Großbritannien ist "contactless capital" und zwei Startups wollen das IoT revolutionieren

Inside IoT: Musikstreaming mit IFTTT, selbstfahrende Trucks & IoT-Bootcamp
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute unter anderem mit selbstfahrenden Trucks, einem IoT-Bootcamp und Musikstreaming mit IFTTT. Außerdem stellen wir zwei ambitionierte Startups und Europas „contactless capital“ vor.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

IFTTT mit Deezer-Integration

Dass ein Streaming-Dienst mit IFTTT kommunizieren kann, ist nichts Neues: Soundcloud praktiziert dies seit längerem. Mit If This Than That können verschiedene Webanwendungen durch das Trigger-Action-Schema miteinander in Beziehung gesetzt werden. Deezer ist jetzt der erste kommerzielle Musikstreaming-Anbieter, der IFTTT-Integration anbietet. Dank der Vielzahl an vorhandenen Integrationen von IFTTT kann man sich einige spannende „Recipes“ zusammenstellen: So sollen User zum Beispiel die zuletzt favorisierten Alben und Songs auf Twitter und Facebook teilen oder den Hintergrund des Smartphones passend zum aktuellen Titel einstellen können. Zudem sollen sich auch Philips Hue-Lampen farblich auf das Albumcover des gerade gespielten Songs abstimmen lassen.

IoT-Bootcamp

Wer schon immer seine Ideen zum Internet of Things in die Tat umsetzen wollte, aber bisher nicht das nötige Know-how hatte, könnte jetzt beim „Innovation Launch Pad“ zum Zug kommen. Arrow Electronics – ein Anbieter von Produkten, Services und Lösungen für Nutzer von elektronischen Komponenten und Enterprise Computing Solutions – bietet in Zusammenarbeit mit Skookum Digital Works (Experte für Technologie-Integrationen, IoT-Hardware-Hacking und Software-Entwicklung) einen fünftägigen, interaktiven Workshop an, der dabei helfen soll, aus Ideen Profit zu schlagen:

Arrow’s Innovation Launch Pads are designed to help participants move from ideation to creation—leaving them with a tangible proof-of-concept, prototype, demonstration or business plan for IoT technology at the end of five days.

Interessierte können dann im „Bootcamp“ mit Design-Ingenieuren, Entwicklern, Hardware-Hackern und Produktdesignern zusammenarbeiten. Anmelden kann man sich auf der Website von Arrow Electronics; das Video verdeutlicht noch einmal die Intention der beiden Firmen:

Kurz vorgestellt: Zwei ambitionierte IoT-Startups

Gleich zwei Startups haben es sich zum Ziel gesetzt, das Internet of Things zu revolutionieren: Sigfox – in Europa bereits erfolgreich – möchte noch in diesem Jahr in den USA eine WiFi-basierte IoT-Plattform auf den Markt bringen. Das Spannende daran ist, dass das WiFi-Netzwerk keine Smartphones oder Tablets verbinden wird, sondern Connected Devices, Anwendungen und Sensoren, aus denen sich das IoT zusammensetzt. Zudem soll das Netzwerk von Sigfox eine wesentlich günstigere und effizientere Alternative zu Mobilfunknetzen sein: Mithilfe der ISM-Band-Frequenz ist es möglich, Signale über große Entfernungen mit wenig Energie zu übertragen. Gerade die Energieeffizienz könnte überzeugen: Da das Funkgerät nur dann arbeiten soll, wenn auch tatsächlich Daten übermittelt werden, soll die Batterielaufzeit mancher Sensoren bis zu 20 Jahre betragen. So könnte es für Unternehmen einfacher werden, immer mehr Objekte mit smarten Sensoren auszustatten:

The Internet of things doesn’t need its own separate Internet. What it needs is a way to bring all of the objects in the physical world around us to the Internet.

Eine weitere progressive Idee stellt Electric Imp vor: Um ein Gerät zu einem „connected device“ zu machen, braucht es im Normalfall neben einem ganzen Entwicklerteam unter anderem WiFi-Module, die richtige Antenne und kompatible Software für Funkgerät und Cloud. All das bietet Electric Imp nun in einem einzigen Gerät – ein Dualband-WiFi-Modul, das Unternehmen ganz leicht in ihr Produkt integrieren können sollen, und das so eine sichere WiFi-Verbindung bieten will. Dank des Moduls soll es möglich sein, jedes Device anzuschließen und mit Amazons Cloud oder der privaten Cloud zu koppeln.

Selbstfahrende Trucks auf der Autobahn

Nachdem selbstfahrende Autos für so manchen schon zur Gewohnheit geworden sind, soll nun etwas noch Größeres auf uns zukommen: Daimler will selbstfahrende LKW auf Deutschlands Autobahnen schicken. Starten sollen die Tests in Baden-Württemberg, bis zum vollautonomen Fahren wird aber noch einige Zeit vergehen: Mit der Serienreife rechnet Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard in zwei bis drei Jahren. Da 97 Prozent der Verkehrsunfälle auf menschlichen Faktoren beruhen, steige mit der neuen Technik auch die Sicherheit im Straßenverkehr – überflüssig wird der Mensch aber trotzdem nicht: „Es wird immer ein Mensch drin sitzen, der sicher stellt, dass nichts passiert. Ich kann das Fahren zwar komplett der Maschine übergeben, auch das Bremsen und Beschleunigen, muss die Fahrt aber überwachen.“

Großbritannien. Europas Hochburg für „kontaktloses Bezahlen“

Nicht nur bei der Nutzung von Smartphones liegt Großbritannien im Vergleich mit anderen europäischen Ländern vorne. Nun hat sich England zum zukunftsweisenden Markt für kontaktloses Bezahlen entwickelt: Im März 2015 wurden mehr als 53 Millionen kontaktlose Transaktionen mit rund 50 Millionen kontaktlosen Karten abgewickelt – das macht knapp eine Karte pro Einwohner. Laut einer Studie der UK Cards Association wurden im Dezember 2014 380,8 Millionen Pfund mit dieser Bezahlart umgesetzt – eine Steigerung von 330,8 Prozent über das gesamte Jahr. Überraschend kommen diese Zahlen nicht, denn die Briten nutzen seit mehreren Jahren verschiedene Formen der kontaktlosen Bezahlung (z. B. in der Metro oder die Barclaycard). Auch ApplePay oder Shells Fill Up & Go-Service werden im Königreich ohne Vorbehalte angenommen; Briten zählen zu den Early Adoptern. Interessant ist aber, dass sich die britischen Bürger mit kontaktlosem Bezahlen anscheinend aber nicht besonders wohl fühlen, obwohl sie es so intensiv wie kaum eine andere Nation nutzen: Nur 28 Prozent der Befragten nutzen diese Zahlungsart ohne Bedenken, während beispielsweise 67 Prozent der Rumänen sorgenfrei kontaktlos bezahlen.

Aufmacherbild: Two trucks on highway in motion blur at sunset (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Rasica

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