Neue Konkurrenz für Amazon Echo aus dem Hause Apple

Apple will Siri für Entwickler öffnen
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Erst letzte Woche hat Google auf seiner Entwicklerkonferenz den smarten Lautsprecher Google Home vorgestellt. Jetzt ist auch Apple auf den Zug aufgesprungen und plant, den eigenen Sprachassistenten Siri für Entwickler zu öffnen. Doch damit nicht genug: Gleichzeitig soll das Unternehmen an einem Amazon-Echo-ähnlichen Device arbeiten. Alle gegen Amazon – doch der Entschluss der Konkurrenz aus dem Hause Google und Apple kommt vielleicht zu spät…

Amazon ist neben Google und Apple der führende Anbieter im Bereich der Spracherkennung und Sprachsteuerung – und kann auf einen entscheidenden Vorteil bauen: Der intelligente Lautsprecher Echo ist bereits seit fast zwei Jahren in den USA auf dem Markt und wird von Nutzern hochgelobt. So scheint es auch, als reagiere Google mit Google Home eher auf die Konkurrenz aus dem Hause Amazon, als eigene Akzente zu setzen. Jetzt plant also auch Apple, einen eigenen smarten Lautsprecher zu entwickeln und will dazu den Sprachassistenten Siri Open Source stellen. Ein wichtiger und längst überfälliger Schritt – doch ob Apple damit jetzt noch den Rückstand zur Konkurrenz aufholen kann, ist fraglich.

Amazon Echo, Google Home und Apple XXX

Der Vorreiter auf dem Markt mit Namen Amazon Echo ist mit dem Sprachassistenten Amazon Alexa ausgestattet: Aktiviert wird Echo, sobald man den Namen Alexa ausspricht. Die Software kann verschiedene Sprachkommandos verstehen und Connected Devices steuern. So kann man beispielsweise ein Thermostat via Sprachbefehl einstellen, smarte Lampen steuern oder ganz einfach nach Informationen im Web suchen. Natürlich kann Amazon Echo auch Musik abspielen, das dürfte aber eher nebensächlich sein. Das Device läuft auf Amazon Web Services und ist somit cloudbasiert.

Apple will nun mit einem ähnlichen Produkt den Markt aufrütteln: Laut Informationen von The Information plant Apple, ein dem Amazon Echo ähnliches Device mit Lautsprecher und Mikrofon zu veröffentlichen. Zudem – und viel wichtiger – will Apple seinen intelligenten Assistenten Siri für Drittentwickler öffnen. Dieser Schritt soll über ein SDK erfolgen, das Entwicklern zur Verfügung gestellt wird und mit dem der Sprachassistent in eigene Projekte eingebunden werden kann. Siri soll dann auch im smarten Lautsprecher für Zuhause zum Einsatz kommen. Allerdings kann der Assistent derzeit nur simple Aufgaben wie Termineintragungen oder den Wecker stellen übernehmen; für alles andere wird auf die Websuche zurückgegriffen. Auch über HomeKit verbundene Connected Hardware soll sich dann über Siri steuern lassen. Mehr zum Thema erfahren Sie übrigens auch in der Session „Building Connected Hardware for the Internet of Things“ auf der Internet of Things Conference!

Kampf der Giganten

Amazon hingegen hat bereits das Alexa Skills Kit SDK quelloffen zugänglich gemacht, wodurch sich der Funktionsumfang erheblich erweitert hat, da sich Web-Angebote auch außerhalb von Amazon integrieren lassen. Auch der Alexa Voice Service und damit der Sprachassistent stehen Open Source. Anders als die Konkurrenz schafft Amazon durch die Öffnung für Drittentwickler konkrete Use Cases, um Echo in einem vielseitigen Ökosystem von Geräten zu integrieren. So wurden die SDKs bereits genutzt, um smarte Beleuchtung zu steuern, Thermostate von Nest zu regeln und unzählige weitere Home-Automation-Anwendungen zu implementieren.

Apple kann zwar auf den ersten populären digitalen Assistenten auf dem Markt verweisen, präsentierte aber bislang keine wirklich neuen Szenarien oder Einsatzmöglichkeiten von Siri. Mit der einzige große Vorteil dürfte sein, dass Siri im Gegensatz zu Amazon Echo und Google Home multilingual ist. Denkbar wäre sicher auch eine Integration des kürzlich vorgestellten AI-Systems Viv in Apples neues smartes Device. Viv wurde von Siri-Schöpfer Dag Kittlaus entwickelt und ist in der Lage, aneinandergereihte und aufeinander aufbauende Anfragen zu beantworten, ohne noch einmal den Kontext erfragen zu müssen.

Auch Google Home verfügt über einen virtuellen Assistenten namens Google Assistant, der verschiedene Sprachkommandos verstehen und Smart Devices steuern kann. Die verwendete Technologie stützt sich auf Google-eigene Dienste, was sich bei Suche und Ergebnisanzeige durchaus positiv auswirken könnte. Da der Assistent auf Googles Forschungsergebnisse im Bereich künstliche Intelligenz zurückgreifen kann, ist hier großes Potenzial vorhanden: So sind auch mit Google Home bereits kontextabhängige Fragen möglich.

Welche Lösung sich schließlich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten: Amazon konnte sich bereits auf dem Markt etablieren und auch Google wird sicherlich versuchen, die Nutzer mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zu überzeugen. Dass jetzt auch Apple nachzieht, war zu erwarten – ob das Device tatsächlich mehr können wird als die der Konkurrenz, ist fraglich. Genaueres werden wir vermutlich in zwei Wochen auf der World Wide Developer Conference erfahren.

Aufmacherbild: Business competition concept von Shutterstock / Urheberrecht: Sira Anamwong

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