GeoExt mobile – Karten-Web-Apps mit nativem Look and Feel
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Regiofreizeit: Ein Freizeitportal
Seit einigen Jahren betreiben der Kreis Recklinghausen und die Stadt Bottrop als Herausgeber das regionale Freizeitportal „regiofreizeit“. Basis der Portals sind durch

Regiofreizeit: Ein Freizeitportal

Seit einigen Jahren betreiben der Kreis Recklinghausen und die Stadt Bottrop als Herausgeber das regionale Freizeitportal „regiofreizeit“. Basis der Portals sind durch die angeschlossenen Gemeinden selber gepflegte Informationen zu Points of Interest – das können Hotels, Gaststätten, Museen, Theater, aber auch Fahrradstationen, Rad- oder Reitwege mit entsprechenden Stationen sein. In einer Web-GIS-Anwendung können für das Gebiet der Emscher-Lippe-Region Ausflugsziele gesucht, Wander- und Reitrouten über ein Routing gefunden und entsprechende Karten ausgedruckt werden.

Abb. 5: Ablauf einer geografischen Suche nach Points of Interest

Im März 2012 wird das Angebot um einen mobilen Web-GIS-Client erweitert werden. Dieser beinhaltet eine thematische Umkreissuche nach den Points of Interest, sodass in der Region selber spontan nach selbigen gesucht werden kann. Das Prinzip der Suche verdeutlicht Abbildung 5.

Ausblick

Als Ausblick mag der Satz „Die Basis ist geschaffen, die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig.“ gelten. Auf technischer Basis wird im März 2012 die Version GXM 0.2 erscheinen, die auf die neue, aktuelle Version Sencha Touch 2.0 aufsetzt. Mit der Migration von GeoExt von der derzeit genutzten Version ExtJS 3.x auf ExtJs 4, die für die erste Hälfte 2012 geplant ist, soll eine gemeinsame Codebasis geschaffen werden, sodass sowohl GeoExt als auch GXM auf der Sencha Ext-Base aufsetzen. Damit können dann Anwendungen sowohl für den Desktop als auch den Smartphonemarkt aus einer Hand mit gemeinsamer Codebasis entwickelt werden.

Mögliche Anwendungsfälle

Die derzeitigen Beispiele zeigen zwar schon, dass die Vorteile, die ein mobiles Gerät gegenüber einem mehr oder weniger stationärem Desktop-PC bietet, genutzt werden. Aus unserer Sicht werden sie jedoch noch nicht ausgereizt. So lassen sich insbesondere im kommunalen Bereich Anwendungen entwickeln, die ein direktes Feedback erlauben. Das könnte einerseits eine Art Mängelmelder für BürgerInnen einer Stadt sein, sodass auf Missstände wie ein Schlagloch oder einen verdreckten Spielplatz vor Ort direkt hingewiesen werden kann. Dies könnte auch eine Anwendung für ein Baumkataster sein, in dem Mitarbeiter vom Betriebshof der Stadt ihre Bestandsaufnahmen direkt vor Ort in eine zentrale Datenbank dokumentieren können.

Andere Anwendungsbereiche auch für Firmen, deren Liegenschaften verteilt liegen, lassen sich entwickeln. So können nicht nur Prüfungen vor Ort dokumentiert werden, sondern entsprechende Prüfer auch durch das Gerät zum zu prüfenden Objekt geleitet werden.

Doch eine App?

Trotz der ursprünglichen Absicht, eine Webanwendung und keine App zu erstellen, gibt es dennoch Wege, aus der JavaScript-Anwendung auch eine App zu erzeugen. Dazu kann der entwickelte Code für das jeweilige Betriebssystem mit entsprechenden Compilern in eine App umgewandelt werden. Das würde insbesondere dann Sinn machen, wenn eine kostenpflichtige App entwickelt werden soll oder auf proprietäre Datendienste zugegriffen wird. Lizenztechnisch geben das sowohl Sencha Touch als auch OpenLayers und GXM her, da letztere beiden unter einer BSD-Lizenz [11] stehen; für Sencha Touch kann wie bereits erwähnt eine entsprechende Lizenz erworben werden.

Till Adams ist Geschäftsführer der Bonner Firma terrestris GmbH & Co. KG. Er arbeitet seit vielen Jahren mit Open-Source-GIS-Software und ist als Entwickler und Projektleiter in vielen GIS-Projekten von Doha in Katar bis Kopenhagen involviert. Seit Ende 2009 gehört er dem Project Steering Committee des Open-Source-Web-Mapping-Frameworks MapFish an.
Marc Jansen lebt in der wunderschönen Eifel und arbeitet in Bonn als Anwendungsentwickler und Projektleiter in der Firma terrestris GmbH & Co. KG. Bereits im Studium und insbesondere in seiner Abschlussarbeit befasste er sich mit geografischen Informationssystemen und deren Potenzial, die sich für verschiedenste Fragestellungen aus der Anwendung dieser Systeme ergeben können.
Daniel Koch arbeitet seit 2009 studienbegleitend als Anwendungsentwickler bei der Bonner Firma terrestris GmbH & Co. KG. Durch sein Master-Studium der Geografie mit dem Schwerpunkt auf geografische Informationssysteme ist er insbesondere mit aktuellen Belangen der Web-GIS-Branche vertraut. Seine Tätigkeit umfasst die Entwicklung von Web-GIS-Anwendungen mit freien und quelloffenen Komponenten.
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