IoTCon 2014: Oliver Wolf im Countdown-Interview

Hypermedia Web APIs im Internet of Things
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Im Internet of Things geht es schon jetzt hoch her: Ständig kommen neue Geräte hinzu oder werden ausgetauscht, und jedes bringt seine eigenen Fähigkeiten mit. Wie soll man bei der hohen Fluktuation noch wissen, auf welche Einheiten man zugreifen kann? Und was damit alles möglich ist? Hypermedia-getriebene REST-APIs könnten hier Ordnung ins Chaos bringen, findet Oliver Wolf, der in zwei Wochen auf der Internet of Things Conference in Berlin zu Gast sein wird. Wann er den Einsatz von Hypermedia für sinnvoll hält, hat er uns im Interview verraten.

Wann war Ihre erste Begegnung mit dem Idee oder dem Konzept IoT/Internet der Dinge?

Wolf: Ich habe vor vielen Jahren im Rahmen meiner damaligen Tätigkeit für einen großen Logistikkonzern ein wenig Berührung mit RFID und der Idee „intelligenter“ Paketsendungen gehabt. Das ist vielleicht nicht unbedingt das IoT, wie wir es heute definieren würden, aber der Gedanke hat mich damals fasziniert. 

Internet of Things ConferenceAuch auf der Internet of Things Conference (IoTCon) vom 1.-3. September in Berlin spricht Oliver Wolf über „Hypermedia APIs für das Internet of Things.“ Mehr Informationen zur Konferenz unter http://iotcon.de.

Was fasziniert Sie an diesem Trend?

Wolf: Ich bin von meiner Ausbildung her technischer Informatiker, daher habe ich mich immer schon auch für Hardware interessiert. In der Praxis habe ich aber, wie wohl die meisten von uns, bisher  vorwiegend mit Software zu tun gehabt. Insofern fasziniert mich ganz persönlich daran am meisten, dass das, was wir mit Software tun, einen Effekt in der realen Welt hat und umgekehrt Ereignisse in der realen Welt das Verhalten unserer Software beeinflussen – quasi „IT zum Anfassen“.

Halten Sie den aktuellen Hype um das IoT für übertrieben? 

Wolf: Jeder IT-Hype ist übertrieben – das ist ja gewissermaßen die Definition von „Hype“. Ich bin aber überzeugt davon, dass das, was wir gerade erleben, tatsächlich die zarten Anfänge von etwas sind, was unser aller Leben verändern wird – hoffentlich überwiegend in positiver Hinsicht.

Die größten Herausforderungen im Datenschutz und in der Absicherung gegen Missbrauch.

Wo sehen Sie aktuell noch die größten Herausforderungen auf dem Weg zur Umsetzung? 

Wolf: Technisch mache ich mir beim derzeitigen Innovationstempo keine Sorgen, dass alle Herausforderungen auf dem Weg zur Umsetzung schnell gelöst werden können. Allerdings liefert die totale Vernetzung und Öffnung einer unüberschaubaren Vielzahl von intelligenten „Dingen“ in der realen Welt eine gigantische Angriffsfläche für Kriminelle, während die eigentlich notwendigen Sicherheitsmechanismen noch nicht zur Verfügung stehen bzw. noch nicht sinnvoll angewendet werden. Daher sehe ich aktuell und auch in Zukunft die größten Herausforderungen im Datenschutz und in der Absicherung gegen Missbrauch.

In welchen Situationen empfehlen Sie den Einsatz von Hypermedia APIs im IoT?

Wolf: Hypermedia APIs sind immer dann besonders sinnvoll, wenn eine größtmögliche Entkopplung zwischen Anbietern und Nutzern dieser API gefordert ist, die Nutzer also möglichst wenig Wissen über das System haben müssen, mit dem sie über die API interagieren. Genau diese Situation finden wir im IoT oft vor.

Nehmen wir als einfaches Beispiel das Smart Home: hier kann es eine Vielzahl von Geräten wie Leuchten, Heizungsregler, Unterhaltungselektronik etc. mit verschiedensten Fähigkeiten und Interaktionsmöglichkeiten geben. Möchte man nun ein Web API zur Verfügung stellen, über das möglichst generische Client-Anwendungen dieses Smart Home steuern sollen, ist Hypermedia aus meiner Sicht das Mittel der Wahl.

Oliver WolfOliver Wolf arbeitet als Principal Consultant bei innoQ und beschäftigt sich dort primär mit Architekturthemen, agiler Softwarentwicklung und Hypermedia. Zuvor war er war bei verschiedenen Unternehmen unter anderem als technischer Produktmanager, Chefarchitekt, Teamleiter und Softwareentwickler tätig.

Wo bestehen Einschränkungen bei Hypermediaformaten?

Wolf: Die wesentliche Einschränkung – wenn man das so nennen möchte – ist sicherlich die Tatsache, dass es bisher in diesem Bereich keine wirklichen Standards gibt. Es gibt natürlich einige Formate (wie z. B. HAL oder JSON+Collection), die inzwischen recht verbreitet sind, aber praktisch wöchentlich kommen neue Vorschläge dazu, die in der entsprechenden Community lebhaft diskutiert werden. Ich persönlich empfinde das in der Praxis nicht als Problem, aber es gibt durchaus konservativ eingestellte Unternehmen, die diese Situation als mangelnde Reife dieser Technologie auslegen und sich noch eher abwartend verhalten.

Die wesentliche Einschränkung ist die Tatsache, dass es bisher in diesem Bereich keine wirklichen Standards gibt.

Vielen Dank für das Interview!

Aufmacherbild:

world map technology style against fiber optic background von shutterstock.com / Urheberrecht: asharkyu 

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