Flash im Internet Explorer 10 – wie funktioniert das eigentlich?
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Vor Veröffentlichung des Internet Explorers 10 hatte Microsoft verkündet, die Zukunft des Internets im Bereich HTML5 zu sehen und deshalb in der „Metro“-Version des Browsers keine Plug-ins wie Adobe

Vor Veröffentlichung des Internet Explorers 10 hatte Microsoft verkündet, die Zukunft des Internets im Bereich HTML5 zu sehen und deshalb in der „Metro“-Version des Browsers keine Plug-ins wie Adobe Flash oder das hauseigene Silverlight zu unterstützen. Eine ähnliche Entscheidung hatte Apple bereits vor längerer Zeit gefällt, sowohl iPhone als auch iPad unterstützen seit jeher kein Flash.

Vielleicht war diese Tatsache ja der ausschlaggebende Punkt für Microsoft, Flash im Internet Explorer 10 nicht komplett zu verbieten, sah man doch hier das Potential für einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem größten Konkurrenten. So hat man sich entschieden, Adobe Flash direkt in den IE 10 einzubauen. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei also nicht um ein Plug-in und auch um Updates muss man sich nicht selbst kümmern, denn das geschieht im Zuge des allgemeinen Windows Updates.

Aber nur weil Flash in den Browser eingebaut ist, heißt das noch lange nicht, dass tatsächlich auch alle Flash-Seiten unterstützt werden. Diese müssen von Microsoft nämlich explizit genehmigt und zur sogenannten Compatibility View List hinzugefügt werden. Anders als Apples Strategie basiert Microsofts Vorgehensweise auf der Annahme, dass Flash nicht prinzipiell schlecht sein muss und man die gut geschriebenen Programme nicht für die schlechte Qualität ihrer Kollegen bestrafen sollte.

Die besagte Whitelist ist alles andere als ein exklusiver Club, denn sie befindet sich in ständigem Wachstum. Derzeit befinden sich rund 4.300 Domains auf der Liste, Ed Bott von ZDNet zufolge wurden im vergangenen Monat über 1.000 Domains hinzugefügt, das sind durchschnittlich 30 pro Tag. Die Liste kann man sich ansehen, indem man File:\%LOCALAPPDATA%MicrosoftInternet ExplorerIECompatDataiecompatdata.xml in die Adresszeile des Internet Explorers 10 unter Windows 8 oder RT eingibt oder unter diesem Link.

Für alle Flash-Entwickler, die es in die Liste schaffen möchten, hat Microsoft Richtlinien veröffentlicht, welche die Qualität der jeweiligen Flash-Programme sicher stellen sollen. So dürfen beispielsweise die Akkulaufzeit und Performance nicht allzu stark beansprucht werden, Menüs müssen gut funktionieren, die Navigation flüssig laufen und die Webseiten müssen sowohl per Touch als auch per Maus und Tastatur gut bedienbar sein.

Allen Entwicklern, die es trotz großer Bemühungen nicht schaffen, in Microsofts Liste aufgenommen zu werden, bleibt jedoch eine weitere Möglichkeit, ihre Seite auch unter Windows 8 verfügbar zu machen: Sie können einen Tag hinzufügen, der dafür sorgt, dass die Seite automatisch in der Desktop-Version des Browsers geöffnet wird. Das funktioniert allerdings nur unter Windows 8, denn unter Windows RT gibt es keine Desktop-Version des IE 10.

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