Außerdem: Solar-Tracker mit Raspberry Pi bauen

Inside IoT: Apple Watch umsatzstark, Schwachstelle in Kühlschränken & 3D-Druck in der Medizin
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute unter anderem mit einem Quartalsbericht zu Apples Umsatz im Wearable-Markt, einer Schwachstelle in Samsung-Kühlschränken und einem Allheilmittel für uns alle: 3D-Druck. Außerdem stellen wir ein Projekt vor, mit dem man einen Solar-Tracker mithilfe eines Raspberry Pis bauen kann.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Apple Watch macht 2/3 der verkauften Wearables in Q2 2015 aus

Der aktuelle Report „Worldwide Quarterly Wearable Device Tracker“ der International Data Corporation (IDC) zeigt ein starkes Quartal für Apple. Trotz einiger negativer Schlagzeilen rund um die Apple Watch rangiert Apple im Wearable-Markt auf Platz zwei hinter Fitbit. Im zweiten Quartal 2015 hat Apple 3,6 Millionen Smartwatches verkauft, was einen Marktanteil von 19,9 Prozent ausmacht. Etwa zwei Drittel aller verkauften smarten Wearables waren Apple Watches. Diese Absatzzahlen sind natürlich im Vergleich zu den im zweiten Quartal 2015 verkauften iPhones (61,2 Mio.) nur Peanuts.
Marktführer Fitbit konnte 4,4 Millionen Wearables absetzen, was eine 158,8 prozentige Steigerung zum Vorjahr bedeutet. Xiaomis MiBand wurde 3,1 Millionen Mal verkauft, somit ordnet sich das chinesische Unternehmen auf Rang drei ein. Apples Einstieg in den Wearable-Markt führt zu einer verstärkten Aufmerksamkeit im gesamten Markt, wie Ramon Llama, Research Manager bei IDC, bemerkt:

Its participation benefits multiple players and platforms within the wearables ecosystem, and ultimately drives total volumes higher. Apple also forces other vendors — especially those that have been part of this market for multiple quarters — to re-evaluate their products and experiences.

Top-5-Wearable-Anbieter, -Verkäufe, Marktanteil und Wachstum im Jahresvergleich, Q2 2015 in Millionen (Quelle: IDC)

Anbieter 2Q15 Verkaufte Produkte
2Q15 Marktanteil 2Q14 Verkaufte Produkte
2Q14 Marktanteil 2Q15/2Q14 Wachstum
1. Fitbit 4.4 24.3% 1.7 30.4% 158.8%
2. Apple 3.6 19.9% 0 0.0% %
3. Xiaomi 3.1 17.1% 0 0.0% %
4. Garmin 0.7 3.9% 0.5 8.9% 40.0%
5. Samsung 0.6 3.3% 0.8 14.3% -25.0%
Andere 5.7 31.5% 2.6 46.4% 119.2%
Total 18.1 100.0% 5.6 100.0% 223.2%

Samsungs smarter Kühlschrank als Gefahr für Gmail-Anmeldedaten

Dass das Internet of Things nicht nur positive Effekte mit sich bringt, sondern durch die totale Vernetzung auch Risiken entstehen, dürfte spätestens seit den in letzter Zeit ständig vorkommenden Auto-Hacks klar sein. Aber auch smarte Kühlschränke sind Ziele von Hackern: Auf der Def Con Hacking Conference haben Experten über eine Schwachstelle in Samsung-Kühlschränken berichtet. Das betroffene Modell ist über Wi-Fi mit dem Web verbunden und kann dieses so durchsuchen; zudem können auf einem Display der Smartphone-Bildschirm und Apps angezeigt werden. Da der Kühlschrank SSL-Zertifikate nicht validiert, ist er anfällig für „man in the middle“-Angriffe. Auf diese Weise können Hacker Zugang zum Netzwerk erlangen und die Daten, auf die der Kühlschrank Zugriff hat, stehlen – in den meisten Fällen sind das Gmail Kalender-Informationen und Anmeldedaten. Also Vorsicht bei der Weitergabe von Daten an den smarten Kühlschrank!

Die Welt mit 3D-Druck retten

Seit dem Aufschwung des 3D-Drucks und dem darauffolgenden Hype hört man immer wieder Geschichten darüber, wie der 3D-Druck uns in eine glänzende Zukunft führen soll. Neben den durchaus sinnvollen und hilfreichen Projekten gibt es aber auch immer wieder solche, die der Industrie Steine in den Weg legen – weil sie zu naiv oder sogar betrügerisch sind. So möchte beispielsweise die Firma Pembient Nashörner vor Wilderern retten: Aus Keratin und Nashorn-DNA mixt das Unternehmen sein eigenes Hornpulver und 3D-druckt das Ganze zu Nashornhörnern – und unterbietet so den Preis eines echten Horns um 90 Prozent. Tierschützer warnen davor, dass synthetische Hörner die Nachfrage ankurbeln werden; außerdem würden laut Pembients eigener Studie 65 Prozent der Nutzer die falschen Hörner ablehnen.
Was hingegen wirklich sinnvoll mit 3D-Druck erschaffen werden kann, sind medizinische Applikationen oder gar Organe: So sind Prothesen, die 3D-gedruckt werden, nicht nur günstiger, sondern meist auch einfacher und schneller anpassbar.

Die Initiative OpenBionics etwa entwickelt Roboterhände und andere Prothesen, die dank 3D-Druck kostengünstig produziert werden können. Forscher der University of Illinois und der Washington University haben einen Herzschrittmacher konstruiert, der wie eine Hülse um das Herz gestülpt wird und dadurch direkt den Herzrhythmus steuert. Derzeit ist das Ganze zwar noch ein Prototyp, der im Labor verwendet wird, dennoch könnte die Erfindung in Zukunft Leben retten. Gerade im Gesundheitswesen kann der 3D-Druck bewährte, aber teure und komplizierte Vorgehensweisen revolutionieren und so eventuell für alle Menschen eine bessere medizinische Versorgung gewährleisten.

Raspberry Pi Solar-Tracker

Passend zum zurückkehrenden Sommer möchten wir euch heute einen Solar-Tracker vorstellen, der auf einem Raspberry Pi basiert. Jay Doscher hatte die Idee, eine Solaranlage zu entwickeln, die autonom arbeitet und zugleich portabel ist. Mithilfe einer Raspberry Pi Field Unit wird das Solarpannel gesteuert, sodass es stets der Sonne zugewandt ist und auf diese Weise den bestmöglichen Energieertrag generiert. Wie das Ganze genau funktioniert, erklärt Doscher auf seinem Blog.

Screenshot: http://bit.ly/1HYD5qZ

Screenshot: http://bit.ly/1HYD5qZ

Aufmacherbild: Smart home concept sketch (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Scott Bedford

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