Sechs Gründe, die gegen Beacons sprechen und eine Smartwatch für Blinde

Inside IoT: Smartes Wetterhaus, Amazon Dash-Hack & selbstfahrende Roller
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute unter anderem mit einem Hack von Amazons Dash-Button, einem smarten Wetterhaus und einer Smartwatch für Blinde. Außerdem gibt es sechs Gründe, warum sich Beacons nicht durchsetzen und eine Konzeptstudie eines selbstfahrenden Rollers.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Amazon Dash-Hack

Im Inside IoT von letzter Woche haben wir euch von Amazons Dash-Button berichtet, mit dem per Druck das gewünschte Produkt bestellt werden kann. Tony DiCola zeigt nun, wie man den doch recht schnöden Button einer neuen Verwendung zuführen kann. Dafür muss das Device natürlich zuerst geöffnet werden, damit man an die Platine gelangt. DiCola schließt ein Programmiergerät an und baut eine Toolchain, um Programme zu erstellen, die dann auf dem Dash laufen. Mit diesem nicht ganz einfachen Hack – denn das Device ist nicht darauf ausgelegt, was beim Programmieren zu Schwierigkeiten führen kann – ist es möglich, seinen eigenen Code auf dem Gerät laufen zu lassen. Somit kann man den Dash-Button beispielsweise zu einem günstigen und gleichzeitig ausgereiften WiFi-Device umfunktionieren. Da hier Code direkt auf einem Chip ohne OS laufen soll, ist es ratsam sich genau an die Anleitung von DiCola zu halten. Das Video zeigt in Kurzfassung den Ablauf:

Wetterhaus bekommt smartes Upgrade

Die Enchanted Objects Design Challenge hat erneut Entwickler dazu aufgerufen, ein alltägliches Objekt zu „verzaubern“, sprich ihm ein smartes Upgrade zu verleihen. Gewinner Andy Clark hat sich dazu entschieden, ein traditionelles Wetterhäuschen zu verbessern. Wetterhäuser (ein Exemplar ist beispielsweise im Aufmacherbild abgebildet) werden durch im Innern angebrachtes Pferdehaar gesteuert, das auf Änderungen der Luftfeuchtigkeit reagiert. Bei trockener Luft kommt eine Figur im Sommeroutfit nach außen, bei feuchter Luft die mit Regenschirm. Clark hat die Mechanik durch einen Servomechanismus und 3D-gedruckte Teile ersetzt. Die Elektronik basiert auf einem Arduino Yún, einer Blende und einem Infineon RGB LED-Driver-Shield. Die beiden Figuren erhalten den Wetterbericht nun über das Internet und bewegen sich mittels Magnetismus. Das Innere des Hauses ist mit LEDs ausgestattet, die die Farbe je nach Temperatur ändern. Der vollständige Code steht auf GitHub zum Download bereit.


Sechs Gründe, warum sich Beacons (noch) nicht durchsetzen

Von Händlern als Zukunft des Einzelhandels hoch gelobt – 85 Prozent der von BI Intelligence Befragten wollen bis 2016 Beacon-Technologie anwenden – fristen die „Leuchtsignale“ des Internet of Things momentan noch ein Schattendasein. Beacons sind bislang nur wenigen Verbrauchern bekannt: 70 Prozent der US-Kunden haben noch nie von den Bluetooth-Funksendern gehört, zeigt eine Studie des Produktinformations-Experten First Insight. Dabei hat allein Macy’s in den vergangenen zwölf Monaten 4.000 US-Filialen mit Beacons ausgestattet. Stephanie Miles hat sechs Gründe gesammelt, warum Beacon-Projekte scheitern:

  1. Händler führen ungeplante Kampagnen ohne Datengrundlage durch
  2. Infrastruktur fehlt
  3. Businessziele und Erfolgsmetriken werden nicht definiert
  4. Beacons werden zu sporadisch eingesetzt
  5. Händler setzen zu sehr auf eigene Apps
  6. Händler setzen nicht auf Mobile-Strategien

Konzeptstudie: selbstfahrender Roller

Auf Vimeo haben wir einen Konzept-Film aus Taiwan eines selbstfahrenden Rollers gefunden. In diesem Film sieht man einen mit Sensoren bestückten, dreirädrigen Roller, der über diverse Messinstrumente, Abstandshalter und Kameras in der Lage ist, unterschiedlichste Verkehrssituationen zu interpretieren und damit den Fahrer zu entlasten. Der Theorie nach soll der Scooter mit den Sensoren anderer Fahrzeuge interagieren, sich so mit diesen abstimmen und Unfälle vermeiden. Das ist so zwar alles noch Zukunftsmusik, dennoch stecken ein paar technische Details des Rollers bereits in realisierten Projekten wie beispielsweise selbstfahrenden Trucks.

Braille-Smartwatch für Sehbehinderte

Eine Smartwatch auch Menschen mit Sehbehinderung zugänglich machen – diesen Gedanken hat ein südkoreanisches Entwicklerteam mit Dot konsequent weiterverfolgt. An der Position eines herkömmlichen Displays findet sich auf der Dot-Smartwatch eine Fläche für die Darstellung von Brailleschrift. Vier Abschnitte mit jeweils sechs Punkten sind an der Uhr angebracht, die so bis zu 100-mal pro Sekunde ihre Einstellung verändern kann. Auf diese Weise entstehen die Erhebungen, die nötig sind, um vom Nutzer mit dem Finger erfühlt zu werden. Dot soll es möglich machen, Textnachrichten oder Bücher zu lesen und Navigation zu nutzen. Außerdem wurde ein Vibrationsmotor verbaut, der so über eingehende Nachrichten informiert. Da E-Braille-Reader oft über 2.000 Dollar kosten und nur rund ein Prozent aller Bücher in Blindenschrift übersetzt ist, könnte Dot ein neues Marktsegment erschließen.

Aufmacherbild: Black Forest German Weather House von Shutterstock / Urheberrecht: grossishut

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