Gib dem Framework Zucker
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Customizing über die Oberfläche (Fortsetzung)
Beginnen wir beim Studio, ich bin dabei auf das Accounts-Modul gegangen und habe den Baum für die Erweiterungsmöglichkeiten auf der linken Seite aufgeklappt,

Customizing über die Oberfläche (Fortsetzung)

Beginnen wir beim Studio, ich bin dabei auf das Accounts-Modul gegangen und habe den Baum für die Erweiterungsmöglichkeiten auf der linken Seite aufgeklappt, um dies beschreiben zu können (Abb. 1).

Abb. 1: Veränderung von bestehenden Modulen mit dem Studio

Im Studio können über die beiden Links Fields und Labels neue Felder angelegt und Bezeichnungen in unterschiedliche Sprachen geändert werden. Für die Erstellung von neuen Feldern stehen verschiedene Typen zur Verfügung, z. B. Text, DropDown, MultiSelect, Integer und Phone, um nur einige zu nennen. Zusätzlich können verschiedene Attribute pro Feld bestimmt werden, z. B. Pflichtfeld, Feldgröße oder Standardwert (Abb. 2).

Abb. 2: Anlage eines neuen Felds über das Studio

Ebenfalls sehr leistungsfähig ist der Bereich Relationships. Hier kann der etwas erfahrenere Administrator bestehende Beziehungen umbenennen oder neue erstellen. Eine Beziehung ist eine Verbindung zwischen zwei Modulen, z. B. zwischen Accounts und Contacts. Das ist eine „Many to many“-Beziehung, da es beliebig viele Kontakte zu einer Firma geben kann und umgekehrt.

Unter dem Punkt Layouts können die Standardmasken von Sugar verändert werden. Wenn man z. B. ein Feld angelegt hat, existiert es zwar in der Sugar-Businesslogik und in der Datenbank, allerdings wird es noch nirgends angezeigt. Sie können nun bestimmen, wo es erscheinen soll. Wichtige Masken sind dabei die Editieransicht (Eingabe), die Detailansicht (nur Anzeige), die Listenansicht (bei Suchen) und die QuickCreate (Neuanlage über Subpanels).

Die Platzierung von Feldern oder neuen Bereichen geschieht dabei per Drag und Drop und hält automatisch eine Historisierung vor, sodass Sie alte Einstellungen und Masken wieder herstellen können. Zusätzlich zu diesen Platzierungsmöglichkeiten können Sie neue Felder oder Änderungen auch in der Suche (Search), in verwendeten Pop-up-Listen (PopupView) und in dem Standard-Dashlet (Sugar Dashlet) platzieren. Zur Erläuterung der Begriffe: Eine PopupView wird aufgerufen, wenn Sie einen verbundenen Datensatz auswählen, und als Dashlet werden die einzelnen Bereiche auf der Startseite bezeichnet.

Zur Beschreibung des letzten Punkts muss ich kurz den Begriff Subpanel erläutern: Es handelt sich hier um ein verbundenes Modul, das in der Detailansicht unter den eigentlichen Stammdaten angezeigt wird. In Abbildung 3 sehen Sie z. B. das Subpanel „Contacts“ (Ansprechpartner) zu den Stammdaten eines Accounts (Firma).

Abb. 3: Stammdaten einer Firma mit Subpanel Contacts für die Anprechpartner

Im Studio können Sie nun unter dem Punkt Subpanels diese unten angezeigten Bereiche konfigurieren, z. B. noch die Straße zur Ansicht hinzufügen.

Abschließend kann man zum Studio sagen, dass alles, was Sie verändern, modulbasiert ist. Sie können also keine Veränderung am Framework von SugarCRM vornehmen, sondern nur die bestehenden Teilbereiche verändern.

Der Module Builder funktioniert im Prinzip genau wie das Studio, er hat nur ein paar weitere Funktionen und eine etwas andere Aufgabe: Er soll die Erstellung von neuen Modulen ermöglichen, wenn man z. B. Informationen verwalten möchte, die nicht im Standardsystem vorhanden sind. Um ein neues Modul zu erstellen, muss man zuerst ein neues Paket erstellen.

Die Pakete dienen als Hülle und können mehrere Module beinhalten. Ein Paket kann später auf anderen Sugar-Instanzen installiert werden, so müssen Sie nicht jedes Modul einzeln installieren. Wenn Sie ein Paket angelegt haben, können Sie nun neue Module erstellen. Dazu stehen Ihnen einige Basismodule zur Verfügung, die bereits die grundlegenden Felder enthalten, bei dem Basismodul „Person“ werden zum Beispiel automatisch die Felder für Vorname, Nachname, E-Mail, Telefonnummer, Adresse usw. mit angelegt, damit Sie nicht jedes Feld einzeln erstellen müssen.

Wenn Sie das Modul angelegt haben, steht Ihnen die gleiche Funktionalität wie im Studio zur Verfügung. Ein Beispiel für ein einfaches Modul finden Sie in Abbildung 4.

Abb. 4: Beispiel für ein einfaches Modul im Module Builder

Wenn Sie das Modul nun noch verfeinert haben, indem Sie eigene Felder hinzufügen, wegnehmen oder verschiedene Ansichten anpassen, stehen Ihnen zwei wesentliche Methoden zur Veröffentlichung zur Verfügung:

  1. Deploy: Durch die Verwendung von Deploy wird das neue Modul innerhalb des gleichen Sugar publiziert und steht dort sofort zur Verfügung.
  2. Publish: Wenn Sie Publish verwenden, erstellt Ihnen SugarCRM ein Installationspaket, das Sie in anderen Sugar-Instanzen installieren können.

Um ein wenig auszuprobieren, ist Deploy der einfachste Weg. In einer professionellen Umgebung sollte man eher Publish verwenden. Wenn wir Module entwickeln, führen wir das immer auf einer leeren SugarCRM-Instanz durch, testen das Modul und erst nach Fertigstellung bringen wir das neue Modul auf den Produktivserver. In Abbildung 5 sehen Sie ein Beispiel für ein einfaches Modul (Artikelverwaltung), das ich in etwa zwei Minuten erstellt habe. In einer Echtumgebung sollte man deutsche und englische Begriffe allerdings nicht mischen, sondern die Begriffe pro Sprache übersetzen.

Abb. 5: Erstellung individuelles Modul ohne Programmierkenntnisse

Als letzter Punkt für die Möglichkeit des Customizings über die Oberfläche fehlt noch der Dropdown Editor. Er ist relativ einfach gehalten: Sie sehen in diesem Tool alle Auswahllisten, die im System verwendet werden, und können sie erweitern und pro Sprache übersetzen. Sie können natürlich auch neue Auswahllisten anlegen, die Sie dann bei neuen Feldern verwenden können.

Ich hoffe, die Vorstellung der Administrationstools hat bereits einen guten Eindruck vermittelt, wie leistungsfähig und flexibel SugarCRM ist. Im Prinzip kann man auf Basis von SugarCRM eigene Anwendungen entwickeln, das Framework stellt dabei alle notwendigen Basiseigenschaften, wie Login, User, Rollen, Administration, Export, Import und vieles mehr zur Verfügung. Für alle, denen das nicht genug ist, werde ich in den folgenden Abschnitten weitere Möglichkeiten aufzeigen, SugarCRM zu erweitern bzw. auf die Bedürfnisse des Unternehmens anzupassen. Auch hierbei werden alle Veränderungen updatefähig sein. Updatefähig bedeutet dabei, dass sich das Framework von Sugar nicht maßgeblich ändert, eine Garantie bekommt man dabei nie.

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