Volle Kraft voraus: Die Symfony-3-Roadmap
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Letzte Woche berichteten wir darüber, das Fabien Potencier einen Umschwung in der Release-Folge des Symfony-Frameworks in Betracht zieht. Nach dem kommenden LTS-Release von Symfony 2.7 möchte er auf Version 3.0 umsteigen.

Die Gründe dafür – und auch einen Ausblick auf neue Features – legt er jetzt in seinem aktuellen Blogpost dar. Außerdem gibt es eine erste, vorsichtige Antwort auf die Frage nach der PHP-Version, die als Basis für das Major-Release dienen soll.

Symfony 3.0: The Roadmap

Der Post Symfony 3: The Roadmap unterstreicht die Bemühungen des Symfony-Teams, frühzeitig, offen und oft mit der Community zu kommunizieren. Das zeigt sich beispielsweise in der offenen Kommunikation des Release-Prozesses oder aber in dem Abwärtskompatibilitäts-Versprechen, das der Community im April gegeben wurde.

Vor allem ist es Potencier also wichtig, Entwicklern die Angst vor der Major-Version Symfony 3.0 zu nehmen:

In the Symfony world, Symfony 2 was also a big revolution as it is very different from symfony 1. I realise that talking about Symfony 3 makes people nervous and this post is going to explain the Symfony 3 strategy and the reasons why you should not panic.

Symfony 3 sei keine Revolution. Viel mehr soll Symfony 2 durch gezielte Eingriffe verbessert werden. Potencier nennt in diesem Zug beispielsweise die Verwendung des PSR-3-Standards für das Logging, was den Wegfall des LoggerInterface bedeutet, oder das fixen kleinerer Fehler in der Architektur.

Fakt sei jedoch, dass Major Releases hin und wieder stattfinden müssten. Denn damit habe man die Möglichkeit, sich überflüssig gewordenen Codes zu entledigen, auf neue Entwicklungen im Ökosystem zu reagieren oder eben besagte Fehlentscheidungen in der Architektur zu korrigieren.

Das erste LTS-Release aus dem Symfony-3-Universum soll übrigens Symfony 3.3 werden, das dem aktuellen Plan folgend im Mai 2017 erscheinen wird.

Der Stand der Dinge

Um vor allem Neulingen das Mitwirken so einfach wie möglich zu gestalten, hat das Team einige Änderungen vorgenommen. So findet man im Master Branch die Codebasis für Symfony 3.0. Wer also mit einem Projekt den neuesten Entwicklungen des 2er-Zweig des Framework folgen will, sollte auf den Symfony-2.7-Branch umsteigen.

Was neue Features angeht, gibt es ebenfalls eine kleine Änderung. So werden neue Features nur dann in den 2.7er-Branch gemerged, wenn sie entweder keine Auswirkungen auf bestehenden Code oder aber auf die Abwärtskompatibilität haben. Neue Features landen hingegen nur dann in Version 3.0, wenn es keine Möglichkeit gibt, sie in Version 2.7 zum Laufen zu bekommen.

Bugfixes hingegen fließen weiterhin in den ältesten noch unterstützten Branch und werden regelmäßig auf die anderen Branches – und den Master – übertragen.

Die Versionsfrage

Im Zuge der Überlegungen bezüglich des Umschwungs auf die Versionsnummer 3 kam auch die Frage auf, welche PHP-Version als Mindestvoraussetzung für das kommende Major-Release dienen solle. Auch zu dieser Umfrage gibt es mittlerweile Ergebnisse:

Insgesamt 35 Prozent der Stimmen sind auf PHP 5.5 gefallen, gefolgt von PHP 5.6 mit 30 Prozent und PHP 5.4 mit 16 Prozent. PHP 7 rangiert gar mit 14 Prozent der abgegebenen Stimmen auf Platz 4.

Auf Twitter ist bereits von einer „surprising and bild decision“ die Rede. Und es ist in der Tat ein mutiger Schritt – Symfony 3.0 wird erst im November 2015 erscheinen; also in einem Jahr. Zu diesem Zeitpunkt ist PHP 5.4 bereits nicht einmal mehr im Security-only-Support, während PHP 5.5 nur noch bis Juni 2016 mit Security-Fixes bedacht wird.

Man setzt mit diesen Voraussetzungen also nicht unbedingt auf hohe Ziele. Dem gegenüber steht allerdings die Tatsache, dass noch heute, Monate nach dem End of Life, PHP 5.3 die verbreitetste Version auf den Servern ist.

Die Weichen jedenfalls sind gestellt. Jetzt muss sich zeigen, was im Laufe des kommenden Jahres alles auf den Weg gebracht wird.

Aufmacherbild: Straight arrows,forward sign on white von Shutterstock / Urheberrecht: satit

Tom Wießeckel

Autor

Tom Wießeckel

Thomas Wießeckel ist seit Anfang 2009 Redakteur bei Software & Support Media. Seine Themengebiete umfassen Webtechnologien und -Entwicklung sowie die Bereiche Mobile Development und Open Source. Er arbeitet an regelmäßig erscheinenden Magazinen wie dem PHP Magazin mit und hat das Mobile Technology ins Leben gerufen. Vor seiner Zeit als Redakteur hat er als freier PHP- und Frontend-Entwickler gearbeitet.

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