Interview mit Community Manager Dieter Wyns

Fork that S#!t – Ein weiteres CMS sattelt um auf Symfony2
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Im jüngsten Release des Content Management Systems Fork 3.5.0 sattelt das belgische Entwicklerteam in weiten Teilen auf Symfony2-Komponenten um. Damit schließen sie sich eZ Publish, Drupal 8, BoltCM und vielen anderen an. Doch was bewegt ein Team dazu, die eigene Arbeit über die Planke zu jagen? Wir sprachen mit Community Manager Dieter Wyns.

Immer mehr CMSe wechseln auf Symfony2-Komponenten. Besonders HTTPKernel, HTTPFoundation, Dependency Injection (DI) haben es den Entwicklern angetan. Aber auch die Templating Engine Twig oder der Validator finden mit Drupal 8 einen neuen Verbündeten. Bei eZ Publish wird gleich das Full Stack Framework der Sensio Labs übernommen.

Für die Teams und die Community hinter den CMS-Projekten bedeuten solche Schritte einen Neuanfang. Doch wie hoch ist die Schwelle, damit man diesen wagt?

Fork CMS wechselt seinen Unterbau zu Symfony2 und überlässt das Dependency-Management dem Composer
Fork CMS wird Teil des Symfony2-Orchesters

Das Team um Fork CMS besteht im Kern aus fünf Entwicklern und einer offenen GitHub-Community. Das ist zwar eine solide Grundlage, doch um mehr Fische fangen zu können, braucht man mehr helfende Hände. In der Software-Welt bedeutet das, dass man sich größeren Gemeinschaften anschließt. In einem Statement, was das Team hinter Fork CMS vor einem halben Jahr abgegeben hatte, wurde zum ersten Mal vom Wechsel zu Symfony2-Komponenten geredet. Damals hieß es:

A second reason for moving to Symfony is that we want to concentrate on stuff that makes Fork CMS kick ass, and not the basic handling of URL’s, a custom template-engine, … So by moving to Symfony we think we will have more time to concentrate on new features that improves UI, usability, extra modules, …

Diese Woche dann kam der Release, ergo dauerte es nur ein halbes Jahr, um die Spoon Library und eigene Entwicklungen peu à peu durch Symfony2-Bibliotheken auszuwechseln. Im kurzen Gespräch klärten wir, was dazugehört, um seine eigene Arbeit in die Hände anderer zu geben.

PHP Magazin: Hallo Dieter. Wann kam bei Euch der Zeitpunkt, wo Ihr Euch sagtet „Die Lösungen von Symfony sind wirklich besser als das, was wir selbst machen können“? Wann kam der Wendepunkt?

Dieter Wyns: Irgendwann mussten wir uns entscheiden, ob wir an der Bibliothek (sowohl Spoon als auch Fork) arbeiten wollen, oder ob wir ein bestehendes Framework wie Symfony oder Zend Framework verwenden sollen. Aber weil wir mehr Features entwickeln wollen, statt das darunter liegende Framework zu erweitern, fiel uns die Entscheidung leicht.

Wir verglichen und testeten einige Frameworks, um zu sehen, was am besten in unsere Code-Basis passt und der Community am ehesten zusagt. Es gibt keinen einzelnen Grund, warum wir uns für Symfony und nicht für ein anderes Framework entschlossen haben. Es gab einige Argumente, wie das der lebhaften Community, oder des Bundle-Aufbaus, die wir in Fork CMS integrieren wollen, um ein modulares CMS erschaffen zu können.

Mit der Implementierung von Composer ist es dasselbe: Das Synchronisieren der einzelnen Komponenten liegt gar nicht mehr in unserem Einflussbereich. Stattdessen können wir uns ganz auf die Wünsche der User konzentrieren.

PHP Magazin: Gab es irgendwelche Zweifel an der Entscheidung? Manche Eurer Entwickler müssen diesem Entschluss kritisch gegenübergestanden haben. Was waren ihre Argumente?

Dieter Wyns: Es war eine solch offensichtliche Entscheidung, dass wir nicht sagen können, dass jemand dagegen gewesen wäre. Obwohl so etwas lange dauert, und man die Zeit auch gut in leichter zu vermarktende Features investieren hätte können, war jedem klar, dass der Wechsel zum Symfony-Code langfristig die richtige Entscheidung ist.

PHP Magazin: Was ist mit Fork 3.5.0 noch Wichtiges hinzugekommen, was man erwähnen müsste? Was hat es mit der MIT-Lizenz auf sich?

Dieter Wyns: Vor Fork 3.5 verwendeten wir immer eine eigene Lizenz. Doch nun, da wir die öffentlich bekannte MIT-Lizenz nutzen, wollen wir für unsere Anwender- und Entwickler-Community transparenter werden. Wir sind von unserem Pfad als privates CMS abgewichen, um uns stattdessen offener zu positionieren.

PHP Magazin: Danke für das Gespräch!

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