Außerdem: Neues Wi-Fi-Protokoll fürs IoT, digitaler Spiegel & DIY Gameboy mit Raspberry Pi

Inside IoT: 5G von Intel, Beacon-Metropole Amsterdam & Wearable Drones
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute unter anderem mit Intels 5G-Plänen, Amsterdam wird zur Beacon-Hauptstadt, Wearable Drones sind The Next Big Thing, einem neuen Wi-Fi-Protokoll für das Internet of Things, dem ersten digitalen Spiegel und wie man einen Gameboy mithilfe von Raspberry Pi und 3D-Druck baut.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Intel investiert in 5G-Technik

Intel hat auf dem hauseigenen Intel Developer Forum verkündet, dass sie die Entwicklung des neuen Mobilfunkstandards 5G vorantreiben möchten. Dafür müssten allerdings zuerst die Schwächen des 4G-Netzes ausgemerzt werden. Aicha Evans, General Manager bei Intel, betonte, dass mit der Einführung von 5G 2020 rund 50 Milliarden Dinge vernetzt seien. Deswegen sei es wichtig, ein Netz zu entwickeln, das mehr bietet als nur schnelle Datenübertragung:

5G will make the internet of things more effective, more efficient from a spectral efficiency standpoint. Each IOT device and network will use exactly and only what it needs and when it needs it, as opposed to just what’s available.

5G soll dabei helfen, hohe Transferraten, aber gleichzeitig auch niedrige Latenzzeiten zu gewährleisten. Ein Beispiel für den Einsatz von 5G ist die Autoindustrie: Gerät ein Auto in einen Unfall und der Airbag löst aus, wird eine Nachricht an alle Fahrzeuge in der Nähe versendet, um sofort einen Bremsvorgang einzuleiten. Um diese Entwicklung voranzutreiben, arbeitet Intel mit verschiedenen Unternehmen zusammen und investiert in die Weiterbildung von Ingenieuren und Entwicklern.

City as Living Lab: Amsterdam wird zur Beacon-Hauptstadt

Im Rahmen eines großangelegten Beacon-Projekts in Amsterdam werden drei öffentliche iBeacon-Netzwerke in der Stadt installiert. Die Bluetooth-Funksender werden beispielsweise an Laternenmasten sowie Bahn- und Bushaltestellen befestigt. So können Passanten per Push-Nachricht mit Werbebotschaften oder Sonderinformationen, wie Sehenswürdigkeiten oder Routen, versorgt werden. Das erste Lab befindet sich auf einer zwei km langen Strecke, die vom Amsterdamer Hauptbahnhof zum Marineterrein führt. Ins Leben gerufen hat die Initiative das iBeacon Living Lab, zu der unter anderem die Stadt Amsterdam, Intel, KPM und Beacon-Spezialist Glimworm Beacons gehören. In Zukunft soll die komplette Stadt vernetzt werden: Dafür nutzen die Entwickler auch Sender mit LoRaWAN (Low Range Wide Area Network), die nicht nur Signale über mehrere Kilometer aussenden, sondern auch empfangen. Zudem sollen gesammelte Nutzerdaten ausgewertet werden. Wie die Amsterdam Beacon Mile funktioniert, zeigt das folgende Video:

802.11ah: Wi-Fi-Protokoll fürs IoT soll M2M-Probleme lösen

Die Verwendung von bestehenden Kommunikationsprotokollen für IoT-Devices verkompliziert die Entwicklung von M2M-Geräten und erhöht gleichzeitig die Kosten. Das neue Wi-Fi-Protokoll von IEEE soll diese Probleme lösen. Momentan werden M2M-Devices Wireless Sensor Networks zugeordnet, die über Zigbee, 802.15.4, 6LoWPAN, Bluetooth, Wi-Fi oder firmeneigene Funklösungen kommunizieren. Das Problem hierbei ist laut NeTS-Research Group, dass so viele verschiedene Technologien genutzt werden, aber kein Standard festgelegt ist. Einige existierende Protokolle erfüllen nicht die Anforderungen, die M2M-Devices stellen: Aus diesem Grund schlagen die Forscher in der Studie „IEEE 802.11ah: The Wi-Fi Approach for M2M Communications“ vor, Wi-Fi 802.11ah zu nutzen. Dieses noch in der Entwicklung befindliche Wi-Fi soll Vorteile wie größere Reichweite und Abdeckung, niedrigen Energieverbrauch und die Möglichkeit, zugleich mehr als 8.000 Nodes abzufertigen, in sich vereinen. 2016 soll die finale Version auf den Markt kommen.

Wearable Drones – Das neue Smart Device?

Drohnen kennen wir bereits als Lieferant von Medikamenten oder von Flugshows, aber dass sie als Wearable fungieren ist doch eher ein fremder Gedanke. Das Team der Frog Agency sieht das allerdings anders: Das Next Big Thing im IoT ist Drohne und Wearable zugleich. Drohnen haben sich direkt aus Smartphones entwickelt – sie nutzen dieselben Mikroprozessoren und Sensoren. Deshalb geht Adam Pruden, Senior Interaction Designer bei Frog Design, davon aus, dass Drohnen in absehbarer Zeit genauso zu unserem Alltag gehören wie Smartphones – mit zwei unverkennbaren Unterschieden: Sie können physische Aufgaben erledigen und werden als Wearable funktionieren. Das Entwickler-Team hat vier Konzeptstudien entwickelt, unter anderem Breathe und Parasol. Breathe sitzt auf der Schulter des Users, misst die Luftqualität und schwebt bei stark verschmutzter Luft wie ein Filter vor das Gesicht; Parasol kann als Schmuck getragen werden und steigt bei starker UV-Strahlung oder Regen über den Kopf des Nutzers, um diesen durch seine Propeller zu schützen. Bis es aber soweit ist, müssen zuerst einige Hürden genommen werden – denn viele Konsumenten verbinden Drohnen mit negativen Assoziationen:

In order for drones to become part of everyday life is we have eliminated that fear factor we currently have.

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MemoryMirror: Der erste digitale Spiegel

Wer kennt das nicht von den eigenen Shopping-Touren: Der Schnitt des Outfits gefällt zwar, doch die Farbe steht einem überhaupt nicht. Also heißt es wieder umziehen, raus aus der Kabine und die Ware in einer anderen Farbe suchen – ziemlich nervig. Die Nobelkaufhauskette Neiman Marcus testet jetzt in drei US-Filialen digitale Shopping-Spiegel, mit dem Kunden virtuell Kleidung anprobieren, Outfits fotografieren und sich den Link per E-Mail zuschicken können. Neiman Marcus nutzt dazu den MemoryMirror von MemoMi: Steht man vor dem Spiegel, bieten die integrierten Kameras eine 360°-Ansicht, mithilfe derer der Entscheidungsprozess leichter fallen soll. Zudem besteht so die Möglichkeit, verschiedene Farbvarianten und Kreationen miteinander zu vergleichen. Das Video gibt einen Einblick in die Funktionsweise des Spiegels:

DIY: Raspberry Pi Gameboy

Der Gameboy ist ein Kult-Gaming-Device, mit dem die meisten Erwachsenen mehrere Stunden ihrer Kindheit zugebracht haben und an das sich wohl jeder mit Freuden erinnert. Die Ruiz Brothers stellen nun eine Do-it-yourself-Anleitung vor, dank derer man seinen eigene Gameboy erschaffen kann: Mittels 3D-Druck, einem Raspberry Pi A+ und weiteren Komponenten von Adafruit lässt sich ein originalgetreues Device nachbauen. Da aber relativ viel Verdrahten und Löten auf einen zukommt, empfehlen die Entwickler unerfahrenen Nutzern, besser mit einem einfacheren Projekt anzufangen. Die ausführliche Anleitung mit allen Bestandteilen sowie Code und Bildern findet sich im zugehörigen Post.

Screenshot: https://learn.adafruit.com/pocket-pigrrl

Screenshot: https://learn.adafruit.com/pocket-pigrrl

Aufmacherbild: Beautiful view of Amsterdam canals with bridge (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Veronika Galkina

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