Scott Hanselman auf der BASTA! Spring 2014

Hanselmans How-To: Wie auch Ihr Tag 26 Stunden bekommt
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Wenn man sich Scott Hanselmans aktuelle Projekte anschaut, könnte man meinen, dass dieser Mann gar nicht mehr schläft. Er bloggt, er podcastet, er spricht und ganz nebenbei gibt es da natürlich auch noch seinen regulären Job bei Microsoft. Wie macht er das? Hat er eine Zeitmaschine? Lebt er in einem Paralleluniversum, wo die Zeit langsamer verstreicht? Oder hat sein Tag vielleicht ganz einfach zwei zusätzliche Stunden?

Unausgeschlafen wirkte Hanselman jedenfalls nicht, als er dieses Jahr auf der BASTA! Spring 2014 zu Gast war. Und überhaupt scheint sein Erfolgsrezept kein großes Geheimnis zu sein. Er erklärte sich nämlich gerne dazu bereit, es in seiner Session „Scaling YOU: It’s not what you read, it’s what you ignore“ mit uns zu teilen.

Um dieses zu verstehen, müssen wir den Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz kennen. Arbeitet man effektiv, tut man es zielorientiert und wählt die richtigen Methoden aus, um schnell zum Abschluss zu kommen. Arbeitet man hingegen effizient, ist die eigene Vorgehensweise prozessorientiert und kommt ohne unnötigen Aufwand aus. Effektive Menschen laufen mit enormer Geschwindigkeit in die richtige Richtung, effiziente Menschen wiederum definieren die Richtung, in die sie sich entschließen zu laufen.

Dieser Unterschied ist essentiell für Hanselmans Verständnis des erfolgreichen Arbeitens. Nur wer zur gleichen Zeit effektiv und effizient arbeitet, kann sich selbst und seine Taten nach oben hin skalieren. In diesem Hinblick hielt Hanselman einige Ratschläge für uns bereit.

So werden Sie effektiv:

  • Sortieren Sie die Informationen aus, die Sie nicht brauchen. Wenn Twitter für Sie mehr den Charakter einer To-Do-Liste denn einer nützlichen Informationsquelle hat, lesen Sie Ihre Timeline nicht mehr während der Arbeit. Wirklich wichtige Informationen erreichen Sie ohnehin auf mehreren Wegen.
  • Teilen Sie Ihre zu erledigende Arbeit in folgende vier Kategorien auf: erledigen, weglassen, delegieren, verschieben. Halten Sie sich daran. Diese Aufteilung gibt Ihrem Tagesablauf eine Struktur und nimmt Ihnen das schlechte Gewissen, wenn Sie nicht alles auf einmal erledigen können und somit ein Berg an Arbeit liegen bleibt.
  • Schreiben Sie drei Ziele auf, die Sie diesen Tag, diese Woche und dieses Jahr erreichen möchten. Definieren Sie diese am Anfang der jeweiligen Zeitspanne und blicken Sie an deren Ende zurück.

So werden Sie effizient:

  • Beginnen Sie Ihren Tag nicht damit, auf all die E-Mails zu antworten, die sich in Ihrem Postfach angesammelt haben. Denken Sie doch mal nach: Sie antworten, dann antwortet der andere wieder, dann wieder Sie und so geht das weiter bis in alle Ewigkeit. Ganz ehrlich: Wieso sollten Sie sich selbst zusätzliche Arbeit machen? Wenn der Inhalt der E-Mail wirklich wichtig ist, wird Sie der Verfasser schon anrufen oder persönlich vorbei kommen.
  • Lernen Sie den Wert Ihrer Buchstaben zu schätzen und steigern Sie deren Effizienz. Warum antworten Sie nicht einmal in Form eines Blogposts auf eine Leserfrage und schicken dem Fragesteller einfach den Link zu? Auf diese Art können Sie vermeiden, dasselbe mehrmals gefragt zu werden. Haben Sie keinen eigenen Blog, befolgen Sie die Fünfsätzeregel: Antworten Sie auf E-Mails stets in fünf Sätzen oder weniger.
  • Lagern Sie all Ihre wichtigen Informationen an einem Ort, beispielsweise OneNote. Halten Sie diesen Ort immer auf dem aktuellsten Stand und haben Sie ihn immer geöffnet.
  • Probieren Sie die Pomodoro-Technik aus. Ein Pomodoro sind 25 Minuten, während derer man sich voll und ganz auf eine einzige Aufgabe konzentrieren soll. Notieren Sie, wie oft Sie während dieser 25 Minuten unterbrochen wurden und versuchen Sie, derartige Unterbrechungen das nächste Mal zu vermeiden.
  • Dieser Punkt mag anfangs etwas Zeit in Anspruch nehmen, doch letztendlich sorgt er für ein effizienteres Arbeiten: Finden Sie die richtigen Tools für Ihren Job. Das Tool RescueTime zeigt Ihnen, womit Sie Ihre Zeit hauptsächlich verschwenden, DarkRoom eliminiert alle Ablenkungen während des Schreibens. Dann gibt es noch Evernote, Trello und und und. Vielleicht ist ja auch die klassische Variante mit Stift und Papier für Sie die effizienteste.

Wie der Titel der Session schon sagt: Sie werden nicht dadurch effizienter und effektiver, dass Sie an allen Fronten kämpfen und immer der Erste sein müssen, der eine neue Information erhält. Vielmehr ist es wichtig, dass Sie auch mal nein zu unnötigen Ablenkungen sagen können:

The Power is saying no.

Aufmacherbild: Energy Efficient Light Bulb von Shutterstock / Urheberrecht: Alix Kreil

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