HTTP/2 im neuen Internet Explorer
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Microsoft hat die Unterstützung von HTTP/2 mit der neuen Version des Internet Explorers angekündigt, die das Unternehmen mit Windows 10 ausliefern wird. Schon jetzt kann ein erster Stand des Internet

Microsoft hat die Unterstützung von HTTP/2 mit der neuen Version des Internet Explorers angekündigt, die das Unternehmen mit Windows 10 ausliefern wird. Schon jetzt kann ein erster Stand des Internet Explorers in der Windows 10 Technical Preview ausprobiert werden. Als aktives Mitglied der IETF HTTPbis Working Group möchte Microsoft dabei helfen, diesen neuen Webstandard weiterzuentwickeln und in schließlich zeitnah in seine Produkte zu integrieren.

Welche Intention hat Microsoft?

In einer Mobile-First-Welt, in der Kommunikation immer mehr in Echtzeit durchgeführt wird, scheint Microsoft nicht wieder den Zug verpassen zu wollen und mischt dieses Mal von Anfang an mit. Mit Windows und Windows Phone 8.1 begann Microsoft die Arbeit an den neuen Protokollen. Für diese Betriebssysteme implementierte der Konzern das experimentelle SPDY-3.0-Protokoll und betrachtet dies als Vorarbeit zur Implementierung von HTTP/2. In zukünftigen Versionen der Windows-Betriebssysteme wird Microsoft das SPDY-Protokoll nicht mehr unterstützen. Der Konzern setzt zukünftig vollständig auf HTTP/2.

Vorteile von HTTP/2

HTTP/2 arbeitet im Gegensatz zu HTTP/1.1 schneller und ressourcenschonender. Für den Aufbau einer Webseite sind verschiedene Anforderungen vom Browser an den Server notwendig. Beispielsweise werden HTML-Seiten, JavaScript-, CSS- und Bild-Dateien mitunter aus den verschiedensten Quellen im Web geladen. Mit HTTP/1.1 muss der Browser aber warten, bis ein Request von Server abgearbeitet wurde und kann dann erst den nächsten Request losschicken. Dieses Vorgehen kostet Zeit und Ressourcen.

HTTP/2 versucht im Gegensatz dazu, die vollständige Bandbreite der Anbindung auszunutzen, um schneller und effizienter zu arbeiten. Dabei benutzt das Protokoll langlebige Verbindungen und Multiplexing. Multiplexing ermöglicht das Kombinieren von mehreren Requests auf nur einer Verbindung. Weitere Eigenschaften des Protokolls, wie z.B. Server Push und Request Dependencies, sollen ebenfalls die Effizienz des Protokolls verbessern.

HTTP/2 wurde von Anfang an so konzipiert, dass es vollständig rückwärtskompatibel zu HTTP/1.1 ist. Sollte diese Zielstellung in den finalen Implementierungen der Browser erreicht werden, sind keine Anpassungen von Anwendungen und Webseiten durch Entwickler nötig.

Durch die Reduzierung von Anfragen an Server und der damit einhergehenden Reduzierung der Verbindungen nimmt das HTTP/2-Protokoll sehr viel Last aus unseren Netzen. Davon verspricht man sich schnellere und zuverlässiger arbeitende Netzwerke, was angesichts der rapiden Zunahme der Kommunikation im Web unabkömmlich ist.

Zusätzlich macht das effiziente Modell des Protokolls die Performancebeeinträchtigungen durch den Einsatz von TLS etwas mehr vernachlässigbar. Der Einsatz von TLS wird somit für eine größere Zahl an Webseiten und Webanwendungen möglich. 

Neuer Internet Explorer: ein erster Test

Mit der Windows 10 Technical Preview liefert Microsoft die neue Version des Internet Explorers aus, die das HTTP/2-Protokoll unterstützt. Weiterhin unterstützt auch die neue Version des IIS in der Windows 10 Preview das HTTP/2-Protokoll. Die vollständige Kommunikation kann also mit der Preview Ende-zu-Ende getestet werden. Möchte man das ausprobieren, schlägt Microsoft vor, die Entwicklertools mit der Windows 10 Technical Preview zu verwenden, das Tracing zu aktivieren und dann Seiten aufzurufen, die HTTP/2 unterstützen. Eigene Seiten können, wie oben erwähnt, mit dem IIS zur Verfügung gestellt werden. Aufgerufene Seiten müssen den HTTP/2 Draft-14 des Protokolls unterstützen. Auf GitHub finden Sie einige Seiten, die das neue Protokoll unterstützen.

Aufmacherbild: Futuristic Technology with a Digital Web Art von Shutterstock / Urheberrecht: kentoh

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