Interaktive geografische Karten mit AcrGIS for SharePoint

Geo Business Intelligence in SharePoint (Teil 2)
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SharePoint-Adresslisten im Fluss
Der Umgang mit Daten und Layern, die zu Themenkarten verarbeitet werden sollen, ist nicht trivial und setzt entsprechende Kenntnisse in Geodatenverarbeitung voraus. Hinzu

SharePoint-Adresslisten im Fluss

Der Umgang mit Daten und Layern, die zu Themenkarten verarbeitet werden sollen, ist nicht trivial und setzt entsprechende Kenntnisse in Geodatenverarbeitung voraus. Hinzu kommt die umfangreiche Auseinandersetzung mit dem ArcGIS-Serversystem. Wer jedoch lediglich Adressen mit Wertausprägungen aus SharePoint-Listen in Karten darstellen möchte, wird vom Geokodierworkflow und den Möglichkeiten der Symboldarstellung schnell begeistert sein. Als Beispiel wird eine Adressliste mit dem Workflow versehen, die Adressen von Fachgeschäften und Zulieferern enthält, die in der Karte visualisiert werden sollen. Insofern enthält die Adressliste zumindest Spalten mit den Merkmalen Name, Straße mit Hausnummer, Postleitzahl und Ort. Begonnen wird in der Registerkarte Liste mit Workfloweinstellungen/Workflow hinzufügen. Als Workflowvorlage wird ArcGIS Geocoding ausgewählt (Abb. 2, Punkt 1). Nach dem Festlegen des Workflownamens kann unter anderem angegeben werden, in welche vorhandene oder neue Aufgabenliste Informationen über eventuell nicht geokodierbare Adressen gespeichert werden sollen, damit diese zur Nachbearbeitung aufgerufen werden. Im nächsten Schritt wird der Geokodierservice ausgewählt. Hier werden AcrGIS Online für Nordamerika und Europa sowie Bing Maps angeboten (Abb. 2, Punkt 2), sofern administrativ kein weiterer Service hinzugefügt wurde. Als Nächstes werden die für das eigentliche Geokodieren benötigten und in der Liste verfügbaren Adressinformationen zugeordnet (Abb. 2, Punkt 3). Coordinate Fields im eigentlichen Schritt 3 des Workflowassistenten stellt Optionen bereit, neue Spalten für die Aufnahme der X/Y-Geokoordinaten zu erstellen oder bereits vorhandene (ggf. sogar bereits gefüllte) Spalten auszuwählen (Abb. 2, Punkt 4). Unter Map Options können die Zoombreite der anzuzeigenden Karte sowie die Suchtoleranz für geokodierte Adressen in Metern, Fuß, Kilometern oder Meilen angegeben werden (Abb. 2, Punkt 5). Außerdem lassen sich hier die Breite und Höhe der Karte einstellen, die minimal im Web Part angezeigt werden sollen. Im letzten Schritt kann veranlasst werden, dass der Workflow sofort auf alle Listenelemente angewendet wird und schließlich jemand dafür zuständig ist, die Geokodierung zu überprüfen (Abb. 2, Punkt 6). Wird der Geokodier-Workflowassistent mit OK bestätigt, wird umgehend mit der Verortung begonnen, wenn das Häkchen für Find locations for all list items now gesetzt wurde. Die Position jeder einzelnen Adresse in der Karte kann manuell per Klick auf Bearbeiten korrigiert werden. Die Liste wird vor dem Geokodiervorgang mit einer Informationsspalte zum Geokodiererfolg sowie mit den in der Standardansicht sichtbaren Spalten ShapeX und ShapeY ergänzt. Eine weitere, nicht sichtbar geschaltete Spalte mit dem Namen ArcGIS Location enthält sämtliche Georeferenzdaten zur Adresse, die für die Positionierung in der Karte verwendet werden und Informationen zur Qualität der gefundenen Koordinatendaten enthalten.

Abb. 3: Workflow zur Geokodierung von Adressen einrichten
Abb. 3: Workflow zur Geokodierung von Adressen einrichten

Die Adressliste enthält nun Geodaten und lässt sich somit als Punkt-Layer auf eine der Kartengrundlagen (z. B. Bing Maps, ArcGIS Street oder OpenStreetMap) legen (Abb. 3). Das ist im Web-Part-Bearbeitungsmodus des ArcGIS Map Web Parts zum Beispiel über die Registerkarte Application in der Gruppe Map mit der Befehlsschaltfläche Add Content/Browse zu realisieren. Mit Browse wird ein beliebiger URL nach für die Kartendarstellung geeigneten Listen durchsucht. So lassen sich auch die SharePoint-Seiten der Websitesammlung durchsuchen, um die gerade mit dem Workflow versehenen Liste als Layer zu verwenden. Im Web-Part-Bearbeitungsmodus stehen außerdem die Registerkarten Layer und Symbols zur Verfügung. Die Gruppe Symbology der Registerkarte Symbols bietet die Möglichkeit, Symbole auszuwählen. Auf Basis von Attributwerten können Spaltendaten klassifiziert oder als eindeutige Werte per Farbschema in der Karte abgebildet werden. Die Attributspalte lässt sich dafür ebenso in der Gruppe Symbology auswählen.

Einstieg ins Business Mapping

Um sich in die zahlreichen Möglichkeiten der Geodatenvisualisierung mit Layern einzufühlen, ist das Map Center, zu finden im Register Application in der Gruppe Attribute Table im Web-Part-Bearbeitungsmodus, eine Fundgrube für Ideen. Die Rubrik Featured Maps liefert zahlreiche Beispiele mit Detailinformationen, die in das Map Web Part geladen werden können, um dort Layer zu aktivieren und zu deaktivieren (Abb. 4). Hier können auch zuletzt verwendete Karten gefunden und neue angelegt werden, die sich im Esri-Account bzw. auf dem ArcGIS Server ablegen lassen. Auch eine Druckfunktion für die Kartenansicht steht im Map Center zur Verfügung.

Abb. 4: Featured Maps im Map Center
Abb. 4: Featured Maps im Map Center
Fazit

Esri ist es gelungen, ein hochprofessionelles GIS-Produkt in SharePoint zu integrieren. Die einfachen Möglichkeiten, Karten zu erstellen und die extrem komfortable Nutzung des Geokodierworkflows über verschiedene Dienste sind als Appetizer zu werten. Business Geographics spricht unter anderem die intuitive Wahrnehmung an, die dabei hilft, räumliche Strukturen und Prozesse auch im Falle großer Datenmengen zu erkunden, zu verstehen und zu erklären. Thematische Karten beantworten Fragen wie: In welchen Regionen waren wir besonders erfolgreich? Wo ist der Absatz gering? Wo sitzen die meisten Kunden? Wo sind nur wenige Händler mit einem hohen Umsatzpotenzial zu besuchen? Wo liegen Gebiete mit hohen Absatzchancen dicht beisammen? Welche Gebiete sind für das neue Produkt interessant? In welchen Gebieten muss mehr Werbung gemacht werden? Welche Gebiete sind unterversorgt? Wo ist der Wettbewerbsdruck besonders hoch? Haben Wettbewerber in Nachbargebieten Einfluss auf den Absatz/Umsatz im eigenen Einzugsgebiet? – Themenkarten können Antworten auf diese Fragen liefern, die kurz-, mittel- und langfristige Entscheidungen in logistischen Fragen, Marketing und Vertrieb begünstigen. Das ist Geo-Business Intelligence.

Dirk Grasekamp ist freier Entwickler, selbstständiger IT-Berater und Buchautor. Er beschäftigt sich seit 1993 mit Business Geographics und ist in enger Kooperation mit der MindBusiness GmbH in Alzenau im Development für SharePoint zu Hause.
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