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Kartendienste
Als kleiner Exkurs werden zwei grundlegend verschiedene Prinzipien vorgestellt, die aufzeigen, wie ein Web GIS eigentlich an seine Karte kommt. Das Prinzip wird durch Abbildung 2 verdeutlicht.

Kartendienste

Als kleiner Exkurs werden zwei grundlegend verschiedene Prinzipien vorgestellt, die aufzeigen, wie ein Web GIS eigentlich an seine Karte kommt. Das Prinzip wird durch Abbildung 2 verdeutlicht.

Abb. 2: Prinzip des Zusammenspiels zwischen WegGIS-Client und Kartenserver
Das Prinzip BING/GoogleMaps

Als einfachstes Beispiel mag hier das Prinzip von so genannten getilten Diensten, ähnlich wie Google Maps oder BING Maps, dienen. Dabei werden Kartendaten über eine Rendering Engine vorprozessiert und als fertige Kartenschnipsel (Kacheln) auf einem Server abgelegt. Dabei gilt, dass immer eine Kachel höherer Zoomstufe jeweils den Bereich von 9 oder 16 Kacheln der nächst niedrigeren Zoomstufe abdeckt. Über eine Schnittstelle fragt der Client dann die entsprechenden Ausschnitte in einer bestimmten Zoomstufe an und der Server liefert die fertigen Kartenbilder aus.

WebMapService – ein Standard

Als ein Standard des in der GIS-Welt anerkannten Standardisierungsgremiums OGC4 hat sich der so genannte „WebMapService“, kurz WMS durchgesetzt. Dabei werden Kartendaten bei einem Dienst über eine definierte Schnittstelle angefragt und eine Karte als Bild zurückgeliefert. Diese werden aber im Gegensatz zu den getilten Diensten erst bei der entsprechenden Anfrage auf Basis der zugrundeliegenden Geodaten und einer Zeichnungsvorschrift erzeugt.

Weitere Formate

Andere Standards, die auch unterstützt werden, sind

  • WMTS (WebMap Tile Service, Standardisierung des BING/GoogleMaps-Prinzips)
  • weitere OGC-Standards wie WFS, WCS, SOS u. a.
  • OpenStreetMap
  • GeoJSON (GIS-Erweiterung für JSON, ein beliebtes Web-Datenaustauschformat)
  • KML
  • u.v.m.

Durch Formate, die die echten Daten im Client verfügbar machen – so zum Beispiel bei GeoJSON oder KML – ergeben sich Möglichkeiten, Interaktionen mit den Vektordaten auf der Karte zu implementieren. Dies kann z. B. ein aufpoppendes Fenster mit Zusatzinformationen und einem Bild beim Überfahren eines Objektes mit der Maus sein.

Open Source

Als „Open Source“ oder auch „Open-Source-Software“ ist zuallererst reine quelloffene Software gemeint. Open Source wird gemeinhin oft gleichgesetzt mit „kostenlos“, was jedoch nicht zwingend stimmt. Dazu gibt es den Begriff „freie Software“, die neben der Quelloffenheit nämlich erst auch die freie Nutzung, die auch die kostenfreie Nutzung mit einschließt, garantiert.

Grundsätzlich steht aber auch freie Software unter einer Lizenz, denn nur diese garantiert die Zukunftsfähigkeit der Software. Obwohl es große Unterschiede zwischen den Lizenzen gibt, garantieren alle freien Softwarelizenzen eine Unumkehrbarkeit der freien Nutzung.

Ein kleines Beispiel soll die Professionalität, die hinter freier Softwareentwicklung steckt, aufzeigen. Im OpenLayers-Projekt wurde ein Project Steering Committee (PSC) gewählt. Das PSC bestimmt zum Einen die Roadmap der Entwicklung der Software, entscheidet zum Anderen auch über die Aufnahme von neuen Funktionen und über die Vergabe von Schreibrechten für bestimmte Entwickler auf die zentrale Codeverwaltung. Jeder Patch, der in die Basissoftware integriert wird, durchläuft einen Review-Prozeß durch einen der Kernentwickler, also einem Entwickler mit Schreibrechten. Auch dieser Entwickler muss sich an bestimmte festgelegte Codekonventionen halten.


Themen der kommenden Seiten:

  • Überblick über Open Source JavaScript Web Mapping Clients
  • OpenLayers
  • GeoExt
  • Weitere Web-Mapping-Bibliotheken
  • Die Bibliothek GXM
  • Sencha Touch
  • Komponenten von GXM
  • Anwendungsbeispiele
  • Das Geoportal des Schweizer Bundes
  • Regiofreizeit: Ein Freizeitportal
  • Ausblick
  • Mögliche Anwendungsfälle
  • Doch eine App?
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