Interview mit Ekkehard Gentz

"Fliegende Haie und Roarrrring Trucks" – Wie das Internet der Dinge den Spieltrieb im Entwickler weckt!
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Android und iOS sind die Platzhirsche im mobilen Zirkus. Doch ist der Zug für Wettbewerber wirklich schon abgefahren? Nun, fragen wir BlackBerry-Experten Ekkehard Gentz, wie BlackBerry das Ziel erreichen will, sich zumindest auf dem dritten Platz des Mobile-Marktes zu etablieren. Auf der anstehenden MobileTech Conference (17. bis 20. März) spricht Ekke zudem über das spannende Thema „Mobile Only“ und weckt den Spieltrieb im Entwickler, indem er mit bester IoT-Technologie Haie zum Fliegen und LKWs zum Datensammeln bringt – mit BeagleBone, Arduino, MQTT und Co.!

Du zeigst auf der MTC „Mobile-Only-Lösungen“. Geht der Trend nun dahin, aus „Mobile First“ „Mobile Only“ zu machen und Desktop und Laptop gleich ganz hinter sich zu lassen?

Ekkehard Gentz: Von einem Trend würde ich noch nicht sprechen – aber es gibt spannende Lösungen, die man jetzt schon „Mobile Only“ umsetzen kann.

Kannst du ein Beispiel nennen?

Ekkehard Gentz: Meine Anwendungen sind ja meist Business Apps für kleine oder mittlere Firmen (SMB). Stell Dir eine kleine Firma vor: keine eigene IT, keine Server, keine Kenntnisse in der IT – Administration. Aber es gibt etwas, das alle Mitarbeiter bedienen können: ihr Smartphone. Das haben sie auch immer dabei, und manche Mitarbeiter arbeiten manchmal im Büro, manchmal beim Kunden vor Ort. Da hat das schon seinen Charme, wenn man ins Office kommt, das Gerät sich mit Desktop Tastatur, Maus und externer Festplatte verbindet und die Anzeige per HDMI auf einen großen Bildschirm umschaltet. Ich möchte jetzt aber noch nicht alles verraten, was ich zeige 😉

Alle Welt spricht von iOS und Android – dabei hast du dich stark mit BlackBerry beschäftigt. Wofür ist diese Plattform deiner Meinung nach prädestiniert?

Ekkehard Gentz: BlackBerry richtet sich unter dem CEO John Chen wieder ganz klar Richtung Business aus, und das Thema Security ist ja grade in diesen NSA-kontrollierten Zeiten wieder wichtig geworden. Mir gefällt die klare Strategie und Vision von John Chen. Der Consumer-Markt wird dadurch nicht links liegen gelassen, was ja die Zusammenarbeit mit Foxconn für den asiatischen Markt zeigt. Diese (Foxconn-) Low-Cost-Geräte in Verbindung mit eigenen High-End-Devices decken eine große Bandbreite ab. Ich bin besonders gespannt auf das neue Q20, das eine neuartige Tastatur haben wird inklusive einem Trackpad und Funktionstasten – aber auch einen größeren Touch Screen mit 3,5″.

Was fehlt derzeit noch, dass BlackBerry das Ziel, hinter Android und iOS den dritten Platz im Markt zu belegen, erreicht?

Ekkehard Gentz: Vor einem Jahr habe ich gedacht, dass BlackBerry diese Position schnell wieder erreichen wird – aber ganz so einfach ist es nicht. Im Moment geht es darum, die Firma wieder zu konsolidieren, schwarze Zahlen zu schreiben und den Kunden sowohl Kontinuität als auch Innovation zu vermitteln. Das zusammen mit Services für Enterprise zum Management von Devices (Android, BlackBerry, iOS), einer neuen secure eBBM-Suite für speziell abgesichertes BBM-Messaging, großem Engagement im Bereich Automotive (QNX Car) wird aber langfristig BlackBerry wieder unter die ersten drei bringen. Da bin ich fest von überzeugt.

Deine zweite Session ist mit „Flying Sharks“ betitelt. Fun meets Business. Worum geht es dabei?

Ekkehard Gentz: Das wird richtig cool: Da gibt es nicht nur fliegende Haie zu sehen, sondern auch „Roarrrring Trucks“ 😉 Das Internet der Dinge (IoT) und M2M ist in aller Munde – aber manchmal erschließen sich die Business Use-cases noch nicht so recht. Und da bringen wir ein wenig Spaß rein und lassen zunächst Haie fliegen, um zu zeigen, was man alles machen kann zwischen Arduino, Web, mobilen Geräten unter Einsatz von MQTT und mehr. Dann bringen wir das noch eine Stufe höher und verbinden Business und Fun: Wir zeigen, wie man in einem LKW mit Low-Cost-Produkten (Arduino, CAN-Bus – USB-Adapter) die im Fahrzeug anfallenden Daten einsammelt, in einer Mongo DB im Arduino speichert, dann intelligent und einfach auf das Smartphone des LKW-Fahrers überträgt und von dort per MQTT weiterleitet. Um diese Daten „anfassbar“ zu machen, haben wir einen Truck dabei: aus Gewichtsgründen natürlich nur ein Modell. Auf diesem Truck spielen wir dann die Daten vom CAN Bus wieder ab und lassen ihn fahren. So wird aus dem Business Use-Case „Daten-vom-CAN-Bus-einsammeln“ wieder Fun – und das ist es doch, was Entwickler motiviert 🙂

Das hört sich doch spannend an! Vielen Dank für das Gespräch!

Ekkehard Gentz ist unabhängiger Softwarearchitekt und seit 30 Jahren im Umfeld von Businessanwendungen (ERP) tätig. Schwerpunkte sind modellgetriebene Entwicklung, OSGi-Anwendungen, sowie mobile Apps für BlackBerry10 und Android 4. Ekke ist Sprecher auf internationalen Konferenzen, schreibt Artikel und bloggt unter http://ekkes-corner.org. Sessions auf der Mobile Tech Conference 2014: Mobile Computing/Mobile First – Was geht jetzt schon? Flying Sharks && Roarrrring Trucks: Fun meets Business

Aufmacherbild: BARCELONA, SPAIN – NOVEMBER 12: Frank Krmel driving the E-Maxx Monster Truck – Urheberrecht: Natursports / Shutterstock.com

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