Sich zurechtfinden in der Augmented Reality

HoloLens: so funktioniert das Interaktionsmodell von Microsofts AR-Brille
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Vielleicht ist dem ein oder anderen Folgendes schon einmal passiert: Man sieht eine technologische Innovation und hat spontan das Gefühl, plötzlich aus der Gegenwart direkt in die Zukunft katapultiert worden zu sein. Microsofts HoloLens das erste Mal im Einsatz gesehen zu haben, ist wahrscheinlich für viele so ein Moment gewesen. Doch wie genau geht man eigentlich mit der HoloLens um?

Auch wenn sich im Nachgang der ersten Präsentationen herausstellte, dass die holographischen Projektionen nur in einem zentrierten Teilbereich der Brille sichtbar sind, bleibt Microsofts Augmented Reality-Brille doch ein beeindruckendes Gadget, von dem in Zukunft noch einiges erwartet werden kann. Neben den Hologrammen ist sicher die Handhabung der faszinierendste Aspekt des Geräts. Im Wesentlichen funktioniert die Steuerung über drei Kommandos: Gaze, Gesture und Voice.

Gaze und Gesture

Die HoloLens verfügt über eine Kamera, die die Umgebung des Users aus seiner Perspektive aufnimmt. Während die Kamera nach althergebrachtem Prinzip Lichtimpulse einfängt, muss man sich die Interaktion der Brille mit dem User andersherum vorstellen: als würde sie einen Strahl aussenden. Dinge, die der Nutzer gerade anblickt, unterbrechen den Strahl, weshalb sie als potentielle Interaktionsobjekte wahrgenommen werden. So funktioniert der Gaze (dt.: Blick). Vorstellbar wäre zum Beispiel, sich die Produktpalette eines Onlineshops projizieren zu lassen. Nähere Informationen über einzelne Objekte können bei Interesse aufgerufen werden, indem man das Produkt fokussiert und einen „Tap“ ausführt.

Womit wir bei der Gesture (dt.: Geste) sind. Sie besteht – bislang? – aus einem einfachen Druck des Zeigefingers in die Luft; so als würde man auf einen ungefähr in Brusthöhe angebrachten Touch Screen tippen, nur eben ohne den Bildschirm.

Voice – die Stimme

Besonders in Kombination mit gesprochenen Kommandos entfaltet das Interaktionsmodell der HoloLens sein volles Potential. Microsoft hat sein Vorzeige-Gadget speziell für Windows 10 entwickelt, somit steht dessen Speech Engine vollständig zur Verfügung. Die Fixierung des Geräts am Kopf des Nutzers vereinfacht zusätzlich die Stimmaufnahme, da sich der Mund in Relation zum Mikrophon stets am gleichen Platz befindet, was der Software die Spracherkennung erleichtert.

Gerade das Zusammenspiel mit Gaze sollte die Bedienung nochmals erleichtern, da durch Blickkontakt das Objekt bzw. der Objektbereich des akustischen Befehls schon eingegrenzt ist. So fällt die nervige, weil häufig zu wiederholende Ansprache spezifischer Objekte weg, was die Sprachinteraktion natürlich und flüssiger wirken lassen sollte. Wie die verschiedenen Aspekte des HoloLens-Interaktionsmodells ineinandergreifen, zeigt folgendes Video:

Wie geht es weiter?

Gerade die Voice-Funktion eröffnet ein fast unendliches Feld möglicher Anwendungen, sei es im privaten Bereich beim Shoppen und Spielen, sei es im gewerblichen Bereich oder in der Medizin. Man wird sehen, ob sich die Größe des Sichtfelds als langfristiges Problem erweisen wird (auch im Hinblick auf die Akkulaufzeiten) oder der technische Fortschritt derlei Bedenken zerstreut. Auch ob und wenn ja: wie sich der Konkurrenzkampf mit Virtual Reality-Alternativen – namentlich Oculus Rift und HTC Vive – entfalten wird, dürfte spannend bleiben.

Microsoft jedenfalls versucht in letzter Zeit die HoloLens unter Entwicklern massiv zu pushen, etwa durch die Eröffnung eines HoloLens-Playgrounds im vergangenen Dezember. Dort können sich Entwickler einen ersten Eindruck vom Gerät und seinen Möglichkeiten machen. Hintergrund ist der für das erste Quartal dieses Jahres angekündigte Release des HoloLens-Development-Kits.

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Dr. Holger Schwichtenberg (www.IT-Visions.de/5Minds IT-Solutions)

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Christian Nagel (CN innovation)

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