Geheimnisse eines JavaScript Ninjas
Kommentare

Man könnte jetzt ganz furchtbar viel schreiben über JavaScript. Dass es zum Beispiel längst seinen Weg aus dem Browser heraus gefunden hat und damit quasi überall läuft. Oder dass es in den letzten zwei Dekaden erwachsen geworden ist – die Zeiten animierter JavaScript-Schneeflocken gehören schließlich einer Vergangenheit an, an die sich nur noch die älteren von uns wirklich erinnern können. Aber das ist bekannt und wäre viel zu offensichtlich; immerhin sind wir hier, um richtige JavaScript-Ninjas zu werden. Und dabei steht uns das Buch von John Resig und Bear Bibeault zur Seite: Geheimnisse eines JavaScript-Ninjas.

Natürlich kann so ein Buch nicht als erste Einführung in die Thematik dienen. Wer bisher keine Einblicke in JavaScript hatte oder nur über ein rudimentäres, aus diversen Google-Suchen zusammengeklaubtes Wissen verfügt, ist hier – so heißt es – an der falschen Adresse. Vielmehr geht es dem Autorenduo darum, ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge und Funktionsweisen herzustellen. Und in weiten Teilen funktioniert das in den insgesamt fünfzehn Kapiteln ziemlich ordentlich. Denn nach der obligatorischen Einführung, in dem ein Blick auf JavaScript und die im Buch verwendeten Tools geworfen wird, geht es um die Kernkonzepte, die vielen zwar bekannt sein dürften, deren Zusammenhänge sich jedoch nicht unbedingt auf den ersten Blick erschließen. Dabei geht es um Funktionen, den Umgang mit Closures oder das Konzept der Prototypen. Es kann ja nicht schaden, sich das Ganze noch einmal von jemandem erklären zu lassen, der sich für eines der bekanntesten Frameworks überhaupt auszeichnet: jQuery.

Anschließend beginnt man zu erahnen, wie sich der Weg zum JavaScript-Ninja gestaltet – und warum es sich eben nicht um just ein weiteres Framework-X-Buch handelt. Spätestens wenn es um Codeauswertungen zur Laufzeit oder Cross-Browser-Strategien geht, schwant einem, dass es an der Zeit ist, sich harte Bandagen und ein dickes Fell zuzulegen. Und da ist man noch nicht einmal bei der Manipulation des DOMs angekommen.

In die Geheimnisse eines JavaScript-Ninjas eingeweiht zu werden, ist über weite Strecken durchaus unterhaltsam. Die Schreibe des Autorenduos kann sich lesen lassen, die Beispiele sind sinnig gewählt und für jeden nachvollziehbar, der sich sein JavaScript-Wissen eben nicht ein paar Minuten vorher über die Suchmaschine seiner Wahl angeeignet hat. Wer sich allerdings erhofft, auch etwas über kommende Standards wie ECMAScript 6 zu erfahren, der wird schnell merken, dass daraus nichts wird: Diese 472 Seiten sind einzig und alleine dazu geschaffen, seine Basis, das Hintergrundwissen um die Sprache und deren Konzepte, zu vertiefen und zu festigen. Daher ist es auch egal, dass Resig – wenn man dem Vorwort Glauben schenken darf – bereits Anfang 2008 damit begonnen hat, das Buch zu schreiben. JavaScript wurde schließlich auch nicht an einem Tag erfunden …

Eine Kleinigkeit allerdings möchte man dem Verlag des Buchs noch mitgeben: Bei zahlreichen Abbildungen ist zu erahnen, dass sie im Original farbenfroh und aussagekräftig sind. Schwarz-weiß, mit wenigen Grauabstufungen hingegen, leidet nicht nur die Lesbarkeit – auch das Lesen des einen oder anderen Diagramms verkommt dabei schnell zum Ratespiel.

Aufmacherbild: Cartoon Ninja von Shutterstock / Urheberrecht: Real Illusion

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -