In der Kürze liegt die Würze (Teil 2)
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DLR-Unterstützung

Die mit .NET Framework 4.0 verfügbar Dynamic Language Runtime (DLR) eingeführten dynamischen Objekte, wie sie z. B. auch in Iron Python zum Einsatz kommen, werden ebenfalls entsprechend

DLR-Unterstützung

Die mit .NET Framework 4.0 verfügbar Dynamic Language Runtime (DLR) eingeführten dynamischen Objekte, wie sie z. B. auch in Iron Python zum Einsatz kommen, werden ebenfalls entsprechend von der VB.NET-10-Sprache unterstützt. DLR ist an dieser Stelle viel zu umfangreich und komplex für eine Übersicht, sodass ein Hinweis auf die MSDN-Onlinedokumentation gestattet sei, wo Sie ein interessantes und ausführliches Beispiel finden.

Ko- und Kontravarianz

Um die Ko- und Kontravarianz, die zum .NET Framework 4.0 gehört, auch in VB.NET verwenden zu können, werden die beiden Schlüsselwörter In und Out für generische Schnittstellen und Delegate eingeführt. Kurz: Covarianz (Out) erlaubt die umfangreichere Verwendung abgeleiteter Typen, als es der generische Parameter angibt. Kontravarianz (In) hingegen erlaubt nur eine eingeschränkte Verwendung. Beides zusammen gestattet größere Flexibilität:

Interface IVariant(Of Out T1, In T2)
    Function Berechne() As T1
    Sub MachWasAnderes(ByVal sampleArg As T2))
    Function BerechneEtwasAnderes(ByVal sampleArg As T2)) As T1
End Interface  

In der Ausgabe 12.2009 des dot.NET Magazins finden Sie ab Seite 20 einen ausführlichen Artikel zu diesem Feature.

Compiler-Schalter „/langversion“ zur Festlegung der Programmversion

Mit dem neuen Compiler-Schalter /langversion kann die zu verwendende VB.NET-Version angegeben werden. Direkt und explizit geschieht dies über die Kommandozeile vbc /langversion:9.0 MeinCode.vb. Implizit erledigt Visual Studio dies automatisch durch die Angabe der gewünschten Zielversionen der .NET Frameworks des Projekts.

Hervorheben von Referenzen

Der VB.NET-Editor ermöglicht das automatische Anzeigen aller Vorkommen eines Bezeichners, wenn dieser zuvor markiert wurde. Um von einem Vorkommen zum nächsten zu navigieren, können im Standard die Tastenkombinationen STRG+SHIFT+PFEIL NACH UNTEN oder STRG+SHIFT+PFEIL NACH OBEN verwendet werden:

Alle Referenzen werden hervorgehoben
Alle Referenzen werden hervorgehoben

Dieses Feature kann in den Einstellungen (MENÜ TOOLS | TEXT EDITOR unter BASIC | VB SPECIFIC mit der Einstellung Enable highlighting of references and keywords) (de-)aktiviert werden.

Erstellen von Klassen und Mitgliedern durch deren Verwendung

Vorgezogene Verwendung (Generate from Usage) von Klassen und deren Mitgliedern basiert auf dem Gedanken, dass der Code für die Verwendung einer Klasse oder eines Mitglieds vor dessen Implementierung erfolgt. In einem solchen Fall kann Visual Studio 2010 ein entsprechendes Grundgerüst (Stub) erzeugen, sodass eine Kompilierung erstmal möglich ist. Ist eine Klasse oder ein Mitglied unbekannt, so wird es mit einer blauen Wellenlinie unterstrichen (Abb. 2). Mit STRG + . können die zur Verfügung stehenden „Smart Tags“ eingeblendet werden, von denen der gewünschte mit den Cursortasten und Return ausgewählt werden kann.

Die Smart Tags, die für eine noch nicht definierte Klasse zur Verfügung stehen
Die Smart Tags, die für eine noch nicht definierte Klasse zur Verfügung stehen

Auf diese Weise können Stubs für die folgenden Elemente erstellt werden:

  • Klassen und Typen
  • Eigenschaften
  • Methoden (Subs und Function)

Mit ein wenig Übung geht dieses Vorgehen recht einfach von der Hand, sodass es beim Schreiben von Code nicht nötig ist, nach der Maus zu greifen.

IntelliSense Suggestion Mode

Auch die IntelliSense-Funktion wurde um einen Modus erweitert. Kann sie bis dato nur die Vervollständigung (Completion Mode), beherrscht sie nun auch einen Suggestion Mode, der versucht zu erraten, wie eine Klasse/ein Mitglied heißt. Dies ist sinnvoll, wenn Code geschrieben wird, bevor diese Klasse oder das Mitglied angelegt wurde. Mit STRG+ALT+LEERTASTE kann zwischen beiden Modi umgeschaltet werden.

Im Englischen scheint der IntelliSense Suggestion Mode ganz gut zu klappen
Im Englischen scheint der IntelliSense Suggestion Mode ganz gut zu klappen

Es bleibt zu hoffen, dass Microsoft diese Funktion nicht lokalisiert, da sich auch außerhalb des englischen Sprachraums englischsprachige Bezeichner durchaus einer gewissen Beliebtheit erfreuen.

Fazit

Damit sind die Neuerungen für VB.NET 10 in aller Kürze vorgestellt. Dabei sind alle wichtigen Features sowohl für die Sprache als auch für den VB.NET-Editor vorgestellt und kurz beleuchtet worden. Allein die automatische Zeilenfortsetzung und die Vereinfachung von Eigenschaften und der Initialisierung von Auflistungen sind Features, an die man sich schnell gewöhnen kann. Aber testen sie es selbst. Das aktuelle Beta 2 von Visual Studio 2010 und VB.NET 10 finden auf der VS 2010-Seite.

Thorsten Kansy ist als unabhängiger Softwarearchitekt, Entwickler und Trainer für seine Kunden tätig. Wenn es seine Zeit zulässt, schreibt er zudem Bücher und Artikel rund um „seine“ Spezialthemen: Die Entwicklung komplexer Anwendungen mit .NET im Microsoft-Serverumfeld, insbesondere SQL Server. Er ist als MCSD.NET, MCSD, MCPD, MCTS, MCT, MCDBA zertifiziert und sowohl in den Sprachen C# als auch VB.NET zu Hause. Sie erreichen ihn unter tkansy@dotnetconsulting.
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