Außerdem: Microsoft Research wendet sich an IoT-Entwickler

Inside IoT: Hackerangriff auf Connected Car, Neues zu Project Titan & ferngesteuertes Auto mit Raspberry Pi
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute: Microsoft Research sucht IoT-Entwickler, erneuter Hackerangriff auf Connected Jeep und neue Infos zu Project Titan. Außerdem: Wie man mit Raspberry Pi & Windows 10 IoT ein ferngesteuertes Auto baut, der smarte Helm Skully ist gescheitert und zum Abschluss stellen wir die Frage, wie es eigentlich um das Internet of Things in Deutschland steht.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Microsoft Research wendet sich an IoT-Entwickler

Das Microsoft-Research-Team streckt seine Fühler weiter in Richtung Internet of Things aus und sucht nach Entwicklern, die die Microsoft-eigenen Bestrebungen weiter nach vorne bringen: Das Unternehmen bietet IoT-Developern das Programm „Azure for Research Award: Internet of Things“, in dem diese Lösungen, neue Applikationen und Herausforderungen im Bereich IoT finden und meistern sollen. Zur Unterstützung erhalten sie kostenlose Cloud-Computing-Ressourcen seitens Azure. Interessierte Entwickler können sich noch bis zum 15. August online eintragen und ihre Ideen übermitteln. Auf der Projektwebsite finden sich zudem noch genauere Spezifikationen zu den gewünschten Forschungsgebieten.

Hackerangriff auf Connected Car – reloaded

Bereits im vergangenen Jahr haben die Hacker Charlie Miller und Chris Valasek gezeigt, dass sich ein smartes Auto ziemlich schnell und einfach hacken lässt. Die beiden kriegen von diesem netten kleinen Hobby scheinbar nicht genug und haben jetzt erneut einen Jeep gehackt. Diesmal haben sie einen Laptop per CAN-Bus ans Fahrzeugsystem angeschlossen, über den sie dann Zugriff auf Bremsen und Lenkrad des Jeeps bekamen. Für diesen Vorgang ist zwar eine persönliche Anwesenheit nötig, allerdings ist laut Miller auch ein Angriff über ein am Auto verstecktes Device möglich, das beispielsweise automatisierte Kommandos abfeuert oder Remote-Attacken über eine kabellose Verbindung ermöglicht. Dieser Angriff zeigt, dass Autohersteller Sicherheit noch immer vernachlässigen – denn bei dem Jeep handelt es sich um dasselbe Modell, das immerhin nach dem letztjährigen Hack gepatcht wurde. Auf der kommenden Black Hat wollen die beiden Hacker ihre Ergebnisse und die zugehörige Sicherheitslösung vorstellen.

Neue Infos zu Project Titan

Gerüchte über Pläne seitens Apple, ins Connected-Car-Geschäft einzusteigen, gibt es schon lange. Bislang wurde darüber spekuliert, dass unter dem Codenamen Project Titan ein eigenes smartes Auto produziert werden solle. Doch jetzt hat Apple mit Dan Dodge einen neuen Manager engagiert, der einen ganz anderen Fokus hat: Er soll Software für autonome Fahrzeuge entwickeln. Doch ganz vom Tisch ist das eigene selbstfahrende Auto wohl doch nicht: Die Software-Entwicklung werde derzeit zwar priorisiert, die Übernahme eines Autoherstellers sei aber auch möglich. Nach dem Abwerben einiger Ford-Mitarbeiter beschäftigt Apple jetzt bereits hunderte Angestellte in den Projektbereichen Software, Hardware und Sensoren. Seitens Apple gibt es zur Ausrichtung von Project Titan weder eine Bestätigung noch ein Dementi.

Raspberry Pi & Windows 10 IoT: ferngesteuertes Auto bauen

Wer seinen Kindern keinen Wunsch abschlagen kann oder selbst das Kind in sich bespaßen möchte, dem sei die Bauanleitung von Jürgen Gutsch ans Herz gelegt: Der Tinkerer zeigt Schritt für Schritt, wie man ein ferngesteuertes Auto mithilfe eines Raspberry Pis und Windows 10 IoT erstellt. Zusätzlich werden ein Robot-Car-Kit sowie ein Schrittmotor benötigt. Wie das Ganze genau funktioniert, lest ihr am besten selbst – Jürgen Gutsch bietet neben einer ausführlichen Anleitung auch zugehörige Codebeispiele.

Quo vadis, IoT-Land Deutschland?

Wie jetzt eine Studie der International Telecommunications Union zeigt, ist das Internet of Things zwar das viel gehypte nächste große Ding – aber eben nicht überall. Anhand von Machine-to-Machine-Subscriptions pro 100 Mobilfunkzellenanmeldungen wurde ermittelt, in welchen Ländern das IoT bereits weit verbreitet ist.

Dabei wird erst einmal auf die generelle Internetabdeckung geschaut: Während das Internet beispielsweise in den USA beinahe allgegenwärtig ist, hat 53 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zum Web. Diese Zahlen spiegeln sich auch in puncto IoT-Verbreitung wieder: 64 Prozent der amerikanischen Haushalte sind „connected“, weltweit sind es etwa 50 Prozent. Es zeigt sich, dass industrialisierte und fortschrittliche Wirtschaftsnationen auch im IoT-Bereich vorne liegen – so weit wenig überraschend. Auch kaum überraschen dürfte, dass die ersten drei Plätze an Schweden, Neuseeland und Norwegen gehen.

Doch wie weit hat sich das Internet of Things in Deutschland ausgebreitet? Erstaunlicherweise landet Deutschland nur auf Rang 17 –hinter Ländern wie Bulgarien, der Slowakei und Südafrika. Hier heißt es wohl eher IoT-Entwicklungsland.

Smarter Helm geht pleite

Erinnert ihr euch noch an den smarten Helm Skully? Dieser sollte für den nötigen Durchblick sorgen – in alle Richtungen: Mithilfe eines Videosystems, On-Board-Computer und einem Info-Display sollte der Helm quasi alle toten Winkel sichtbar machen. Das Videosystem überträgt eine 180-Grad-Sicht ohne Latenz; auch Freisprecheinrichtung, Musikstreaming und GPS sind miteingebaut. Ziemlich cool eigentlich, wäre da nicht ein Haken: 1499 Dollar kostete der Spaß.

Mittlerweile sieht es leider so aus, als seien dem Projekt die Investoren abgesprungen: Die Shopping-Website ist down und alle Helmmodelle sind derzeit nicht verfügbar. Ob die Vorbesteller nun jemals einen Helm oder ihr Geld sehen, ist mehr als fraglich. Noch vor zwei Wochen verschickte das Startup folgende Mail: „Over 400 AR-1 units will be in customers’ hands by the end of July and all pre-orders will be fulfilled by the end of September. We have 100% confidence in our delivery schedule and will continue to keep you in the loop.“ Wir drücken allen Betroffenen die Daumen!

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