Außerdem: Google will Boston Dynamics an Toyota verkaufen

Inside IoT: Android auf Raspberry Pi 3, Browser-Version von Amazon Alexa & Apple Watch
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Inside IoT: Highlights aus dem IoT-Universum. Heute beschäftigen wir uns mit dem Gerücht um Android-Support für Raspberry Pi 3, präsentieren die Browser-Version von Amazon Alexa und stellen die Frage nach dem Potenzial der Apple Watch. Außerdem will Google Boston Dynamics an Toyota verkaufen, Pepper bekommt Android-Support und wir zeigen euch einen smarten Allergie-Detektor.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Android auf Raspberry Pi 3?

Der Raspberry Pi gehört zu den beliebtesten Geräten in der Reihe der Mini-Computer; vor allem das Modell Raspberry Pi 3 ist unter Tinkerern begehrt. Ähnlich in puncto Verbreitung sieht es beim Betriebssystem Android aus: das OS ist auf mehr als 24.000 verschiedenen Geräten im Einsatz. Nun gibt es einen Hinweis darauf, dass sich Raspberry Pi und Android zusammentun. Schon bald könnte Android auf dem normalerweise ohne Betriebssystem ausgelieferten Einplatinencomputer zum Einsatz kommen. Im Android Open Source Project (AOSP) findet sich ein Eintrag, der besagt, dass Raspberry Pi 3 in Zukunft zu den von Google unterstützten Geräten gehören wird. Es wurde bereits ein entsprechendes Verzeichnis angelegt, das aber derzeit noch leer ist. Denkbar ist, dass der Support erst mit Android N gestartet wird.

Amazon veröffentlicht Browser-Version von Alexa

In den letzten Wochen wurden zwei Konkurrenzprodukte für Amazon Echo vorgestellt: Google Home sowie ein Echo-ähnliches Device aus dem Hause Apple. Grund genug für Amazon, seine marktbeherrschende Stellung weiter auszubauen. Der E-Commerce-Riese hat eine Online-Version seines Sprachassistenten Alexa vorgestellt: Die Smart-Device-Plattform kann ab sofort über den Browser via Echosim.io angesteuert werden. Das neue Tool nutzt das Computer-Mikrofon, um auf Sprachkommandos zu reagieren. Allerdings fehlen der Browser-Version im Gegensatz zum richtigen Amazon Echo einige Features: So muss Echosim.io beispielsweise ohne Echos hervorragende Spracherkennung und Musikstreaming auskommen. Entwickler Sam Machin sprach dem virtuellen Echo aber durchaus seine Berechtigung zu: Dabei soll es sich um ein nützliches Tool für Fremdentwickler handeln, die so ihre Apps von überall im Webbrowser testen könnten.

Apple Watch: Für Nutzer hui, für Entwickler pfui?

Geht es nach reinen Verkaufszahlen, so ist die Apple Watch eindeutig ein Gewinner. Im ersten Quartal 2016 wurden 1,5 Millionen Smartwatches von Apple auf den Markt gebracht, so ein Bericht der IDC. Das ist enorm, denn der gesamte Smartwatch-Markt ist eher klein: Insgesamt wurden nur rund 3,2 Millionen Uhren in Q1 ausgeliefert. Apple hält einen Marktanteil von 46 Prozent, an zweiter Position folgt Samsung mit 20,9 Prozent Marktanteil. Schaut man sich hingegen den Wearable-Markt als Ganzes an, schieben sich Fitbit und Xiaomi an Apple vorbei: Die beiden Hersteller von Fitness-Wearables brachten im ersten Quartal 2016 4,8 Millionen bzw. 3,7 Millionen Einheiten auf den Markt. Diese Zahlen zeigen, dass sogenannte Basic-Wearables wie Fitness-Armbänder, Hearables oder smarte Kleidung, für Nutzer bislang sinnvoller als Smartwatches sind.

Dieses Ergebnis bestätigen auch Erhebungen von Realm, die auf eine Datenbasis von rund 100.000 Entwicklern und mehr als einer Milliarde Nutzern zurückgreifen können. Denn obwohl das Interesse an der Entwicklung mit iOS-Apps ungebrochen ist, kommt auf 1.000 neue iOS-Anwendungen nur eine einzige App für die Apple Watch. Somit bricht Apple die wohl wichtigste Community weg – die Entwickler. Nach dem Hype um die Smartwatch flaut das Interesse derzeit ziemlich ab. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Apple Watch derzeit lediglich eine nette Ergänzung zum iPhone ist. Allerdings könnte sich das Ganze auf der WWDC am 13. Juni ändern, denn Apple plant die Veröffentlichung einer neuen Apple-Watch-Version. Diese soll vom iPhone unabhängige Apps nutzen können, zudem sollen Connectivity und Sensoren eine große Rolle spielen, so Tim Anglade (VP for Mobile Database bei Realm).

Google will Boston Dynamics an Toyota verkaufen

Google weiß zu überraschen: 2013 übernahm der Software-Gigant quasi aus dem Nichts zahlreiche Robotik-Firmen, darunter auch Boston Dynamics. Seitdem wurden die Forschungen und die Entwicklung von Robotern stetig vorangetrieben. Der vorläufige Höhepunkt war dann Anfang dieses Jahres erreicht: In einem beeindruckenden Video machte der Atlas-Roboter von sich reden. Der Androide schafft es nicht nur, selbsttätig Türen zu öffnen und auf holprigem, verschneitem Untergrund die Balance zu halten. Auch Stöße und daraus resultierende Stürze bringen Atlas nicht durcheinander. Jetzt will die Google-Tochter Alphabet wohl überraschend Boston Dynamics verkaufen – als potenzieller Käufer wird Toyota gehandelt. Ein Grund für den Verkauf könnte der Absprung des US-Militärs sein, das Hauptgeldgeber und -interessent der Robotikforschung war. Laut Insider-Berichten könnte die Übernahme durch Toyota bereits Ende der Woche verkündet werden.

Pepper bekommt Android-Support

Der sogenannte „emotional robot“ Pepper ist in Japan bereits seit zwei Jahren auf dem Markt. Der humanoide Roboter ist darauf programmiert, Menschen und deren Mimik und Gestik zu analysieren und auf diese Emotionszustände entsprechend zu reagieren. Pepper dient als informativer und kommunikativer „Gefährte“ und soll langfristig als persönlicher Roboter dienen. Kurzfristig ist ein Einsatz in Verkaufsräumen vorgesehen. Jetzt erhält der linuxbasierte Bot auch Android-Unterstützung: Sowohl die Android-Plattform als auch Android Studio sollen integriert werden. Zudem enthält das SDK eine virtuelle Ausgabe von Pepper, da viele Entwickler wohl keinen Zugang zum Roboter haben. Auf diese Weise sollen neue Einsatzszenarien für Pepper entwickelt werden; im Laufe der Zeit könnte das zu einer Integration in andere Android-Devices und -Systeme führen.

This is the first opportunity for the Android community to get their hands on a SDK to help them program on this platform.

DIY: smarter Allergie-Detektor

Die Sonne scheint, die Blumen blühen, die Bäume schlagen aus… und die Pollen fliegen. Der Frühling ist für einen Allergiker leider oft nicht besonders schön. Damit man sich aber wenigstens rechtzeitig vor einem Pollenflug wappnen kann, hat User Phillip Burgess auf Adafruit einen Allergie-Detektor vorgestellt. Um einen solchen zu bauen, benötigt man neben diversen Kabeln und LEDs vor allem einen Wifi-fähigen Mikrocontroller und ein Informationsdisplay. Kurz gefasst verbindet sich das Board mit einer Website für Wettervorhersagen, zieht sich die relevanten Daten und zeigt bei hohem Pollenaufkommen eine Warnung an. Die ausführliche Anleitung findet sich auf Adafruit.

Aufmacherbild: Raspberry fruit background (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: SJ Travel Photo and Video

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