Außerdem: Developer-Community von IBM und Sicherheitslücke bei Medikamentenpumpen

Inside IoT: Amazon Dash, Facebooks Game of Drones & Connected-Car-Hack
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute unter anderem mit Amazons Dash-Button, Facebooks Game of Drones und einem erneuten Hackangriff auf Connected Cars. Außerdem sind auch Medikamentenpumpen anfällig für Hacker und IBM stellt seine IoT-Developer-Community vor.

In den letzten Tagen gab es wieder interessante Neuigkeiten über das Internet of Things zu vermelden. Die spannendsten davon finden sich hier.

IoT-Developer-Community von IBM

IBM hat eine Community-Plattform für Entwickler gestartet: developerWorks Recipes. Die Plattform soll Entwicklern dabei helfen, schnell und einfach IoT-Devices mit einer Cloud zu verbinden sowie den Umgang mit Big Data zu erlernen. Entwickler, die der Community beitreten, sollen gleichzeitig Zugang zu IBMs Platform as a Service Bluemix bekommen: So können sie an Tutorials teilnehmen, die erklären, wie Advanced Analytics und Machine Learning für IoT-Applikationen genutzt werden. Bereits in der Vorwoche meldete IBM die Bereitstellung der cloudbasierten Plattform developerWorks Open: Diese gibt Entwicklern rund 50 frei zugängliche Tools und Services an die Hand, um so die Zusammenarbeit mit der Open-Source-Community weiter zu fördern.

Amazon Dash-Button ist da

Amazon bietet seinen Prime-Kunden in den USA nun den Dash-Button zum Verkauf an. Einmal angebracht, etwa auf einer Windelverpackung, kann man bequem das Produkt per Klick nachbestellen. Um Amazon Dash nutzen zu können, muss zuerst die Amazon App auf dem Smartphone installiert werden, damit der Button Zugriff auf das Heimnetzwerk bekommt. Nachdem eingestellt wurde, welches Produkt welcher Button per Druck bestellen soll, muss nur noch der One-Click-Versand- und Bezahlungsoption zugestimmt werden. Denn jeder Button entspricht einem speziellen Produkt – momentan sind 18 verschiedene verfügbar. Dazu zählen unter anderem Waschmittel, Windeln oder eine Fertigpackung Makkaroni mit Käse:

Ob man allerdings tatsächlich einen Button benötigt, um Produkte (nach) zu bestellen, ist fraglich. Vor allem die limitierte Auswahlmöglichkeit schränkt den Nutzen ziemlich ein: Hat man einmal eingestellt, dass man beispielsweise aus einer Kosmetiklinie immer eine spezielle Creme per Knopfdruck möchte, kann man nicht einfach ein anderes Produkt desselben Anbieters auswählen. Dazu muss erst die Einstellung in der App geändert werden oder eben ein zusätzlicher Button gekauft werden. Wer sich eine größere Vielfalt wünscht, könnte Gefallen an Amazon Dash finden: Per Scan oder Spracherkennung lässt sich aus einem Pool von knapp 500.000 Produkten auswählen – allerdings vorerst nur in den USA.

Erneuter Hackangriff auf Autos

Nachdem bereits in den letzten Wochen diverse Meldungen über Hacks auf Connected Cars zu lesen waren, wurden nun erneut Fahrzeuge Opfer eines Hackerangriffs. Zum Glück für Besitzer und Hersteller – in diesem Fall GM – handelte es sich nur um einen Testangriff, um die Schwachstelle zu verdeutlichen. Samy Kamkar demonstrierte via YouTube-Video, wie es ihm gelungen ist, drahtlose Verbindungen der OnStar RemoteLink-App zu lokalisieren, Fahrzeuge von GM aufzuschließen und zu starten:

Mittels des von ihm entwickelten Devices „OwnStar“ ist es Kamkar gelungen, die Kommunikation zwischen OnStar-App und zugehörigen Cloud-Service abzufangen. Im Unterschied zur kürzlich bekannt gewordenen Schwachstelle im UConnect-Infosystem von Fiat und Chrysler, liegt der Fehler hier glücklicherweise „nur“ in der Software der App. GM arbeitet nach eigenen Aussagen bereits an der Lösung des Problems.

Medikamentenpumpe anfällig für Hackerangriffe

Eine Meldung aus amerikanischen Krankenhäusern zeigt die potenzielle Gefahr des IoT für den Gesundheitssektor: Die Food and Drug Administration (FDA) warnt vor einer kritischen Schwachstelle bei Medikamentenpumpen des Medizintechnik-Ausrüsters Hospira. Da die Geräte mit dem Krankenhaus-Netzwerk verbunden sind, bieten sie potenziellen Hackern Zugang zum System. So könnten Medikamentendosierungen per Fernsteuerung fremd kontrolliert werden und zu ernsten Schädigungen der Patienten führen. Das System wird zwar seit zwei Jahren nicht mehr hergestellt, ist aber vereinzelt noch im Handel erhältlich und wird auch noch in einigen Krankenhäusern verwendet.

Game of Drones: Facebooks Aquila und Amsterdams Drohnenzirkus

Facebook hat seine Internet-Drohne Aquila vorgestellt: Ziel der Drohne ist es, Internet in die entlegensten Bereiche der Erde zu bringen. Aquila hat die Spannweite einer Boeing 737, wiegt aber nur rund 450 kg. Die Oberfläche ist mit Solarzellen überzogen, wodurch die Drohne bis zu 90 Tagen in der Luft bleiben soll. Die Internetverbindung soll von einer ans Web angeschlossenen Bodenstation mit einem Mutterschiff hergestellt werden, das mit anderen Drohnen kommuniziert. Diese verbinden sich dann mit den Endverbrauchern. Facebook ist dabei, einen Laser zu entwickeln, der Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde übertragen soll. Die Drohne wird in einer Höhe zwischen 18.000 und 27.000 Metern fliegen – oberhalb des Flugverkehrs und Wettergeschehens. Wann das Internet.org-Projekt tatsächlich startet, ist bislang noch nicht bekannt.


Wer sich in der Zwischenzeit von Drohnen begeistern lassen möchte, dem sei der Amsterdamer Drohnenzirkus „Air2015“ ans Herz gelegt: Inspiriert von Cirque du Soleil, BBCs Planet-Earth-Dokumentationen und Tron soll im Herbst eine durchchoreografierte Drohnenshow die Zuschauer begeistern. „Zirkusdirektor“ Klaas Rohde will den über 100 Drohnen unterschiedliche Charaktere verleihen und so ein ganzes Stück auf die Beine stellen:

You can change drones, you can make them look like Earth or land. You can rave, you can let them dance, you can interact with people. A drone can be a character.

Viel Spaß wünschen wir vorab mit dem zugehörigen Video:

 

Aufmacherbild: throne made of swords in a medieval fair (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Fernando Cortes

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