Inside IoT: Googles Eddystone, Hue und die Haie & die Frage nach der Relevanz des Internet of Things
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute unter anderem mit einem neuen P2P-Standard und Konkurrenz für Apples iBeacon. Außerdem: Ist das Internet of Things doch überschätzt und wie fühlt man sich eigentlich in einem Sharknado?

In den letzten Tagen gab es wieder interessante Neuigkeiten über das Internet of Things zu vermelden. Die spannendsten davon finden sich hier.

Entwicklungsplattform für Embedded-Manycore-Systeme

Bosch, die Eclipse Foundation und 20 weitere Unternehmen haben sich im Projekt AMALTHEA4public zusammengeschlossen, um gemeinsam Werkzeuge und Grundlagen zur Entwicklung eingebetteter Systeme mit parallel arbeitenden Prozessorkernen herauszuarbeiten. Zugrunde liegt der Plattform die Eclipse IDE for Automotive Software Developers, die Softwareentwicklungsprozesse und -werkzeuge zur Bewältigung spezifischer Anforderungen der Fahrzeugindustrie entwickelt. Ziel der neuen Entwicklungsplattform ist es nun, die bestehende so zu erweitern, dass sie Manycore-Prozesse unterstützt und Unternehmen ihre Entwicklungswerkzeuge darin einbinden können.

Neuer P2P-Standard für das IoT

Die Wi-Fi-Alliance stellt mit ihrer P2P-Lösung Aware ein ambitioniertes Protokoll vor, um Daten ohne ständige Verbindung von Device zu Device zu übertragen. Das soll den Energieverbrauch erheblich verringern und so die Türen zu neuen Verwendungsmöglichkeiten öffnen. Ein besonders wichtiger Verwendungszweck für Aware ist laut Wi-Fi-Alliance die Ermöglichung von „Heartbeat“-Broadcasts in bestimmten Intervallen. Das bedeutet, dass ein Gerät mit jedem anderen Connected-Device in der Nähe kommunizieren kann – bevor eine Wi-Fi-Verbindung aufgebaut wird. Aware soll mit jedem Gerät gekoppelt werden können, dass Wi-Fi unterstützt und könnte so eine kleine Revolution auf dem Weg zum Pervasive Computing auslösen.

Google startet eigene Beacon-Plattform

Mit dem offenen Beacon-Format Eddystone hat Google nun ein Äquivalent zu Apples iBeacon vorgestellt. Die Plattform unterstützt sowohl Android- als auch iOS-Geräte und fungiert als ganzheitliches Konzept mit einer zentralen Beacon-Registrierung für offene Plattformen. Google setzt dabei auf Bluetooth Low Energy (BLE). Eddystone bietet Entwicklern eine Reihe von Tools und Schnittstellen (Nearby API und Proximity Beacon API), mit denen diese den Datenaustausch zwischen verschiedenen Devices steuern können. Spezifikationen sind auf GitHub downloadbar. Weitere Informationen gibt’s im Video:

Qualcomm partnert mit Thread Group

Chiphersteller Qualcomm hat sich der Thread Group angeschlossen. Das wäre zunächst nicht unbedingt eine Meldung wert, doch der Schritt könnte große Auswirkungen haben: Denn Qualcomm ist bereits Mitglied der konkurrierenden AllSeen Alliance, die genauso wie die Thread Group Standards und Prozesse für das Internet of Things entwickelt. Diese doppelte Partnerschaft könnte ein Anlass sein, um in Zukunft enger zusammenzuarbeiten und gemeinsam übergreifende Lösungen für das IoT zu schaffen.
Zudem hat die Thread Group das Wireless-Networking-Protokoll Thread veröffentlicht, das es Developern erlaubt, einfache und sichere Low-Power-Networks und Connected-Devices zu entwickeln. Mehr Details finden sich in der Pressemitteilung der Thread Group.

Philips Hue-Lampen ergänzen Heimunterhaltung

Wer sich schon immer gedacht hat, wie toll es doch wäre, beim Spielen an der Xbox oder beim Filmschauen von intelligenten Lampen begleitet zu werden, der darf sich jetzt freuen: Philips Hue-Lampen sind nun mit dem Spiel „Chariot“ und den „Sharknado“-Filmen kompatibel. Um das Feature zum Film nutzen zu können, benötigt man ein iOS-Device und die App Syfy Sync. Die Lampen interagieren mit den Spiel- bzw. Filmszenen, indem sie beispielsweise rot blinken, wenn man angegriffen wird, oder – basierend auf der Filmmusik – den ganzen Raum meeresblau oder blutrot färben. Ob das Ganze mehr als ein nettes Gimmick ist, darf jeder selbst entscheiden. Im folgenden Video kann man sich einen Einblick in die Wirkungsweise des Smart Home-Gadgets verschaffen:

Ist das IoT doch überschätzt?

Diese These stellt Jeffrey M. Kaplan im Beitrag „Five Reasons IoT Isn’t Happening“ zumindest auf – und steht damit im Gegensatz zu unserem kürzlich veröffentlichten Artikel „Internet of Things: underhyped aber nicht überschätzt„. Kaplan greift fünf Gründe heraus, die seiner Meinung nach dafür verantwortlich sind, dass das IoT langsamer als gedacht angenommen wird. Dazu zählen die schwammige Begriffsdefinition, das Problem des Teamworks, die fehlende Strategie sowie unausgereifte Technologien und mangelndes Talent. Solange diese Hürden nicht überwunden seien, werde sich das IoT langsamer verbreiten als es Entwicklern und Herstellern lieb ist.

 

Aufmacherbild: Sharks swimming around in a lightbulb (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Paper Street Design

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