BASTA! 2014 Countdown

HTML5 und JavaScript durchbrechen die Grenzen der Softwareentwicklung
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Write once, run anywhere – was einst als Slogan der Programmiersprache Java galt, ist mittlerweile fast schon Realität geworden. Maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt sind die beiden Sprachen HTML5 und JavaScript, die die Cross-Plattform-Entwicklung für verschiedene Geräte überhaupt erst möglich machen. Auf der BASTA! 2014 wird Gregor Biswanger (CleverSocial.de) den Teilnehmern erklären, wie sie mit nur einer Technologienkombination gleich alle wichtigen Plattformen abdecken können. Im Rahmen unseres BASTA!-Countdowns hat er uns bereits im Vorfeld einige Fragen beantwortet.

Windows Developer: Auf der BASTA! 2014 hältst du eine Session zur Cross-Plattform-Entwicklung, einem Thema, dem in letzter Zeit immer mehr Bedeutung zukommt. Woran liegt das?

Gregor Biswanger: Die Welt orientiert sich immer weiter in Richtung mobiler Geräte, ganz gleichgültig ob im privaten oder im geschäftlichen Bereich. Vor sechs Jahren gab es noch keine Smartphones und keine wirklich ausgereiften Tablets – so werden wir auch in den kommenden sechs Jahren wieder eine enorme Weiterentwicklung spüren. Kleidung, Uhren und Brillen werden künftig miteinander vernetzt und lösen unterschiedliche Probleme, die auf den ersten Blick gar nicht erdenklich gewesen wären.

Welcher Hersteller dabei der Gewinner sein wird, lässt sich derzeit nur schwer ermitteln. Wir Softwareentwickler ermöglichen den großen Mehrwert zwar erst, werden aber durch den Konkurrenzkampf unter den Herstellern hin und her gerissen. Egal aus welcher Plattformkultur ein Entwickler aber stammt – sein Hauptziel ist meist, seine Lösung jedem interessierten Nutzer zugänglich zu machen und zwar ohne zusätzlichen Aufwand. Und genau das ist der Grund, weshalb das Thema Cross-Plattform-Entwicklung immer wichtiger wird.

Windows Developer: Fasse doch mal kurz zusammen, welches die wichtigsten Faktoren sind, die es bei der Cross-Plattform-Entwicklung zu berücksichtigen gilt.

Gregor Biswanger: Die erste Frage muss immer lauten: Wird die Lösung als native App oder als Web-App benötigt? Weiterhin muss man sich folgende Fragen stellen: Wird für die eigene Lösung viel Energie beansprucht? Stehen während der Entwicklung unterschiedliche Geräte zur Verfügung? Welche plattformspezifischen Schnittstellen sollen beachtet werden? Je nachdem, wie man diese Fragen beantwortet, wird schließlich die passende Lösung gefunden. Ohne diese Vorüberlegungen zu beginnen, kann auf der anderen Seite schmerzlich enden.

BASTA! 2014

Jede Menge spannende Sessions rund um .NET, Windows und JavaScript gibt es auf der BASTA!, die vom 22. bis zum 26. September in der Mainzer Rheingoldhalle stattfindet und mit über 130 Sessions, Workshops und Keynotes aufwartet. Als Teilnehmer kann man zusätzlich auch die Sessions der gleichzeitig stattfindenden ALM today kostenlos besuchen.

Cross-Plattform-Entwicklung mit HTML5 und JavaScript

Windows Developer: In deiner Session zeigst du, wie man Cross-Plattform-Apps mit HTML5 und JavaScript entwickelt. Wieso eignen sich diese beiden Sprachen besonders?

Gregor Biswanger: HTML5 und JavaScript laufen auf allen gängigen Geräten und Plattformen, außerdem sind diese Technologien sehr leichtgewichtig und kaum durch Grenzen eingeschränkt: Man kann mit ihnen auf die Hardware zugreifen, Multimedia-Inhalte einsetzen, 3-D-Inhalte hochperformant rendern, seine Arbeit offline synchronisieren und vieles mehr. Web-Entwickler machen ganze 70 Prozent der weltweiten Entwickler-Community aus und mit Hilfe von HTML5 und JavaScript können sie ihren Code auch noch auf allen gängigen Geräten zur Verfügung stellen.

Windows Developer: Dabei kommt das Intel XDK zum Einsatz. Was ist das genau?

Gregor Biswanger: Das Intel XDK ist eine kostenlose Komplettlösung zur Cross-Plattform-Entwicklung. Es besteht aus unterschiedlichen Open-Source-Lösungen und baut auf Apache Cordova auf. Geboten wird beispielsweise ein Code-Editor, ein Designer, Emulatoren, ein Profiler und kostenlose Cloud-Compiler. Besonders hervorzuheben ist die Interoperabilität des Intel XDK, so kann man bei Bedarf auch ganz einfach seinen Lieblingseditor benutzen.

Windows Developer: Würdest du auch den klassischen .NET-Entwicklern empfehlen, sich mit HTML5 und JavaScript zu beschäftigen? Wenn ja, wieso?

Gregor Biswanger: Das .NET-Framework wird als Backend in der Cloud als Backend immer eine wichtige Rolle spielen. Möchte man aber die Grenzen der Softwareentwicklung durchbrechen, ist HTML5 eine sehr praktische und angenehme Lösung. Möchte man ausschließlich Windows-Geräte ansprechen, sollte man auf jeden Fall den nativen Weg wählen – sprich: mit Visual Studio, C# und XAML arbeiten. Wenn das allerdings nicht der Fall ist und sich viel zusätzliche Abhängigkeiten und Aufwand ersparen möchte, wird man an HTML5 und JavaScript nicht vorbei kommen.

Windows Developer: Vielen Dank für das Gespräch, Gregor.

© Gregor Biswanger

Gregor Biswanger (Microsoft MVP für Client App Dev) ist Gründer von CleverSocial.de und freier Consultant, Trainer, Autor und Speaker. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der .NET-Architektur, agilen Prozessen, XAML, Web und Cloud. Zu diesen Themen veröffentlicht er regelmäßig Videotrainings bei video2brain. Biswanger ist auch im Auftrag von Intel GmbH als Technologieberater für die Intel Developer Zone aktiv und ist Leader bei der INdotNET (Ingolstädter .NET Developers Group). Sie erreichen seinen Blog unter dotnet-blog.net

Aufmacherbild: Silhouette of free man. Conceptual composition. von Shutterstock / Urheberrecht: djgis

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