Firefox US: Yahoo löst Google als Standardsuche ab
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Yahoo hat in den USA Google als Standardsuchmaschine im Firefox abgelöst. Mit dem Ausrollen von Version 34 des Mozilla-Browsers begann am 2. Dezember eine zunächst auf fünf Jahre angelegte Partnerschaft.

Der Wechsel der voreingestellten Standardsuchmaschine schlug sich umgehend in Zahlen nieder, wie Analysen von StatCounter belegen: Am Release-Tag suchten User des Firefox 34 bereits dreimal häufiger mit Yahoo als im Firefox 33. Yahoo steigerte damit seinen Anteil bei den Suchanfragen im Firefox 34 auf 29,4 Prozent. Ein deutlicher Sprung im Vergleich zu den 9,6 Prozent in der Vorgängerversion.

Google-Suchanfragen fielen bei Nutzern nach der Aktualisierung auf Firefox 34 von 82,1 auf 63,5 Prozent. Der Anteil von Bing reduzierte sich von 6,5 auf 5,8 Prozent. Die Gesamtzahl aller Suchanfragen auf allen Browsern spricht laut StatCounter eine andere Sprache: Hier führt Google mit 78 Prozent vor Bing (12,4 Prozent) und Yahoo (7,9 Prozent).

Ende der Google-Mozilla-Partnerschaft

Google und Mozilla hatten insgesamt zehn Jahre zusammengearbeitet. Das Ende der Partnerschaft hatte Marissa Mayer, CEO von Yahoo, im November eingeläutet, als sie die Einigung der beiden Internetgiganten offiziell bekannt gab. Mit welchen Summen sich Yahoo diesen Wechsel erkauft hat, wurde nicht bekannt. Es ist jedoch zu erwarten, dass der Deal für Mozilla ähnlich attraktiv ist wie der mit Google. Im Jahr 2012 zeichneten Googles Zuwendungen immerhin für 90 Prozent des Umsatzes von Mozilla verantwortlich.

Die Einführung von Yahoo als Standardsuchmaschine im amerikanischen Firefox folgt knapp zwei Wochen nach der Ankündigung, dass es zukünftig nicht mehr nur eine, globale Standardsuchmaschine in Firefox geben wird. Mozilla will so laut eigener Aussage in der Lage sein, für die mehr als 80 verschiedenen Sprachversionen unabhängige Such-Defaults anzubieten. Beispielweise soll Yandex in Russland oder Baidu in China als Standardsuchmaschine zum Einsatz kommen. Keine Angaben mache Mozilla darüber, ob auch deutschen Firefox-Nutzern demnächst auch eine Umstellung ins Haus steht.

Mehr Privacy? Mehr Service?

Darüber hinaus hat Yahoo im Zuge der Umstellung zugesichert, ebenfalls „Do Not Track“ (DNT) zu unterstützen und Benutzereingaben somit nicht nachzuverfolgen, wenn dies vom Anwender so gewünscht wird. Außerdem soll es dank der Integration von Yelp- und Tripdavisor-Reviews vermeintlich bessere Suchergebnisse geben. Auch die Sucheingabemaske wurde überarbeitet und enthält jetzt die Möglichkeit, Suchen auf Seiten wie Wikipedia, Ebay, Amazon oder Twitter mit dem Klick auf einen Button direkt auszulösen.

Es bleibt spannend, wie sich die Umsetzung der lokalisierten Such-Defaults im Firefox 2015 entwickeln wird und ob sich die Zusammenarbeit mit Yahoo als ebenso rentabel für Mozilla gestaltet wie jene mit Google.

Aufmacherbild: animal vector portrait, fox in bowler hat and monocle, vintage style portrait via Shutterstock / Urheberrecht: Olga_Angelloz

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