The era of Cloud OS is near

Führt den Wandel an folgt ihm nicht – Live von der TechED Europe
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Microsoft eröffnete seine europäische Hausmesse – die TechEd Europe 2012 – im schönen Amsterdam ganz im Zeichen des Wandels: „Es ist eine Zeit des Fortschritts und des Wandels in der IT“, begann Brad Anderson, Corporate Vice President der Management & Security Division, die Eröffnungskeynote am Dienstagmorgen.

Da stelle sich jedem natürlich die Frage, ob dieser Wandel etwas Gutes oder Beunruhigendes darstellt: „Ist das Glas halb voll oder halb leer?“

Es sei etwas Gutes, findet man in Redmont, und hat bereits einen Namen gefunden, der auch gleich verrät, worum es für Microsoft im Wesentlichen geht: Es ist die Ära des Cloud OS. Richtig gelesen: Nicht die Windows-Marke „Azure“ steht dabei im Vordergrund, sondern die Cloud als übergeordnetes System, das zwar selbstredend zahlreiche Microsoft-Technologien beinhaltet, aber auch eine Menge Microsoft-fremder System anspricht. Doch noch einmal zurück zu Azure: Die heutige Kapazität von Azure entspricht der weltweiten Compute Capacity des Jahres 1999.

Bisher war Azure vor allem für Platform-as-a-Service (PaaS) bekannt. Nun mischt Microsoft auch bei Infrastructure-as-a-Service (IaaS) mit und begegnet dabei den großen Playern wie Amazons EC2. Was bedeutet das konkret? Nicht nur Windows-Anwendungen oder vorkonfektionierte Systeme wie TFS Services, SQL Server oder SharePoint sollen künftig in der Cloud laufen, sondern auch vollkommen eigenständige Images mit komplettem Softwarestack – etwa ein Linux mit MySQL und Apache-Server. Ganz wie beim Kollegen Amazon eben. Während Amazon mit seiner Elastic Cloud vor Jahren den Weg von unten (IaaS) nach oben (PaaS) startete, geht Microsoft den umgekehrten Weg. Es ist eine flexible und offene Cloud-Plattform für eine Vielzahl von Anwendungen, von Web-Sites für Unternehmen bis hin zu mobilen Anwendungen.

Hinzu kommt bei Microsoft noch die Möglichkeit, die Azure-Software als Private Cloud zu betreiben, d.h. sie ganz wie ein Betriebssystem zu lizenzieren und sie im eigenen Rechenzentrum zu nutzen. Public und Private Cloud sind dabei allerdings nicht vollständig Feature-konform, wie Anderson auf Nachfrage von Windows Developer erläuterte. Azure sei mit dem Ziel der „Massiven Skalierbarkeit“ entwickelt worden, während die Private Cloud-Variante vorwiegend die gemeinsamen Provisionierungsmerkmale aufweise. Der Nutzen des Ganzen: Anwendungen lassen sich bereits im eigenen Rechenzentrum Cloud-konform entwickeln und deployen und sind damit für eine spätere Verlagerung in die Publick Cloud gewappnet. Scott Guthrie, Corporate Vice President des Microsoft Server and Tools Business, zeigte in diesem Kontext, wie schnell eine Anwendung unter Verwendung der neuen Windows-Azure-Funktionen und -Dienste (Windows Azure Web-Sites, virtuelle Maschinen und neue Entwickler-Tools und SDKs) aufgebaut und bereitgestellt werden kann. VMs können von Microsofts Template-Liste aus erstellt oder eingebracht werden. Die Template-Liste beinhaltet verschiedene Linux-Optionen und den Windows Server 2012 RC. Full Server Apps, wie SQL, Active Directory und SharePoint laufen nun in Microsofts Cloud, indem sie mit der Local Active Directory Domain zurück verbunden und um zusätzliche Sicherheitsfeatures ergänzt werden. Das bedeutet, bereits existierender Workload kann, wenn gewünscht, weiterhin genutzt werden. Anderson erläuterte auch, wie sich Microsoft das moderne Rechenzentrum vorstellt, samt zeitgemäßer Applikationen, die darauf zugreifen.

In diesem Zusammenhang stellte er die nächste Version von Windows Intune vor, Microsofts Cloud-basierte Lösung für das unternehmensweite Management stationärer und mobiler Devices. Windows 2012 Server, die neue für den Cloud-Betrieb optimierte Version des Microsoft-Betriebssystems, die Anfang Juni als Release Candidate herausgegeben wurde, wurde mit einem frisch designten User Interface versehen, das an Stilelemente von Metro Style angelehnt ist. Der Server beherrscht allerlei Kunststücke, die mit beeindruckenden Zahlen in einer Live-Demo untermauert wurden. Im Zusammenhang mit der Cloud stehen auch die Team Foundation Services, die Cloud-basierte Variante des Team Foundation Service, für deren Preview jetzt der Sign-up möglich ist (bisher gab es den Zugang nur per Invitation): „Man kann es sofort benutzten“, so Jason Zander, Corporate Vice President von Visual Studio. Der Build werde wie gewöhnlich in Visual Studio vollzogen. Deployment und Co. erfolgen dann aber in der Cloud, wodurch in weltweit verstreuten Teams am Code gearbeitet werden kann. Team Foundation Services stehe allerdings gerade in puncto „Customization“ dem Vorbild Team Foundation Server noch in einigem nach, gab Zander auf Nachfrage an. Zunächst wolle man sich bei Microsoft darauf konzentrieren, einen High-Quality Service zu etablieren. Mit der Zeit wolle man Team Foundation Services dann mehr und mehr der Server-Version anpassen.

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