Interview mit Peter Roßbach zur DevOps Conference 2015

„DevOps stellt fehlende Synergien wieder her“
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Peter Roßbach, Speaker auf der kommenden DevOps Conference 2015, sprach mit uns über den Einfluss der DevOps-Kultur auf die Qualität von Softwareprojekten, die sich wandelnde Rolle von Administratoren sowie darüber, ob DevOps für jede Unternehmensgröße das richtige Werkzeug ist.

Redaktion: Peter, DevOps ist nun schon seit einigen Jahren ein fester Bestandteil des IT-Buzzword-Bingos … was genau versteht man darunter?

Peter Roßbach: Der Begriff DevOps ist davon geprägt, fehlende Synergien zwischen Produktverantwortlichen, der Anwendungsentwicklung und dem IT-Betrieb wiederherzustellen. Durch die Trennung der einzelnen Disziplinen in verschiedenen Abteilungen oder gar Firmen lassen sich die Herausforderungen der aktuellen IT nicht mehr meistern. Die Anforderung schneller zu liefern und die Qualität stetig zu verbessern kann einfacher in eng gekoppelten Teams der Entwicklung und des Betriebs erreicht werden. Unsere Kunden möchten, dass Ihre Anforderungen schneller Berücksichtigung finden und Fehler sofort behoben werden. Der andere Aspekt von DevOps ist, dass in diesen Teams dieselben Prozesse und Werkzeuge zur Herstellung und Betreuung der Software genutzt werden. Ein besseres Verständnis der gesamten Aufgabe untereinander bringt hier den Fortschritt. DevOps ist die entscheidende Voraussetzung, um Continuous Delivery erfolgreich umzusetzen und den Nutzen eines IT-Produkts stetig und zuverlässig zu erhöhen.

Welchen Einfluss hat die DevOps-Kultur auf die Qualität, die (Ausfall-)Sicherheit und die Entwicklungsgeschwindigkeit von Softwareprojekten?

Ein DevOps-Team setzt konsequent auf Automatisierung und unmittelbares Feedback. Jede Software bekommt seine eigene Fertigungsstraße. Die exakte Abfolge zur Herstellung wird implementiert, um wiederholbar und sicher das Ergebnis in die Produktion zu liefern. Dazu werden die einzelnen Teile kontrolliert hergestellt und angemessenen Prüfungen unterzogen. Damit nicht genug, auch während der Nutzung des gesamten Systems werden Metriken erhoben und stetig weitere Prüfungen durchgeführt. Das Team setzt auf Feedback und stetige Verbesserung. Bestehende Anforderungen werden auf der Basis der Metriken analysiert und sofort verbessert. Ein DevOps-Team arbeitet ganzheitlich am System und übernimmt die Verantwortung für den Betrieb. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass die Qualität des Projekts noch verbessert werden kann, neue Anforderungen integriert werden müssen und Mängel bestehen, die schnell behoben werden müssen. Entwicklungsgeschwindigkeit und Qualität steigen, da schneller aus der wirklichen Produktion gelernt wird.

DevOps Conference 2015Vorhang auf für die brandneue DevOps Conference, die vom 1. – 3. Juni vom Entwickler Magazin in Berlin präsentiert wird. Die neue Konferenz richtet sich vor allem an DevOps-Entwickler, Administratoren, Software- und Systemarchitekten. Sie bietet eine optimale Plattform für Erfahrungsaustausch, spannende Best Practices und zeigt Wege der Transformation hin zu DevOps. Erleben Sie die bekanntesten Köpfe der DevOps-Welt in einer neuen und einzigartigen Konferenz und erhalten Sie geballtes Wissen für Ihren entscheidenden Wettbewerbsvorsprung!

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Etwas ketzerisch gefragt: Wird das Berufsbild des „klassischen Admins“ durch die DevOps-Bewegung überflüssig?

Die Aufgaben eines Administrators werden ganz bestimmt nicht überflüssig. Er trägt heute wesentlich zum Erfolg eines Projekts bei und wird das ganz bestimmt auch in Zukunft leisten. Die bestehenden Systeme müssen sicherlich noch einen ganze Weile betrieben werden. Die Migration von Systemen hat sich als sehr Zeit- und Kostenträchtige Aufgabe herausgestellt. Die Erstellung und Betreuung eines neuen Systems wird natürlich durch die neuen DevOps-Werkzeuge erleichtert, aber deren richtiger Einsatz muss beherrscht werden. Die wesentliche Veränderung ist, dass nicht die manuelle Betreuung von Maschinen oder Software im Fokus stehen, sondern die Automatisierung und Herstellung entsprechender Werkzeuge. In Zukunft sind für viele Administratoren also gute Programmierkenntnisse erforderlich. Das eigene Data-Center muss sich mit den Angeboten der Cloud-Provider messen, das ist eine große Herausforderung. Das Berufsbild der Programmierer und Administratoren wird sich verändern.

Welchen Benefit haben Admins dann von diesem Zusammenschluss der Kulturen?

Der IT-Markt erfordert von allen Beteiligten mehr Flexibilität, Qualität und Leistung. In dieser Veränderung der Anforderungen sehe ich große Chancen, die Zukunft der IT mitzugestalten. Wir sind gut aufgestellt und beraten, die neuen Herausforderungen anzunehmen. Der weltweiten Konkurrenz können wir uns nicht mehr entziehen und wir haben beste Voraussetzungen, Marktanteile zu gewinnen.

Glaubst du, dass DevOps für jede Unternehmensgröße das richtige Werkzeug ist?

Welche Strategien zur Lösung einer Aufgabe in einem bestimmten Markt führen, ist jeweils sehr speziell. Jedes Unternehmen ist gut beraten, die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu fördern und die Verantwortlichkeit der Ergebnisse klarer zuzuordnen. Hierarchische Strukturen und die Verwendung von mehr oder weniger monolithischen Produkten sind in vielen Bereichen nicht mehr zeitgemäß. Der Markt vergleicht schnell und fordert uns heraus, die richtigen Informationen bereitzustellen. Im privaten Sektor können wir mit Informationen oft flexibler und einfacher umgehen, als viele Unternehmen es ihren Kunden und Mitarbeitern ermöglichen. In vielen bestehende Märkten könnte die Lösungen dieser Diskrepanz der entscheidende Wettbewerbsfaktor sein. Das unmittelbare Feedback des Marktes ist nicht immer leicht zu ertragen, aber es ist notwendig, um besser zu werden. Um die Aufgaben des Marktes gut zu bewältigen, sind viele Unternehmen bereit, ihre Strukturen zu verändern. DevOps-Teams zeigen sehr gut, das Ausprobieren einen schnellen Fortschritt ermöglicht. Allerdings wird sich zeigen, dass nicht für jedes IT-Produkt der schnelle Wandel angemessen oder sinnvoll ist.

Peter RossbachPeter Roßbach ist freiberuflicher Systemarchitekt und Coach zahlreicher Web-Anwendungen. Seit 1997 ist Peter Roßbach im Bereich HTTP-Server und Webcontainer tätig. Er ist Committer im Apache-Tomcat-Projekt und Mitglied der Apache Software Foundation. Sein besonderes Interesse gilt der Gestaltung von Provisionierungs-, Überwachungs- und Analysesystemen für komplexe Infrastrukturen. Mit der bee42 solutions Gmbh realisiert er entsprechende Infrastruktur-Produkte und Dienstleitungen auf Basis des Docker-Ökosystems, aktueller Webtechnologien, NoSQL-Datenbanken und Cloud-Plattformen.

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