Framework Day auf der IPC2012 Spring
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Am ersten Session-Tag der International PHP Conference 2012 Spring Edition wurden mit FLOW3, Symfony2 und SymfonyCMF junge, aber helle Sterne am Himmel der PHP-Frameworks näher beleuchtet.
Robert Lemke

Am ersten Session-Tag der International PHP Conference 2012 Spring Edition wurden mit FLOW3, Symfony2 und SymfonyCMF junge, aber helle Sterne am Himmel der PHP-Frameworks näher beleuchtet.

Robert Lemke erklärt auf der IPC 2012 sein FLOW3-Framework und AOP

Robert Lemke hat in seinem ersten Vortrag „Hands on FLOW3“ in neun Punkten erklärt, wie PHP-Entwickler den schnellsten Zugang zum Framework der TYPO3-Foundation finden können. Mit einem „hello world!“ im Controller ging die Vorstellung des MVC-Designs los, dann machte Lemke einen Abstecher in die objektorientierte Template Engine und letztlich zeigte der FLOW3-Schöpfer auch, wie sein Framework Dateien und Datenbankeinträge ablegt, sodass Dopplungen vermieden werden und Konsistenz auch über mehrere Datenbanken hinweg möglich ist. (Später hielten Thomas Wießeckel und Robert Lemke ein Interview zu FLOW3:)

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Wer sitzen blieb, durfte sich gleich danach ein Praxisbeispiel ansehen: FLOW3 bietet einen sehr interessanten AOP-Ansatz, mit dem sich Klassen anderer Frameworks oder geschützte Klassen zur Laufzeit aufrufen lassen und sich ihr Verhalten über Advices verändern lässt – ohne den Code der Klasse an sich zu verändern. AOP findet oft in der Rechtevergabe oder beim Logging Verwendung, da sich genau bestimmen lässt, unter welchen Bedingungen diese Advices angewendet werden sollen.

Doch AOP kennt auch seine Tücken. So lassen sich Advices nicht priorisieren, und der Entwickler und sein Team müssen genau im Auge behalten, welche Advices welche Klassen unter welchen Bedingungen verändern. Tools, die diese Zusammenhänge etwa in Baumdiagrammen visualisieren, oder wenigstens eine Liste ausgeben, sind noch nicht ausgereift oder sogar erst im Ideenstadium.

Das zweite große Framework, was wir am Framework Day vorgestellt bekamen, war Symfony2. Seit sechs Jahren beschäftigt sich der Redner Andreas Hucks bereits mit Symfony. Die erste Iteration des Frameworks war sehr monolithisch aufgebaut, berichtet er, doch hat sich dies mit Symfony2 komplett verändert. Die zweite Ausgabe besteht aus voneinander unabhängigen Komponenten, ist datenbankagnostisch und betreibt Separation of Concerns abseits eines typischen MVC-Designs.

Die Komponenten-Struktur des gesamten Frameworks erlaubt die Zusammenarbeit mit Komponenten anderer Frameworks oder Feature Sets aus dem Community-Paketdienst Composer. Sämtliche Datenbanken sollen unterstützt werden, wobei in erster Linie Doctrine mit seinem DBAL betont wird. Doch wer MongoDB oder CouchDB bevorzugt, wird auch hierfür die passenden Pakete finden. Und diese sollen in naher Zukunft verstärkt über den Packagist / Composer zu beziehen und zu verwalten sein.

Dem allgemeinen Symfony2-Vortrag schloss sich ein ganz spezielles Thema an: SymfonyCMF ist ein Content Management Framework, das die etablierten Content Managment Systeme gehörig infrage stellt. Denn ähnlich wie die Mutter Symfony2 die Absage an monolithische Strukturen erteilt hat, geschiet dies auch mit CMF. Lukas Smith von Liip erklärt hier, dass Web Editing, Web Framework und Content Repository grundsätzlich getrennt verwaltet werden sollten. Und genau dies ist mit SymfonyCMF möglich:

Lukas Smith bringt den Zuschauern der IPC 2012 SymfonyCMF näher

Während das Web Editing über create.js und backbone.js gelöst wird, sucht sich der CMS-Entwicker die benötigten CMF-Komponenten heraus, die den Auftrag des Kunden ideal erfüllen. Letzteres gilt auch für die Art, Daten abzulegen: „Brauche ich eine Datenbank, oder reicht das Dateisytem aus?“ Diese Antworten werden dem Developer mit SymfonyCMF nicht vorweggenommen.

Im Sommer soll SymfonyCMF fertiggestellt werden, doch sind noch einige Handgriffe nötig. Smith berichtet, dass das Polishing, Bugfixing und die Dokumentation noch einige Mannstunden in Anspruch nehmen werden, wobei jedoch jedermann herzlich zur Teilnahme and dem Testlauf eingeladen ist.

Den Abschluss fand der Framework-Tag mit einer legendären Dreier-Podiumsdiskussion zwischen Robert Lemke, Lukas Smith und Matthew Weier O’Phinney von Zend Framework. O’Phinney kam erst knapp eine Stunde vor der Veranstaltung am Flughafen an, lieferte sich allerdings einen hervorrgenden Schlagabtausch mit den europäischen Kollegen. Via Twitter gestellte Fragen wurden direkt von den dreien beantwortet wie „Warum sind die Frameworks so schwer zu lernen?“ oder „Wann kommt ein PHP 5.4 Framework?“ und ander Fragen, doch darauf gehen wir in einem zusätzlichen Beitag ein und… es lief eine Kamera!

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