Meine Seite weltweit …

Internationale Rollout-Strategien für internationale Webauftritte
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Vorbei die Zeit, in der nur riesige, internationale Konzerne und Agenturen Interesse an einer weltweit vernetzten Webseite hatten. Heute können international tätige Firmen einen entsprechenden Auftritt mit ihrer Agentur vor Ort und mit einer entsprechenden Open-Source-Lösung ganz einfach selbst erstellen, ausrollen und verwalten. Aber Halt! Ganz so einfach ist es am Ende doch nicht. Dieser Artikel hilft, Fragen rechtzeitig zu stellen und Fehler zu vermeiden.

PHP Magazin

Der Artikel „Meine Seite weltweit .“ von Till Kubelke ist erstmalig erschienen im PHP Magazin 3.2012.

Dieser Artikel schließt an den Artikel „Do you speak %lang%?“ mit dem Thema Zend_Translate aus dem PHP Magazin 4.2011 an. Darin wurden der Umgang mit Zend_Translate, der Unterschied zwischen Content- und Interfacesprache sowie die verschiedenen Möglichkeiten zur Verwaltung von Übersetzungsdateien erläutert.

Die darin behandelten Themen werden für diesen Artikel vorausgesetzt. Genau wie der Artikel zum Thema Zend_Translate ist auch dieser weniger technisch am Beispiel konkreter Codes aufgebaut, sondern beschreibt das Thema zunächst konzeptionell. Alle Beispiele werden jedoch im Kontext des Zend Framework erklärt und durch ein konkretes Beispiel mit dem RedSpark Application Framework abgerundet.

Ausgangssituation

Ein international tätiges Unternehmen ist mit seinen Onlineaktivitäten unzufrieden. Aktuell werden die verschiedenen Regionen von unterschiedlichen Dienstleistern betreut und die Länderseiten weitestgehend unabhängig voneinander gepflegt. Einige Regionen nutzen diese Freiheit und sollen aktiv in die neue Struktur eingebunden werden, andere wiederum würden gerne mehr Daten aus der englischen Seite übernehmen, da dann nur vereinzelt eigene Inhalte gepflegt werden müssen.

Aus zentraler Sicht betrachtet, erscheinen die Auftritte zudem nicht aus einem Guss. Es müssen viele Entscheidungen mehrfach separat getroffen und entsprechend auch getrennt umgesetzt werden. Ziel ist es, den neuen Auftritt zentral aus einer Hand aufzubauen, die Länder gezielt auszurollen und je nach Wunsch mit den nötigen Freiheitsgraden auszustatten. Darüber hinaus sollen Synergieeffekte genutzt werden, indem Inhalte und Funktionen länderübergreifend wiederverwendet werden können.

Vorbereitung

Bevor die Umsetzung oder auch nur die konkrete technische Planung angegangen werden kann, beginnt die eigentlich entscheidende Arbeit beim Festlegen verschiedener Parameter. Es gilt also zunächst, die richtigen Fragen zu stellen.

Die hier getroffenen Entscheidungen können bei späteren Rollouts leicht zum zigfachen Aufwand bei der Content-Pflege oder zu Problemen bei individuellen Anpassungen für einzelne Länder führen. Folgende Fragen sollten zunächst geklärt werden:

  • Welche Freiheitsgrade werden für welche Länder benötigt?
  • Dürfen Länder nur Texte übersetzen oder sollen sie den Auftritt weiter individualisieren können?
  • Soll es eine zentrale Master-Version geben, über die neue Inhalte und Strukturen an die Märkte gegeben werden?
  • Soll diese Version z. B. per .com-Domain veröffentlicht oder nur intern genutzt werden?
  • Erfolgt die Texterstellung zentral?
  • Erfolgt die Textpflege zentral?
  • Benötigen die Länder Seiten und/oder andere Daten, die nicht in der Master-Version vorgesehen sind?
  • Verwenden alle Versionen die gleichen Seitenvorlagen/-Templates?
  • Gibt es eine Community oder ist eine Userregistrierung geplant?
  • Gibt es oder wird es in Zukunft Inhalte geben, die durch Internetuser erstellt werden?

Die Antworten auf diese Fragen helfen bei der Entscheidung hinsichtlich der im Folgenden vorgestellten Szenarien. Die Szenarien beziehen sich dabei auf die Verknüpfung und speziell die Vererbung der Daten zwischen Ländern, Sprachen und Regionen. Alle Szenarien gehen zunächst von einer englischen Master-Version aus.

Wichtig ist, dass diese bei Erstellung der ersten anderssprachigen Version bereits vollständig fertiggestellt und wenn möglich vom Kunden freigegeben ist, da die spätere Übernahme weiterer Änderungen des Masters in die abgeleiteten Sprachen aufwendiger ist, als das bei einem ersten Rollout zu tun.

Zusätzlich muss bei der Auswahl der Strategien zwischen unterschiedlichen Inhaltsformen unterschieden werden, die nicht immer alle in gleicher Form behandelt werden. Als Inhaltsformen sind Seiten- und Template-Struktur, Inhalte, Medien und sonstige Elemente wie Inhalte aus Extensions (etwa Fragen/Antworten/FAQ oder Kontaktformular) zu nennen.

Weitere Themen der folgenden Seiten:


  • Szenario 1: Kompletter Klon des Masters
  • Szenario 2: Klon ohne Inhaltsverknüpfung
  • Szenario 3: Unabhängiger Klon des Masters
  • Szenario 4: Klon mit teilweiser Inhaltsverknüpfung
  • Umgang mit Änderungen
  • Systemtexte
  • Ausgabe im Frontend
  • Nutzer über Ländergrenzen hinweg
  • Welche Communityform?
  • Ein Beispiel mit RedSpark
  • Fazit
  • Autorenkasten
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