Außerdem: Shodan, IoT-Suchmaschine findet schlafende Kinder

Inside IoT: Amazon Echo, Goodbye Girogo & ein smarter Kinderwagen
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute unter anderem mit Shodan – eine IoT-Suchmaschine, die zum Beispiel schlafende Kinder findet, Amazon Echo bekommt neue Funktionen und eine Studie zeigt, dass sich IoT-Devices auf dem Markt nicht durchsetzen. Außerdem setzen Banken in Zukunft auf das System „Girocard kontaktlos“ und wir stellen einen intelligenten Kinderwagen vor.

Auch heute gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

IoT-Suchmaschine findet schlafende Kinder

Dass es um die Sicherheit im IoT nicht sonderlich gut bestellt ist, dürfte jedem nach den beinahe täglichen Meldungen über Hackerangriffe klar sein. Jetzt treibt der Wahnsinn im Internet of Things aber neue Blüten: Shodan, eine Suchmaschine fürs IoT, hat einen Feed gestartet, der Usern das Browsen von ungeschützten Webcams ermöglicht. Dort finden sich unter anderem Bilder von Marihuana-Plantagen, Schulen, Kassenautomaten – und schlafenden Kindern.

Die Kameras sind angreifbar, da sie das Real Time Streaming Protocol (RTSP) zum Teilen von Videos verwenden, aber keine Passwort-Authentifikation einsetzen. Shodan durchsucht das Internet nach IP-Adressen mit offenen Ports – findet das Tool einen nicht-verschlüsselten Video-Feed, nimmt es einen Snapshot auf. Die Konsequenzen für die Privatsphäre sind klar, aber gleichzeitig wird durch Shodan auch die Frage nach der generellen Sicherheit im IoT laut: Unsichere Webcams gibt es schon seit Jahren, doch mit der Ausbreitung des Internet of Things steigt ihre Anzahl immens. Warum kümmert sich niemand – weder Nutzer noch Hersteller – um eine bessere Sicherheit von IoT-Devices? Eine Frage, vor der derzeit die gesamte IoT-Welt kapituliert.

The bigger picture here is not just personal privacy, but the security of IoT devices. As we expand that connectivity, when we get into systems that affect public safety and human life—medical devices, the automotive space, critical infrastructure—the consequences of failure are higher than something as shocking as a Shodan webcam peering into the baby’s crib.

Amazon Echo kommt ins Kino

Der intelligente Lautsprecher Amazon Echo ist mit dem Sprachassistenten Alexa ausgestattet: Aktiviert wird Echo, sobald man den Namen Alexa ausspricht. Die Software kann verschiedene Sprachkommandos verstehen und Smart Devices steuern. Auch Filmliebhaber können sich jetzt freuen: Alexa kann ab sofort auf Basis der IMDb Infos zu aktuellen Spielzeiten in Kinos geben, so zum Beispiel auf die Frage „Alexa, when is Star Wars: The Force Awakens playing?“ Außerdem kann Alexa lesen: Auf Wunsch liest der Sprachassistent alle Bücher aus der Kindle-Bibliothek vor.

IoT-Devices setzen sich auf dem Markt nicht durch

Das Jahrzehnt des beispiellosen Wachstums im Consumer-Technology-Markt scheint sein Ende zu erreichen, so eine Studie von Accenture. Vor allem der Smartphone-Markt hat seinen Zenit erreicht: Rund 80 Prozent der 28.000 Befragten besitzt mittlerweile ein Smartphone, nur 48 Prozent planen den Kauf eines neuen Geräts in den nächsten zwölf Monaten. Hauptgrund ist die Zufriedenheit mit dem eigenen Device – ein Zeichen dafür, dass der Industrie gerade der „Wow-Faktor“ fehlt. Allerdings scheint keine der klassischen Technologie-Kategorien die Lücke zu schließen: Auch Tablets und Laptops werden weniger gekauft. Aber auch der Markt für IoT-Geräte kommt nicht richtig in Schwung – die Nachfrage nach Wearables, Smart-Home-Devices oder Drohnen stagniert und bleibt auf einem sehr geringen Level. Gründe dafür sind die hohen Kosten (62 %), die schwachen Sicherheitsvorkehrungen (47 %) und die Unsicherheit beim Nutzen solcher Geräte (23 %). Die komplette Studie mit möglichen Lösungsansätzen findet sich auf der Homepage von Accenture.

Goodbye Girogo!

Die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen nehmen Abschied vom guthabenbasierten Kontaktlos-Bezahlverfahren Girogo. Stattdessen soll in Zukunft auf das neue System „Girocard kontaktlos“ gesetzt werden. Dabei werden EC-Karten mit einem NFC-Chip ausgestattet, sodass das benötigte Geld nicht als Guthaben auf die Karte geladen werden muss. Wie bei der herkömmlichen Girokarte auch wird das Geld direkt vom Konto abgebucht. In den vergangenen Monaten haben die Volksbanken bereits die Technologie getestet – 2016 sollen rund drei Millionen Karten mit NFC versehen werden, 2017 sollen alle 26,5 Millionen Karten umgestellt werden. Auch sieben Millionen Kunden der Sparkasse sollen dieses Jahr eine „Girocard kontaktlos“ erhalten.

Smartbe – intelligenter Kinderwagen

Auf Indiegogo findet sich der Tage eine recht skurrile Kampagne, die besonders junge Eltern ansprechen soll: Smartbe wird als der erste intelligente, multifunktionale, selbstfahrende Kinderwagen angepriesen, der das agile Leben mit Kind erleichtert. Im modernen Elterndasein soll ein Kinderwagen nämlich bitte nicht einfach nur ein Kinderwagen sein, sondern gefälligst auch den Lifestyle optimieren. Smartbe verfügt über mehr als zwanzig Safety-, Security- und Komfort-Features, die per Android- oder iOS-App verwaltet werden. Der Selbstfahrmodus etwa schiebt den Wagen sogar bergauf, wenn man selbst durch exzessives Shoppen die Hände voll hat. Durch eingebaute Sensoren kann Smartbe selbsttätig Hindernissen ausweichen und bleibt dank Security-Modus dennoch immer in der Nähe der Eltern. Das vollausgestattete Modell gibt’s für läppische 3.199 Dollar – und nicht vergessen: When the battery is uncharged, you can also go manual. Verrückt, was? Derzeit sind übrigens bereits 14.295 Dollar von anvisierten 80.000 Dollar finanziert.

 

Aufmacherbild: Silhouette of young mother enjoying motherhood (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: YanLev

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