Außerdem: Diebstahlschutz für Autos gehackt & Googles Router OnHub

Inside IoT: Googles AI Atlas, Amazon Dash Hack, Bewegungssteuerung mit Raspberry Pi & Leap Motion
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. mit Amazon Dash den Alltag protokollieren, bewegungsgesteuerte Servos mit Raspberry Pi und Lean Motion entwickeln und Atlas – künstliche Intelligenz von Google. Außerdem wurden die Wegfahrsperren von Autos gehackt und Google stellt seinen neuen smarten Router OnHub vor.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Amazon Dash Hack: Per Klick den Alltag protokollieren

Kaum ist der Amazon Dash-Button für die breite Masse verfügbar, kommen immer mehr findige Tinkerer darauf, dass man den smarten Button auch für ganz andere Dinge nutzen kann. Eigentlich sollen Kunden Waschmittel und andere Haushaltswaren mit nur einem Klick nachbestellen können. Der Entwickler Ted Benson hat das Gerät umfunktioniert: Jedes Mal, wenn der mit dem WiFi-Netzwerk verbundene Button gedrückt wird, findet eine Aufzeichnung in Google Spreadsheet statt – ohne, dass zeitgleich Windeln bestellt werden. Wenn sein Baby wach ist oder die Windel gewechselt werden muss, wird das in einer Tabelle festgehalten. So bekommt der stolze Vater eine genaue Aufzeichnung über das Alltagsleben seines Sohns. Der Hack beinhaltet keinerlei Firmware- oder Hardware-Modifikationen: In einem Blogpost erklärt Benson genau, wie er mithilfe eines in Python verfassten Skripts den Dash-Button umprogrammiert hat. Das zugehörige Video vermittelt einen guten Eindruck des Resultats:

Bewegungsgesteuerte Servos mit Raspberry Pi & Leap Motion

Ein physisches Objekt, das die eigenen Handbewegungen spiegelt? Klingt nach Science Fiction! Dank eines Raspberry Pis, diversen Micro-Servos und PubNub-Datenströmen ist das Ganze für findige Entwickler allerdings ein Kinderspiel. Mithilfe von Leap Motion – einem SDK, das mit monochromatischer IR-Kamera und drei infraroten LEDs die Hände des Users abfilmt – kontrolliert der Nutzer die beiden Servos. Diese spiegeln dann die Bewegungen der Hände – unabhängig voneinander.

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Quelle: http://www.pubnub.com/blog/motion-controlled-servos-with-leap-motion-raspberry-pi/

Leap Motion kommuniziert mit einer minimalen Latenz via PubNub direkt mit dem Raspberry Pi, dieser wiederum bewegt die Servos. Die detaillierte Anleitung mit Codebeispielen findet sich im zugehörigen Blogpost; der komplette Code steht auf GitHub zum Download bereit.

Künstliche Intelligenz von Google: Atlas

Die von Google übernommene Firma Boston Dynamics macht Fortschritte auf dem Gebiet der humanoiden Roboter: Roboter Atlas soll dazu eingesetzt werden, Rettungseinsätze auszuführen, die für Menschen zu schwierig oder gefährlich sind. Nachdem es lange still um Atlas war, hat Boston-Dynamics-Gründer Marc Raibert auf der FAB 11 Konferenz ein Video präsentiert, indem die Fortschritte gezeigt werden, die der Roboter in der Zwischenzeit gemacht hat: Atlas läuft selbstständig über unwegsames Gelände – zwar langsam und mit Stromversorgungskabel, aber ohne umzufallen. Laut Raibert arbeitet die Firma allerdings bereits an einer kabellosen Energieversorgung. Zudem kann sich der Roboter unterschiedlichstem Terrain anpassen und Hindernisse überqueren bzw. umgehen.  Der Fokus von Boston Dynamics lag zuvor auf einem vierfüßigen Roboter namens BigDog, der sogar eine Geschwindigkeit von bis zu 11 km/h erreicht, Lasten von bis zu 180 kg tragen sowie mit seinem maulähnlichen Kopfteil Türen öffnen und Ziegelsteine abwerfen kann.

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Gerade vor dem Hintergrund, dass Boston Dynamics mit der US-amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) zusammenarbeitet und einzelne Robotertypen bereits für militärische Operationen eingesetzt wurden, bekommt das Ganze schnell einen unheimlichen Beigeschmack. Angesichts dieser Fortschritte in der Entwicklung von Robotern mit künstlicher Intelligenz warnen Forscher wie Stephen Hawking, Steve Wozniak und Elon Musk vor der Entwicklung selbstständiger Kampfroboter. Künstliche Intelligenzen, die nach festgelegten Kriterien Menschen zur Tötung aussuchen könnten, seien eine große Gefahr für gezielte Anschläge. Aus diesem Grund sollten auf künstlicher Intelligenz basierende Waffensysteme verboten werden. Noch ist die Entwicklung aber nicht so weit, dennoch sagt Marc Raibert:

I’m not saying it can do everything you can do, but you can imagine, if we keep pushing, we’ll get there.

Einen Einblick in die Entwicklungsergebnisse von Boston Dynamics gibt folgendes Video:

Diebstahlschutz für Autos geknackt

Keine Woche vergeht momentan ohne eine Meldung über ein gehacktes Auto. In diese Tradition reiht sich auch folgender Hack: Forschern der niederländischen Radboud Universität und der University of Birmingham ist es gelungen, die schwache Verschlüsselung des Megamos Crypto Transponders zu cracken. Transponder dieses Typs tauschen einen geheimen Code per RFID mit der Wegfahrsperre aus, die wiederum den Motor kontrolliert. Zum Einsatz kommt die Verschlüsselungstechnik beispielsweise in Autos der Marke Audi, Fiat, Honda, Volkswagen und Volvo. Die Forscher haben drei Methoden aufgedeckt, mit denen man den Schlüssel stehlen und so die Wegfahrsperre umgehen kann:

Our attacks require close range wireless communication with both the immobilizer unit and the transponder. It is not hard to imagine real-life situations like valet parking or car rental where an adversary has access to both for a period of time.

So kann beispielsweise die „trivial denial of service attack“-Methode angewendet werden, die darauf abzielt, ein Bit des 96-Bit Transponders umzuwandeln, um die Wegfahrsperre zu deaktivieren. Eine weitere Methode nennt sich „partial key-update attack“ und funktioniert durch Abfangen der Authentifizierungsdaten zwischen Transponder und Wegfahrsperre. Die dritte Möglichkeit ist das Ausnutzen von „weak keys“, indem 64 Bits anstatt 96 Bits versendet werden. Die Schwachstelle wurde bereits vor drei Jahren entdeckt, allerdings durfte die Studie bis dato aufgrund einer Klage von Volkswagen und Thales nicht veröffentlicht werden.

Googles OnHub: Konkurrenz für Amazon Echo?

Google könnte Amazon Echo in Zukunft mit seinem neuen Router OnHub Konkurrenz machen: OnHub soll einfach zu installieren und verwalten sein und zudem für eine gleichbleibende WiFi-Performance sorgen. Außerdem soll der Router smarte Devices miteinander verknüpfen. Zwar weist OnHub momentan noch keine weiteren Features auf, Google verspricht jedoch, dass dem Router in Zukunft neue Funktionen hinzugefügt werden sollen. Das Device unterstützt bereits Bluetooth LE und Googles Smart-Home-Sprache Weave, sodass davon auszugehen ist, dass OnHub in irgendeiner Weise ins Internet of Things eingebunden werden wird – möglicherweise als Smart-Home-Hub. Auch Amazon Echo war anfangs ein relativ simples Gerät, das nach und nach immer mehr smarte Services angeboten hat. Experten sind der Ansicht, dass Google mit OnHub Ähnliches plant, allerdings ist noch nicht klar, auf was genau die Kalifornier den Fokus legen.

Aufmacherbild: cyborg world (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: juanmrgt

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