphones, neue Märkte und neue Funktionalitäten im Betriebssystem selbst.

War man als Webentwickler aktuell bestenfalls auf Hilfsmittel wir Cordova, Titanium und Co. angewiesen, gibt es nun einen Player, der es dieser Gruppe erlaubt, auch im mobilen Bereich ganz vorne mitzuspielen.

Mehr Power

Galt Firefox OS bisher als ganz nettes Spielzeug, dem es vor allem an Performance mangelte, will man im Hause Mozilla hier nachbessern. Vor allem möchte man mit deutlich kürzeren Startzeiten, einem besseren Keyboard sowie einem weicheren Scrolling punkten. Darüber hinaus soll aber noch mehr geboten werden:

Upcoming versions of Firefox OS will offer users fun and innovative new features and services including new and intuitive navigation, a powerful universal search feature, support for LTE networks and dual SIM cards, easy ways to share content, ability to create custom ringtones, replaceable home screens and Firefox Accounts.

Vieles davon kommt einem natürlich von anderen mobilen Betriebssystem bekannt vor; man hat eben noch einiges aufzuholen. Nur mit dem NFC-Standard, den die kommende Version unterstützen soll, hebt man sich zumindest von der Konkurrenz aus Cupertino ab.

Interessant sind indes die Navigations-Features, die man sich ausgedacht hat. Die Rede ist davon, Multitaksing einfach und intuitiv zu gestalten: Ein wischen vom einem Rand zum anderen soll es erlauben, zwischen den Apps zu wechseln. Das kennt man so bereits von BlackBerry; auf kleineren Devices könnte sich das allerdings als schwierig erweisen.

Als Partner konnte man bereits Telefonica und die Deutsche Telekom gewinnen. Letztere experimentieren bereits mit den Möglichkeiten der Individualisierung des Betriebssystems, um in Zusammenarbeit mit Mozilla neue Privacy-Features für das Mobile Privacy Project zu entwickeln.

Seit dem MWC im Jahr 2013 ist Firefox OS auf 15 Märkten veröffentlicht worden – dieses Jahr sollen neben Deutschland noch etliche hinzu kommen, unter anderem, die Tschechische Republik, Nicaragua, Panama, Montenegro, Mazedonien und einige mehr. Und im Gegensatz zu den gesättigten Märkten wie Deutschland oder den USA dürfte die Kundschaft in den Zielländern heiß sein auf vor allem günstige Smartphones.

Neue Devices

In erster Linie ist es für Entwickler natürlich wichtig, eine gewisse Hardware-Basis zu haben, auf der man aufbauen kann. Die besten Apps nutzen nichts, wenn es aufgrund mangelnder Vielfalt oder nicht vorhandener Attraktivität der Hardware für die potenzielle Klientel keinen Absatzmarkt dafür gibt. Das ändert sich nun mit Mozillas jüngster Device-Offensive.

In diesem Bereich machte vor allem Spreadtrum auf sich aufmerksam – mit einem Smartphone ohne Namen, das für ganze 25 Dollar den Besitzer wechseln soll. Das es sich hierbei natürlich nicht um ein High-End-Gerät handelt, dürfte selbstredend sein – dennoch bietet es einen 1-GHz-Prozessor, der extra dafür entwickelt wurde. Sehr viel mehr kann man noch nicht sagen, denn mehr ist noch nicht bekannt.

Deutlich besser sehen da schon die Geräte aus, die ALCATEL auf den Markt bringen will. Drei Smartphones uns der Prototyp eines Sieben-Zoll-Tablets wurden vorgestellt – und die können sich durchaus sehen lassen.

Sowohl das Fire S als auch das Fire E kommen mit einem 4,5 Zoll großen Bildschirm. Die Luxusvariante, das Fire S, bietet einen 4-Kern-1,2 GHz-Prozessor sowie eine 8-Megapixel-Kamera. Das Fire E bietet einen 2-Kern-1,2-GHz-Prozessor und eine Kamera mit 5 Megapixeln.  Das Fire C soll in die Kerbe der bisherigen Hardware schlagen: Preiswert, aber ohne Chance darauf, im Bereich Power mehr als einen Blumentopf zu gewinnen. Außerdem kommt das 3,5-Zoll-Display gerade einmal auf eine wenig rekordverdächtige Auflösung von 480 x 320 Pixel.

ALCATEL ONETOUCH Fire C
Das ALCATEL Fire C, Quelle: Mozilla.

Der als Fire 7 bezeichnete Tablet-Prototyp möchte ebenfalls mit einem 1,2-GHz-Prozessor auftrumpfen. Gerade in diesem Bereich kann etwas Power nicht schaden, um die Umsätze anzukurbeln.

Mobile Offensive

Mozilla meint es also ernst mit seinen Ambitionen im Bereich Mobile. Die Hardware entwächst langsam aber sicher den Kinderschuhen – auch wenn noch nicht ganz sicher ist, welcher Nutzen sich letzten Endes aus den Mehrkernprozessoren ziehen lässt.

So oder so befinden sich Webenthusiasten in einer komfortablen Situation: Mit Webtechnologien nativ auf mobile Devices zu kommen hat natürlich seinen Reiz. Und starke Partner erschließen immer neue Märkte, die Entwickler mit Apps versorgen können; auch wenn die richtig zahlungskräftigen Zielgruppen wohl erst noch von Firefox OS überzeugt werden müssen.

Fest steht nur, dass der Mobile World Congress in Zukunft auch für Webentwickler immer interessanter wird.

Aufmacherbild: abstract background of blue flame fire on black background von Shutterstock / Urheberrecht: schankz

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -