Hat Ballmer wirklich versagt? – Über die Berichterstattung zum Rücktritt des Microsoft-CEO
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Seitdem uns vergangenen Freitag die Kunde von Steve Ballmers baldigem Rücktritt erreichte, überschlägt sich die Medienwelt förmlich. Sie erklärt uns, warum der Microsoft-CEO schon viel früher hätte

Seitdem uns vergangenen Freitag die Kunde von Steve Ballmers baldigem Rücktritt erreichte, überschlägt sich die Medienwelt förmlich. Sie erklärt uns, warum der Microsoft-CEO schon viel früher hätte gehen sollen, welches seine größten Fehler waren und welche Aussprüche er vielleicht doch lieber für sich behalten hätte. Doch nicht nur Ballmer als Person wird kritisiert, sondern auch seine Führungsstrategie, die Microsoft ja angeblich ganz tief in den Abgrund geritten haben soll.

Dass hier von objektiver Berichterstattung schon lange nicht mehr die Rede sein kann, haben Sie sicherlich auch erkannt. Während jedes bedeutsame Ereignis Medienausschläge in sowohl die eine als auch die andere Richtung hervorruft, abhängig davon welche Medien man gerade konsumiert, häufen sich seit dem vergangenen Wochenende allerdings besonders die Berichte, die Steve Ballmer und seinem Führungsstil kritisch gegenüber stehen.

Frank Shaw, Microsofts Vice President of Corporate Communications hat sich die verschiedenen im Umlauf befindlichen Meinungen durchgelesen und entschieden, dass es Zeit für eine Gegendarstellung ist. In seinem Blogpost On Dickens, Rashomon and Twitter kritisiert er stark die voreingenommene Berichterstattung gegenüber Microsofts Noch-CEO.

Er erklärt, dass die Sicht eines Menschen auf ein bestimmtes Ereignis stets davon abhängig ist, durch welchen Rahmen er dieses sieht. Um seine These zu illustrieren, zitiert Shaw den Roman A Tale of Two Cities, verfasst von Charles Dickens im 19. Jahrhundert:

It was the best of times, it was the worst of times, it was the age of wisdom, it was the age of foolishness, it was the epoch of belief, it was the epoch of incredulity, it was the season of Light, it was the season of Darkness, it was the spring of hope, it was the winter of despair, we had everything before us, we had nothing before us.

Genauso wie die erzählte Zeit Dickens einmal als die beste und einmal als die schlechteste bezeichnet wird, gäbe es auch unterschiedliche Ansichten in Bezug auf die aktuelle Marktposition Microsofts, meint Shaw. Während Kritiker nur den Konsumentenmarkt sehen und Microsofts vermeintliches Scheitern auf demselbigen herauf beschwören (den Text, in dem sie dies tun, aber vermutlich in einem Word-Dokument unter Windows 7 oder gar XP verfassen), sieht Microsoft selbst das Gesamtbild und beurteilt es durch den größeren Rahmen. So entstehen zwei entgegengesetzte Sichtweisen:

So when people see the “worst of times” while we see the best still ahead of us, we know it’s simply because we’re not looking through the same frame or the same time horizon.

Da ein Mensch nicht weniger Mensch sei, nur weil er sich an seinen Büroplatz setzt, und Consumer und Business somit untrennbar verbunden seien, sei Microsoft auf dem richtigen Weg. Diesen habe Ballmer als Erster beschritten und man plane derzeit unter keinen Umständen, von ihm abzuweichen. Somit fordert Frank Shaw alle Kritiker implizit dazu auf, doch einmal über ihren Tellerrand und ihren sichtbestimmenden Rahmen hinaus zu sehen.

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