So sieht’s aus

Hauptsache kundenfreundlich und einfach zu konfigurieren
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Flexible Editoren
Damit ist der Webworker immer noch nicht am Ende der Anforderungen. Denn manchmal arbeiten mehrere Leute an einer Webseite, mit unterschiedlichen Fähigkeiten oder unterschiedlichen Positionen

Flexible Editoren

Damit ist der Webworker immer noch nicht am Ende der Anforderungen. Denn manchmal arbeiten mehrere Leute an einer Webseite, mit unterschiedlichen Fähigkeiten oder unterschiedlichen Positionen – Autoren und Redakteure zum Beispiel. Deren Rollen möchte man nicht unbedingt denselben Zugriff auf HTML-Elemente erlauben. Für solche Fälle kann man oft Profile anlegen, die man den Rollen zuweist. Hier kommt es wieder auf das Zusammenspiel zwischen Editor und CMS an. Autoren müssen sich z. B. mit einfachen Textauszeichnungen begnügen, während Redakteure vielleicht zusätzlich Defintionslisten oder Tabellen anlegen dürfen. Hier sollen beiden Rollen unterschiedliche Buttons angezeigt werden, was über jene Profile möglich ist. Neben den Profilen kann es passieren, dass der Editor nicht an jeder Stelle erscheinen soll. Je nach Konfiguration wird jede textarea durch einen Editor ersetzt. Das ist aber nicht in allen Fällen nötig. Bei Kontaktformularen oder einer Shoutbox stört so ein Editor nur. Also muss es Möglichkeiten geben, den Editor bei Bedarf nicht erscheinen zu lassen. Bei den großen Editoren gibt es meistens Optionen, die Sichtbarkeit anhand der ID der textarea und/oder anhand des URL zu regulieren. Auch hier lohnt sich Eigeninitiative nur, wenn das CMS nicht ohnehin darauf eingeht.

Besseres HTML

Einige Editoren prüfen den Quellcode bereits selbst und versuchen, Fehler auszumerzen. Beispielweise können Sie im TiynMCE folgendes Experiment machen: Schalten Sie auf HTML-Code um und tippen fett ein. Klicken Sie auf UPDATE und sehen sich direkt danach noch einmal den Quellcode an. TinyMCE hat Ihren Code in

fett

gändert. Das ist mit Sicherheit der bessere Code, aber TinyMCE stößt irgendwann an seine Grenzen. Das Konstrukt

Das geht so nicht

z. B. wird akzeptiert, auch wenn der Absatz innerhalb der Überschrift nichts zu suchen hat.

Nun können weitere Filter ins Spiel kommen, mit denen das Content-Management-System den Text vor der Ausgabe automatisch bereinigt. Aber auch diese Filter haben Ihre Grenzen. Glücklicherweise gibt es komplexere Filter, die sich hinzufügen lassen. WordPress zum Beispiel nutzt eine eigene Version von kses. Ebenso bieten sich HTML Purifier oder htmLawed an (Vergleich verschiedener HTML-Filter).

Der HTML Purifier etwa macht aus besagtem Code Folgendes:

Geht so nicht

. Das entspricht nun wie gewünscht den Webstandards – und das leere h1 lässt sich auch noch ausfiltern. Überhaupt ist der HTML Purifier extrem weit konfigurierbar – und damit zu Beginn recht unübersichtlich. Dafür gibt es Optionen, unliebsame HTML-Elemente oder Attribute zu filtern, URLs automatisch zu verlinken oder auch das Verlinken von Bildern fremder URLs (Hotlinking) zu verbieten.

Alternativen für eine semantische Auszeichnung

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für einfache Webseiten ohne viele verwirrende Formate ein Editor wie Textile die bessere Wahl ist. Textile ist eine einfache Auszeichnungssprache. Der User gibt beispielsweise in einer Zeile nur h3. Zwischenüberschrift ein und der Editor macht daraus eine Überschrift dritten Grades. Ein *fett* sorgt für ein , ein # für eine nummerierte Liste. Kunden sind auf Anhieb natürlich nicht unbedingt davon angetan. Aber wenn sie sich erst einmal darauf einlassen, setzen sie ihre Texte mit Textile automatisch semantisch richtiger. Mit einem WYSIWYG-Editor schreiben Kunden vielleicht eine Zeile und fetten sie, um sie als Zwischenüberschrift zu markieren, in Textile nutzen sie viel eher eine Anweisung wie h3. zu Beginn der Zeile. Ebenso verhält es sich mit Listen. Auch wenn ein WYSIWYG-Editor die Buttons für Listen bereitstellt, neigen einige Kunden dazu, lieber einzelne Zeilen mit einem Minuszeichen zu Beginn zu schreiben. Mit Textile werden eher * oder # an den Anfang gesetzt, sodass richtige Listen erzeugt werden.

Welcher Editor kommt nun in Frage?

Die Frage lässt sich nicht anhand der einzelnen Editoren beantworten. Es kommt darauf an, welches CMS Sie nutzen, welche Editoren dort ohnehin schon zur Verfügung stehen und ob dort weitere Module auf einen bestimmten Editor ausgerichtet sind. So gibt es für Joomla! mit JCE einen Editor, der auf TinyMCE aufsetzt, aber einige Vorteile besitzt. Zum Beispiel bietet er einen einfacheren Umgang mit Bildern; Videos und Fotos und Verweise auf interne Seiten sind über einen einfachen Dialog möglich. Auch Typo3 bietet mit TinyMCE RTE eine angepasste TinyMCE-Lösung. Es kommt auch darauf an, wie Sie sich selbst mit JavaScript auskennen. TinyMCE, CKEditor und der YUI Rich Text Editor bieten umfangreiche Möglichkeiten zur Konfiguration und Schnittstellen für eigene Erweiterungen. Außerdem stellt sich die Frage, ob es spezielle Anforderungen für den Editor gibt. Bei einem meiner Projekte geht es darum, das Backend barrierefrei einzurichten. In dem Fall setzen wir auf den kleinen Editor Whizzywig, dessen Quellcode für meine Zwecke einfach überschaubarer ist. Im Zweifel fahren Sie mit den beiden großen Editoren FCKEditor und TinyMCE schon ganz gut. Insbesondere, wenn sie Ihnen Filter wie den HTML Purifier oder HtmLawed an die Seite stellen.

Nicolai SchwarzNicolai Schwarz arbeitet als selbstständiger Designer und Webentwickler unter dem Namen „textformer mediendesign“ in Dortmund. Das CMS seiner Wahl ist Drupal, das er je nach Bedarf mit TinyMCE, FCKEditor oder auch einem aufgebohrten Whizzywig betreibt. Nebenbei ist er Redakteur und Autor bei pisto-magazin.de und webkrauts.de.

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