Außerdem: Smartwatches steht goldene Zukunft bevor

Inside IoT: Hackerangriff auf Autos, Zukunftsprojekt autonomes Fahren & Lauschangriff per Amazon Alexa
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute geht es unter anderem um einen Hackerangriff per Funkschlüssel auf Connected Cars, Google erklärt, dass autonome Autos in weiter Ferne liegen und Smartwatches steht eine goldene Zukunft bevor. Außerdem ist Amazon Alexa zu hellhörig und wir berichten über Hannes Sjoblad, der sich einen RFID-Chip implantieren ließ.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Hacking per Funkschlüssel

Nutzen Sie noch einen altmodischen Autoschlüssel, den man auch tatsächlich ins Schloss stecken muss? Wahrscheinlich nicht. Dieses Phänomen machte sich eine Gruppe deutscher Sicherheitsforscher des ADAC zu Nutze und zeigte, wie leicht sich moderne Funkschlüssel hacken lassen. Dafür setzten sie Funkwellen-Verlängerer ein: Der Key-Scanner wird in der Nähe des Schlüssels platziert, beispielsweise vor der Haustür, der Car-Scanner in der Nähe des Autos. So wird das Funksignal verlängert, auch wenn sich der Schlüssel im Haus befindet. Das Auto glaubt dank des Car-Scanners, dass der Schlüssel da sei und lässt sich öffnen. Die Forscher vom ADAC erklärten, dass 24 verschiedene Fahrzeuge von 19 unterschiedlichen Herstellern diese Schwachstelle aufweisen:

Jeder von uns seit Anfang 2016 untersuchte Wagen mit Keyless-Technik hat diese Schwachstelle. Nach unseren Schätzungen sind Hunderttausende Fahrzeuge betroffen.

Übrigens ist das Ganze nicht sonderlich aufwändig: Keinerlei Spezialtechnologie ist nötig; die Tester hätten ihre Funkbrücke mit Standardteilen für ein paar Hundert Euro selbst gebaut.

Google: Autonome Autos können noch Jahrzehnte auf sich warten lassen

Wie Google-Manager Chris Umson auf der Konferenz SXSW erklärte, könnte die Einführung von selbstfahrenden Autos noch eine ganze Weile dauern. Umson spricht von einem Zeitraum zwischen drei und dreißig Jahren und gibt damit nach Expertenmeinung die konservativste Roadmaps seitens Google bekannt:

How quickly can we get this into people’s hands? If you read the papers, you see maybe it’s three years, maybe it’s thirty years. And I am here to tell you that honestly, it’s a bit of both.

Normalerweise fällt Google durch wesentlich optimistischere Schätzungen auf – nun scheint es, als seien bei den Verantwortlichen die vielen noch zu lösenden Probleme angekommen. Umson sprach von einer schrittweisen Einführung von autonomen Fahrzeugen, was auch an den unterschiedlichen Bedingungen für diese Technologie liege: „We imagine we are going to find places where the weather is good, where the roads are easy to drive — the technology might come there first. And then once we have confidence with that, we will move to more challenging locations.“ Laut Google handle es sich hierbei allerdings nicht um einen Strategiewechsel, sondern um eine Erweiterung bestehender Pläne.

Smartwatches steht goldene Zukunft bevor

Noch 2019 soll die Anzahl an verkauften Wearables 200 Millionen überschreiten, so eine Studie von IDC. Bereits Ende 2016 sollen 110 Millionen Devices verkauft werden – eine Steigerung von 38,2 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr. Zu den Antreibern gehören smarte Uhren und Armbänder – allerdings sind Modelle wie die Apple Watch oder Android Wear nur für etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes verantwortlich. Diese Aussage stützt eine weitere Studie von Research and Market, derzufolge der Smartwatch-Markt bis 2020 um zwölf Prozent ansteigen soll. Treibende Kraft werden Smartwatches sein, die sich mit anderen Connected Devices verbinden und mit ihnen interagieren können. Bereits jetzt zeigt sich, dass der Umsatz mit Smartwatches den mit klassischen Armbanduhren übertrifft: 2015 wurden 8,1 Millionen Smartwatches verkauft, aber nur 7,9 Millionen Armbanduhren.

Amazon Alexa ist zu hellhörig

Erst vor kurzem hat Amazon neue Alexa-Devices vorgestellt, den Echo Dot und Amazon Tap. Aktiviert wird Echo, sobald man den Namen Alexa ausspricht – und genau das wurde zum Problem: Der Radiosender National Public Radio beschäftigte sich Ende Februar in einer Sendung mit Amazon Echo und den Möglichkeiten, die der Sprachassistent Alexa bietet. Die ständige Nennung des Namens Alexa führte dazu, dass das Device reagierte und zum Teil seltsame Aktionen ausführte:

Listener Roy Hagar wrote in to say our story prompted his Alexa to reset his thermostat to 70 degrees. It was difficult for Jeff Finan to hear the story because his radio was right next to his Echo speaker, and when Alexa heard her name, she started playing an NPR News summary.

Alexa wird zudem auch ab und an aktiviert, wenn man einen Freund mit Namen Alex/Alexandra/Alexander anspricht. Der Sprachassistent ist bislang nicht in der Lage, Sprecher zu unterscheiden und nur auf bestimmte Stimmen zu reagieren. So kann theoretisch jeder mit einem Zugang zum Alexa-Device Bestellungen über ein fremdes Amazon-Konto abwickeln. Um das zu verhindern, lässt sich ein vierstelliger Zahlencode einstellen, der vor Bestellvorgängen eingegeben werden muss. Außerdem kann man das „Wake-Word“ von Alexa zu Amazon oder Echo ändern.

Smarte Technologie im menschlichen Körper

Nur Geräte und Sensoren zu vernetzen, war dem schwedischen Aktivisten Hannes Sjoblad nicht genug: Auf einer sogenannten Implant Party hat er sich einen RFID-Chip einsetzen lassen. Sein Ziel liegt im Erforschen: „Ich nutze mein Implantat täglich viele Male. Das Implantat ist genauso smart wie ein RFID-Schlüsselanhänger oder eine RFID-Karte. Ich benutze es jeden Tag, wenn ich ins Büro gehe und ich nutze es, wenn ich verschiedene Konferenzräume betrete, einen Kopierer benutze oder bestimmte Schließfächer öffne. Andere Leute im Büro benutzen dazu noch ihre RFID-Karte.“ Im Implantat sind beispielsweise Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse oder Arbeitsplatz gespeichert.

Sjoblads Organisation BioNyfiken bezeichnet sich selbst als Treffpunkt für Personen, die an Biohacking interessiert sind. Dabei lassen sich gesunde Menschen etwa Implantate einpflanzen, um die jeweilige Technologie in ihrem Alltag zu nutzen. Eine andere Seite des Biohacking ist die Gesundheit und das damit verbundene Tracking von körpereigenen Daten. In Zukunft werden solche Technologien laut Sjoblad vieles vereinfachen und diverse Anwendungsbereiche für sich beanspruchen, allen voran das Bezahlen. Ausführliche Informationen zu Hannes Sjoblad und den smarten Technologien finden sich im Interview mit Carta.

Raspberry Pi 3 from scratch

In weniger als einer Stunde einen Raspberry Pi 3 von Grund auf einrichten und noch dazu angeschlossene LEDs zum Leuchten bringen? Dieses ehrgeizige Ziel hat sich Scott Hanselman mit einer Gruppe Entwickler gesetzt. Im zugehörigen Video ist nicht nur das Setup zu sehen, sondern auch die damit verbundenen Schwierigkeiten und das blinkende Ergebnis. Wer das Ganze selbst nachbauen möchte, findet die Anleitung auf Hanselmans Blog.

 

Aufmacherbild: Hard to keep a secret (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Everett Collection

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