Firefox Tiles bleiben vorerst werbefreie Zone
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Vor ein paar Monaten überraschte Darren Herman, Vice President der Content Services bei Mozilla, mit einer kühnen Überlegung. Es ging darum, Werbung in den Tiles zu platzieren. Eine Roadmap existierte

Vor ein paar Monaten überraschte Darren Herman, Vice President der Content Services bei Mozilla, mit einer kühnen Überlegung. Es ging darum, Werbung in den Tiles zu platzieren. Eine Roadmap existierte zum damaligen Zeitpunkt zwar noch nicht, aber man sei bereits mit potenziellen Partnern im Gespräch, hieß es.

Natürlich sah das nur auf den ersten Blick wirklich böse aus, denn Tiles sind die kleinen Fenster, die man kennt, wenn man einen neuen Tab öffnet. Bisher sind die meistbesuchten Websites in diesen Tiles zu finden; selbst wenn, hätte man die Werbung zu kurze Zeit zu Gesicht bekommen.

Darüber hinaus wäre das natürlich eine willkommene Einnahmequelle für Mozilla gewesen: Der Marktanteil des Firefox hat seinen Zenit überschritten, und vor dem Hintergrund, dass immer mehr Nutzer zu Googles Chrome abwandern, erscheint es fraglich, ob man bei Google auch in Zukunft daran interessiert ist, den Vertrag mit Mozilla über den Default-Suchmaschinen-Anbieter im Firefox zu den bestehenden Konditionen zu verlängern. Denn genau das steht Ende des Jahres wieder zur Disposition.

Wie dem auch sei – die Community reagierte verstimmt. So sehr, dass Jonathan Nightingale, Vice President Firefox, sich genötigt sah, einen Schlussstrich unter die Bemühungen zu setzen:

A lot of our community found the language hard to decipher, and worried that we were going to turn Firefox into a mess of logos sold to the highest bidder; without user control, without user benefit.

That’s not going to happen. That’s not who we are at Mozilla.

Dennoch arbeite man an neuen Tab-Experimenten. Das Ziel sei es, mit der neuen Tab-Seite dem Surfer mehr Nutzen zu bieten. Dazu werde man in den nächsten Wochen einige Experimente in den Pre-Release Channels fahren. Man werde mit dem Layout ebenso experimentieren wie mit den Inhalten.

Wichtig ist es Nightingale, darauf hinzuweisen, dass es sich dabei wirklich nur um Experimente handle. Man wolle sehen, was bei Nutzern ankomme – und was eben nicht. Erst im nächsten Schritt – wenn man sich sicher sei, dass man dem Nutzer einen Mehrwert bieten könne – denke man über ein Sponsorhip für diese Bereiche nach.

Selbst wenn es früher oder später dazu kommen sollte, dass einzelne Tiles mit Werbung versehen werden, so sollte man sich darüber keine all zu großen Gedanken machen: Man bekommt die Tiles nur selten und meist nicht sonderlich lange zu Gesicht. Dennoch ist es interessant, sich darüber Gedanken zu machen, was man mit diesem Bereich alles anstellen könnte. Uns persönlich genügt ja die Übersicht der meist besuchten Seiten. Und euch?

Aufmacherbild: No ads road sign von Shutterstock / Urheberrecht: JJ Studio

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