Das Web wird 25. Was für eine aufregende Zeit

Happy Birthday, Web!
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Heute – am 12. März 2014 – vor 25 Jahren wurde das Internet geboren. Der Geburtsort war bekanntermaßen das CERN in der Schweiz, wo Tim Berners-Lee einen Vorschlag für „a large hypertext database with typed links“ einreichte. Seit dem ist viel Zeit vergangen, das Web hat Kriege gesehen und Browser Wars ausgelöst, es hat Gedanken verbreitet, Freiheit gebracht. Das Web hat das alteingesessene Verlagswesen in Schwierigkeiten gebracht, schamlos Pornos verbreitet und für die Herrschaft der Katzen gesorgt.

Das Web wird heute 25 Jahre alt. Happy Birthday, altes Haus!

Viele von uns dürften die Entwicklung des Webs mehr oder weniger bewusst miterlebt haben. Und damit sind noch nicht einmal seine Anfänge im Jahre 1989 gemeint, obwohl da alles angefangen hat.

Es war einmal … das Web

Im März 1989 hatten Tim Berners-Lee und Robert Cailliau das entworfen, was wir heute als selbstverständlich hinnehmen: das Web. Glaubt man verschiedenen Quellen, so beschreibt Berners-Lee es wie folgt:

The WorldWideWeb (W3) is a wide-area hypermedia information retrieval initiative aiming to give universal access to a large universe of documents.

Die Textversion des Proposals sieht übrigens so aus, wie sich das Web damals über viele Jahre hinweg angefühlt hat.

Was damals als System gedacht war, den Austausch von Forschungsergebnissen mit anderen Forschern zu teilen, hat sich in den letzten 25 Jahren zu etwas Größerem gewandelt. Das Web ist mehr als nur eine Infrastruktur, über die sich Menschen und Daten vernetzen können. Das Web ist vielmehr ein Versprechen, eine Idee von Freiheit, die unter anderem von Mozilla in die Welt getragen wird.

Diese Freiheit des Webs mag von vielen Seiten bedroht werden, aber ich bin mir sicher, dass wir immer neue Wege finden werden, sie mit aller Kraft zu verteidigen.

Das Web ist Porno

Wie schon erwähnt – das Web ist weit mehr als das, wofür es ursprünglich einmal gedacht war. Das Web ist natürlich die Basis für den Austausch von Wissen, aber es ist auch eine riesige Unterhaltungsindustrie. Der Streaming-Dienst Netflix alleine war zeitweise für bis zu 40 Prozent des Traffics im Internet verantwortlich – Zahlen, von denen selbst YouTube weit entfernt ist. Hinzu kommen diverse Porno-Websites, die ebenfalls einen nicht unbeachtlichen Anteil des Traffics für sich beanspruchen.

Und Nutzer lieben es, ihre Gefühle durch ein Mem auszudrücken. Sie lieben Bilder von kleinen Kindern wie dem Success Baby. Und sie lieben Katzen – nicht umsonst konnte das icanhaz-Netzwerk bei einem Funding vor ein paar Jahren 30 Millionen US-Dollar aufbringen.

Mode- und Foodblogs lenken uns vom Alltag ab, geben uns Inspirationen für unsere Freizeit und unseren Lebensstil. Und Online-Spiele wie World of Warcraft oder zahllose Browsergames bieten uns Zuflucht aus der Realität.

Am Ende aber ist das Web immer Porno. Zumindest für die Seele.

Das Web ist Technologie

Das Web ist aber auch etwas anderes: Es ist Technologie pur. Und sie muss sich schon lange nicht mehr hinter dem verstecken, was vor ein paar Jahren nur auf dem Desktop möglich war.

In den letzten 25 Jahren hat sich das Web von einem statischen Medium in ein (inter)aktives gewandelt. Websites vereinen die verschiedensten Services zu Diensten, die mit Nutzern interagieren, sie zu einem Teil des Webs werden lassen.

Und diese Technologie ist so mächtig, dass wir sie überall nutzen können. Denn die Zeiten, in denen sich das Web auf den Bildschirmen unserer Desktop-PCs abgespielt hat, sind lange vorbei. Das Web ist auf unseren Telefonen, in unseren Fernsehgeräten, auf Spielekonsolen und bei einigen bereits in alltäglichen Haushaltsgegenständen. Wenn wir uns die Entwicklung ansehen, dann merken wir schnell, dass der Point of no return bereits weit hinter uns liegt.

Und das ist unzähligen Frauen und Männern zu verdanken, die unentwegt und voller Enthusiasmus an der Weiterentwicklung von Technologien arbeiten, die dabei helfen, das Web zu einem noch besseren Ort zu machen.

Happy Birthday, Web!

Aber genug der vielen Worte, denn heute ist es also so weit – die Geburtsstunde des Web war vor ziemlich exakt 25 Jahren. Eigens dazu hat sich das W3C einiges einfallen lassen. So gibt es unter webat25.org eine eigens zum Geburtstag eingerichtete Seite, mit Grußworten zahlreicher bekannter Größen aus dem Webumfeld. Und Berners-Lee richtet sogar ein paar Worte an die Besucher:

Greeting from Web inventor Tim Berners-Lee on the Web’s 25th anniversary from Web25 on Vimeo.

Wir haben Hand in Hand gearbeitet, um das Web zu dem zu machen, was es heute ist – aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Recht hat er.

Doch damit nicht genug, denn auf Twitter ruft das W3C dazu auf, unsere frühesten Erinnerungen an das Web mit der Community zu teilen:

Teilt eure Erinnerungen mit der Welt, erzählt uns, was das Web für euch bedeutet. Und habt dabei immer das Leuchten in den Augen, das die Begeisterung widerspiegelt, die das Web verdient hat. Denn das Web ist so viel mehr, als es ein paar Worte beschreiben können.

Lasst uns heute den 25. Geburtstag des Webs feiern. Lasst uns auf all das zurück blicken, was andere und wir als Kollektiv, das Grenzen und alle Hindernisse überwunden hat, erreicht haben. Und dann lasst uns kräftig mit anpacken.

Die Zukunft kann kommen.

Aufmacherbild: Number twenty-five Golden laurel wreath with the number twenty-five inside von Shutterstock / Urheberrecht: Bertold Werkmann

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