Google WebP: Bessere Kompression, höhere Qualität, mehr Speed fürs Web
Kommentare

Das Internet, wie wir es heute kennen, verdankt seine Popularität nicht zuletzt auch der jederzeit verfügbaren visuellen Darstellung von Informationen. Kompressionsverfahren wie beispielsweise JPEG haben

Das Internet, wie wir es heute kennen, verdankt seine Popularität nicht zuletzt auch der jederzeit verfügbaren visuellen Darstellung von Informationen. Kompressionsverfahren wie beispielsweise JPEG haben es nicht nur der Pornoindustrie ermöglicht, das Web mit Bilddaten aller Art zu überschwemmen. Rund 65 Prozent der im Netz übertragenen Daten gehen auf den durch Bilder und Fotos entstehenden Traffic zurück, allein auf Facebook werden im Monat bis zu 3 Milliarden Fotos aus der knapp 500 Millionen Usern starken Nutzerbasis hochgeladen.

Dass das ganze System dabei auf Technologien beruht, die zum Teil noch aus der Gründerzeit des Systems stammen – wen muss das kümmern, solange es funktioniert?

Ein paar Ingenieure bei Google hat es jetzt gekümmert und man hat sich Gedanken darüber gemacht, wie sich der durch Fotos erzeugte Traffic weiter verringern lässt.

Most of the common image formats on the web today were established over a decade ago and are based on technology from around that time. Some engineers at Google decided to figure out if there was a way to further compress lossy images like JPEG to make them load faster, while still preserving quality and resolution. Google, 2010

WebP (gesprochen: weppy) heißt nun Googles Ansatz, der JPEG langfristig ablösen könnte. Neben dem Traffic stehen aber vor Allem performantere Ladezeiten für Webseiten und Anwendungen im Vordergrund, dabei kommt eine Technik aus Googles VP8-Codec zum Einsatz, mit deren Hilfe die Keyframes in Videodaten berechnet wurden. Die so erzeugten Daten landen in einem eigens neu erzeugten Containerformat, RIFF, das einerseits leichtgewichtig sein soll, andererseits aber auch jederzeit zusätzliche Meta-Informationen mit aufnehmen kann.

Als JPG …
… und das im WebP-Format abgelegte Gegenstück.

In einer internen Studie, die sich über einer Million zufällig ausgewählter Bilddateien erstreckte, konnten im Schnitt bis zu 39 Prozent bessere Kompressionsraten erzielt werden. Google schätzt, dass sich der Wert, ausgehend von unkomprimierten Originaldateien, noch weiter verbessern dürfte.

Schneller mit Chrome

WebP steht zunächst als vorkompilierte Binary für 64-Bit-Linux und ganz allgemein im Quellcode als Download zur Verfügung. Damit lassen sich Bilder zwar bereits in das neue Format konvertieren und aus WebP in das PNG-Format umrechnen, richtig bequem ist das jedoch noch nicht und gerade Enduser haben ohne die passende Browserunterstützung ebenso wenig von Googles neuer Technologie. Immerhin, ein erster Patch für Webkit ist bereits in Arbeit und wird vermutlich zunächst im Google Chrome zum Einsatz kommen. Ob und wann die anderen Browserhersteller nachziehen werden, ist dann noch einmal eine andere Frage. Und auch Anwender müssen sich fragen: Brauchen wir ein neues Dateiformat? Und wollen wir dabei auf die Arbeit von Google vertrauen?

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -