Yasmine Limberger über Karriereplanung im IT-Fachbereich, Web 2.0 am Arbeitsplatz und den "IT Survival Guide" – ihr neues Buch.

Interview Auf das Thema Social Computing müssen sich Unternehmen und Mitarbeiter einstellen.
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Bei der BASTA! 2010 in Mainz hatten wir die Gelegenheit mit Yasmine Limberger, unserer Expertin, was Karriereplanung und –tipps angeht zu sprechen. In dem Gespräch ging es vor allem darum, wie man das Web 2.0 sinnvoll als Karrieresprungbrett nutzen kann, welche Möglichkeiten sich aus einem gut gepflegten Karrierenetzwerk ergeben und vieles mehr.

dot.NET Magazin: Hallo Yasmine. Die Leser des dot.NET Magazins werden Dich inzwischen kennen, denn schon seit einigen Jahren begleitet uns Deine Kolumne mit Karrieretipps. Aber was machst Du, wenn Du nicht gerade die Kolumne schreibst?

Yasmine Limberger: Ich bin Dipl. Betriebswirtin und arbeite seit mehr als 12 Jahren im IT-Beratungsumfeld. Angefangen habe ich bei der Unternehmensberatung Accenture im Recruiting und als Accenture und Microsoft dann im Jahr 2000 Avanade gegründet haben, bin ich zu diesem Joint Venture gewechselt und habe dort den Aufbau der Mitarbeiter sozusagen von Null an sozusagen begleitet. Heute bin ich bei Avanade in Kronberg verantwortlich für das Personalmarketing und gebe nebenbei gelegentlich noch verschiedene Softskill Trainings. Privat bin ich vor allem leidenschaftliche Mutter und wandere mit meiner Familie gerne im Taunus oder auch in den Alpen umher. Außerdem arbeite ich nebenbei noch als Fitness Trainerin.

Schon seit 2006 gibst Du den Lesern des dot.NET Magazins monatlich Karrieretipps mit auf den Weg. Woher nimmst Du immer wieder die neuen Ideen?

Die Ideen kommen aus dem Alltag. Aus Gesprächen mit Kollegen, Bewerbern, Freunden oder Bekannten, die im IT-Umfeld arbeiten. Ich stelle immer wieder fest, dass da ähnliche Themen oder Situationen auftauchen, die ich dann in meiner Karrierekolumne aufgreife und dazu ein paar Tipps und Lösungsvorschläge vorstelle. Aber auch von den Lesern bekomme ich Feedback und Anregungen für neue Themen, was mich immer sehr freut.

Auf der BASTA! in Mainz hast Du den Teilnehmern Deiner Session das Web 2.0 und die sozialen Netzwerke als Karrieresprungbrett näher gebracht. Nun weiß inzwischen wahrscheinlich jeder, dass es nicht gut ankommt, wenn man die Partybilder vom Wochenende für jeden frei zugänglich bei Facebook oder auf ähnlichen Plattformen veröffentlicht. Aber was gibt es noch zu beachten, wenn man sich ein Karrierenetzwerk im Internet aufbauen möchte?

Eine saubere Online Reputation ist heute wirklich wichtig. Die sozialen Medien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Auch wenn Personaler bei der Suche nach neuen Mitarbeitern vorrangig solche Netzwerkplattformen nutzen, die zumeist der professionellen Kontaktaufnahme dienen, also Netzwerke wie XING, LinkedIN und die Datenbanken der Online Jobbörsen, so weiß man nie, wo man mit ein paar Klicks landet. Jeder, der das Internet daher zur Online-Präsentation seiner Expertise nutzen will und schnell von Headhuntern oder Recruitern gefunden werden möchte, sollte daher einen aussagekräftigen Lebenslauf in den gängigen Netzwerken eingestellt haben. Dazu gehören auch ein ordentliches Foto und die Darstellung beruflicher Highlights, die einen als Experten auszeichnen.

Ist es denn wirklich so, dass die verantwortlichen Personaler nach Eingang einer Bewerbung als erstes im Internet schauen auf welchen Social-Networt-Plattformen man angemeldet ist und wie man sich dort präsentiert? Oder worauf achtet man als Personalentscheider wirklich bei der Auswahl von IT-Fachkräften?

Also, bei Avanade schauen wir uns immer zuerst die Bewerbung, die uns eingereicht wurde im Detail an. In einem ersten Telefongespräch geben wir dann dem Bewerber die Möglichkeit, sich mit uns über seine Erfahrungen und Erwartungen auszutauschen. Danach findet dann das persönliche Gespräch statt. Uns ist der persönliche Eindruck für die Einstellung neben der fachlichen Expertise am wichtigsten. Im Zweifelsfall kann es aber schon auch vorkommen, dass wir den Namen mal in Google eingeben und schauen, was dort so erscheint. Was wir auf jeden Fall jedoch tun, ist, in XING und LinkedIN aktiv nach passenden Kandidaten zu suchen und diese auch gezielt anzusprechen. Allerdings nur, wenn im Profil explizit vermerkt ist, dass derjenige an Karrierechancen interessiert ist. Jeder also, der auf passende Jobs von Unternehmen angesprochen werden möchte, sollte, dies in seinem Online Profil vermerken.

Nun ist es ja vielleicht so, dass der eigene Chef nicht unbedingt als erstes mitbekommen soll, dass man via XING nach neuen Karrieremöglichkeiten umschaut. Wie kann man verhindern, dass genau das passiert?

Ja, das ist ein Risiko, das man nicht in allen Datenbanken vermeiden kann. Bei XING gibt es aber beispielsweise die Möglichkeit, diese Information nur für solche Mitglieder sichtbar zu machen, die eine Recruiter-Mitgliedschaft abgeschlossen haben und sich somit aktiv als Recruiter auf der Suche nach Kandidaten sind. Wer Bedenken hat, dass der eigene Chef ebenfalls die Profile seiner Mitarbeiter in den sozialen Business-Netzwerken anschaut, sollte diesen Hinweis lieber weglassen und sich selbst aktiv auf die Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen machen, wenn die Zeit gekommen sein sollte.

Und welche Möglichkeiten glaubst Du, ergeben sich bei der Karriereplanung durch ein gut gepflegtes Netzwerk?

Hier sollte man zwei Aspekte betrachten. Zum einen sollte man selbst ein aktives, aber transparentes Networking betreiben. Das heißt, wenn man zum Beispiel hier auf einer Konferenz wie der BASTA! interessante Leute trifft, sollte man sich hinterher direkt mit demjenigen über eine Plattform vernetzen – beispielsweise über das persönliche XING-Netzwerk. Dabei ist es von Vorteil, jedem Kontakt auch ein Schlagwort zuzuordnen, z. B. Sharepoint Experte oder arbeitet bei Avanade o.ä. So findet man den Kontakt schneller wieder, wenn man sich mal wieder austauschen will. Und genau das ist auch der springende Punkt. Kontakte müssen gepflegt werden. Es geht nicht darum, möglichst viele sondern die richtigen Kontakte zu haben und sich mit diesen regelmäßig auszutauschen, diesem Kontakt wiederum neue Kontakte zu vermitteln bzw. relevante Informationen zu geben. Wenn man dann einen neuen Job sucht oder sich eventuell konkret bei einem Unternehmen bewerben möchte, kann man bei seinem Kontakt, der bereits bei diesem Unternehmen arbeitet nach weiterführenden Infos fragen und sich entsprechend vorbereiten. Der zweite Aspekt ist, sich professionell im Web zu präsentieren, so dass man schnell von Recruitern gefunden wird. Dazu ist es, wie schon erwähnt, essentiell notwendig, dass man ein aktuelles Profil in den gängigen Netzwerkplattformen eingestellt hat, das mit den richtigen Schlagwörtern die eigene Kompetenz und Qualifikation auf den Punkt bringt.

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