Internet of Things – Es braucht Standards!
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„Interoperability“ also die Möglichkeit mehrere verschieden Geräte interagieren und zusammenarbeiten zu lassen wird immer wichtiger im IoT-Universum. Ebenso die Möglichkeit die Devices mit der Cloud zu verbinden. Diese Meinung vertritt Michael Koster, Mitglied des Internet of Things Council, im Gespräch mit der Website Make.

Laut Koster unterstützen viele IoT-Geräte und Lösungen genau diese „Interoperability“ nicht. Eine Verbindung der Geräte untereinander scheitert meist daran, dass sie nicht auf einem kompatiblen Standard aufsetzen. Experimentierfreudige Bastler stoßen häufig auf solche Probleme, wenn sie verschiedene IoT-Lösungen integrieren und managen möchten.

Zum jetzigen Zeitpunkt erinnere das Internet of Things, so Koster, ein wenig an die frühen Tage des Internets, an die Zeiten vor dem Web, vor der Erfindung von Hyperlinks, HTML und HTTP. Es gebe keine allgemein gültigen Methoden, um zu interagieren. Aber genau das wird gebraucht: ein IoT-Standard für die Interaktion zwischen Maschinen, ihren Netzwerken, Sensoren und Protokollen.

Doch wo beginnt man? Für Koster und seine Partner liegt der Schlüssel im Aufbau einer Community, Interoperabilität und im Open-Source-Gedanken, um den Aufbau von Wissen zu fördern und das Bewusstsein für Probleme und deren Lösung zu schaffen.

Kosters Ansatz leuchtet ein: eine Art „bottom up“ Grassroots-Bewegung, die darauf hinarbeitet, dem Internet of Things einen Web-Charakter zu verleihen. Denn geht es um IoT reden zwar viele von einer umfassenden Verknüpfung von „physischen Objekten“, doch die jüngste Vergangenheit zeigt, dass es viele IoT-Ökosysteme gibt, die untereinander nicht kompatibel sind und nicht miteinander kommunizieren können. Ein „bottom up“-Ansatz soll genau diese verhindern. Statt eines Standards, der „top down“ (von Unternehmen) oktroyiert wird, soll es einen groben Community-Konsens (Maker, Entwickler, DIY, Futuristen, Unternehmer, Hacker) geben, der freies Coden begünstigt und dadurch innovative Lösungen fördert.

Mit dem Internet of Things Toolkit existiert bereits ein Open-Source-Projekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, ein Toolset für den Bau von Multi-Protokoll-Gateways für Internet-of-Things-Anwendungen zu entwickeln. Schon jetzt kann man eine interessante Schnittstelle vorweisen, das Smart Object API, die Open-Source-Referenz-Implementation eines RESTful API.

The IoT landscape is a mess!

Einen ganz ähnlichen Standpunkt wie Michael Koster vertritt Antony Passemard auf seinem Blog Entrepreneurship Talk im Beitrag „The Internet of Things Protocol stack – from sensors to business value“. Ihm zufolge besitzt das Internet of Things zwar das Potenzial eine neue Ära einzuläuten, die die Welt stärker verändern wird als das Internet vor 15 bis 20 Jahren. Doch abseits von allen XXL-Wachstumsprognosen für die IoT-Branche gäbe es einen großen Haken: die Standardisierung.

Denn laut Passemard ist die IoT-Welt von Chaos geprägt:

The IoT landscape is a mess! Too many protocols, too many wannabe standards, too many revolutions.

Zu viele Protokolle, zu viele Möchtegern-Standards, zu viele „Revolutionen“. Kurzum: Aufgrund der Fragmentierung an vielen Bereichen herrscht in der IoT –Landschaft ein großes Durcheinander.

Für einen besseren Überblick im IoT-Protokoll-Dschungel hat Passemard ein Diagramm erstellt, das verschiedene Schichten von IoT-Architekturen und die jeweils einsetzbaren Technologien abbildet – von der Konnektivität bis hin zu Unternehmensanwendungen, die aus den gesammelten Daten Wert schöpfen.

Protocol landscape for IoT von Antony passemard (Quelle: http://entrepreneurshiptalk.wordpress.com/2014/01/29/the-internet-of-thing-protocol-stack-from-sensors-to-business-value/).

Wer möchte kann bei der Weiterentwicklung des Diagramms helfen und dem Autor per Kommentarfunktion auf seinem Blog Tipps geben.

Fazit

Man darf gespannt sein, welche Entwicklung das Internet of Things nimmt. Ich bin mehr als skeptisch, dass es ähnliche Voraussetzungen vorfindet wie seinerzeit Tim Berners-Lee, als er den Grundstein für das World Wide Web legte.

Denn während damals niemand so richtig realisierte, welches wirtschaftliche Potenzial im WWW schlummert, übertreffen sich derzeit Analysten mit IoT-Wachstumsprognosen und prophezeien der Branche goldene Zeiten. Deshalb ist es fraglich, ob die Industrie der Idee eines gemeinsamen Standards folgen wird. Angesichts der riesigen Geldsummen, die angeblich verdient werden können, muss man befürchten, dass viele ihr eigenes Süppchen kochen werden, um schnellstmöglich Profit abzuschöpfen. Der Entwicklung des Internet of Things als großes Ganzes wird das hingegen nicht gut tun.

MobileTech Conference mit Internet of Things Sessions

Hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Auch auf der MobileTech Conference, die vom 17. bis 20. März in München stattfinden wird, spielt das Internet of Things eine wichtige Rolle. Unter anderem gibt Sven Haiges in seiner Session „Internet of Things“ einen Überblcik zum Thema IoT, den Entwickler-Boards, den Technologien und den besonders spannenden Ideen. Lars Gregori beschäftigt sich in seiner Session „Vom Widerstand zum Arduino“ mit dem gleichnamigen Einplatinencomputer und Thomas Amberg erklärt in „Connectivity – wie bringt man dier Elektronik online“, wie Arduino oder Raspberry Pi ans Internet kommen.

Wie immer könne alle, die sich bereits jetzt entscheiden, ihre Teilnahme zu buchen, jede Menge Geld sparen: Wer sich bis 20. Februar für drei oder mehr Tage anmeldet, erhält das Intellibook-Tablet mit Android-OS, 8-Zoll-HD-Touch-Display, Dual-Core 1,5GHz Prozessor, 1GB RAM und 8GB internem Speicher gratis dazu. Hier alle Frühbucherkonditionen im Überblick:

mobiletechcon_early_bird 

Aufmacherbild: INTERNET OF THINGS | Concept Wallpaper Foto via Shutterstock / Urheberrecht: PlusONE

 

 

 

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