Guide to the Internet of Things – Studie von DZone zum unternehmerischen Potenzial des IoT

Internet of Things & Unternehmen – Freund oder Feind?
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DZone.com hat über 500 IT-Experten interviewt, um die Adaptionsrate des IoT in Unternehmen herauszufinden. Die Studie beschäftigt sich auch damit, welche IoT-Apps Firmen entwickeln und welche Strategien sie für die Implementierung von ubiquitären, sicheren Systemen parat haben.

Die Studie „Guide to the Internet of Things – 2015 Edition“ der Online-Community von und für Technologie-Professionals, D-Zone.com, untersucht insbesondere die grundsätzliche Frage, ob Unternehmen für das IoT bereit sind. Dabei wurde ermittelt, wie das Internet of Things wahrgenommen wird, welche IoT-Apps von besonderem Interesse sind und wie das IoT sich auf die Branche auswirkt. Außerdem wird ein Blick auf die Aspekte des Internet of Things geworfen, die Firmen am meisten Kopfzerbrechen bereiten.

Die meisten der über 500 Befragten sind Entwickler (41 %) oder Development-Team-Chefs (24 %). Alle Unternehmensgrößen sind vertreten; lokalisiert sind die meisten Studienteilnehmer in den USA (43 %) und in Europa (32 %).

Größte Sorge: Sicherheit

Für 79 Prozent der Befragten ist die Sicherheit des Internet of Things der größte Sorgenfaktor. Auf Platz Zwei folgt mit 69 Prozent die Angst vor dem Verlust der Privatsphäre. Bedenkt man, dass 2020 rund 25 Milliarden Devices mit dem Internet verbunden sein sollen, zeichnet sich klar ab, dass die Angst vor Sicherheitslücken berechtigt ist. Gewährleistet werden sollte IoT-Security sowohl in Hard- als auch in Software. Zum Schutz könnte laut Studie die Minimierung von Datenspeicherung in der Cloud und Datentransfer sowie die Maximierung von Authentifizierung und Hardware-Effizienz beitragen.

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Screenshot: http://bit.ly/1DYFLu0

IoT-Security-Checkliste

DZone stellt allen Interessierten eine IoT-Security-Checkliste zur Verfügung, die die Bereiche Sensoren, Gateways und Cloud abdeckt. Beachtet man zumindest einige dieser Punkte, erhält man eine relativ sichere IoT-Applikation:

iot security checklist

Screenshot: http://bit.ly/1DYFLu0

Interessensgebiet #1: Home Automation

Entwickler zeigen sich am meisten an der Entwicklung von Home-Automation-Plattformen interessiert. Vor allem der kundenorientierte Aspekt spielt für die Unternehmen eine große Rolle. 23 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie sich mit Devices für Smart Homes beschäftigen – mit Abstand die beliebteste Domäne im IoT. Gefolgt wird die Home Automation vom Transportwesen mit 10 Prozent; auf Platz Drei liegen mit 9 Prozent gleich drei Bereiche: Wearables, Environmental und Smart-Supply-Chain. Zudem wollen 68 Prozent der Befragten in Zukunft mit Smart-Home-Geräten arbeiten.

Screenshot: http://bit.ly/1DYFLu0

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Es zeigt sich, dass Developer sich auf die Early-Adopter im Internet of Things fokussieren. Da das Interesse der Verbraucher momentan auf Home Automation liegt, möchten auch möglichst viele Entwickler in diesem Bereich Fuß fassen. Allerdings zeigt eine Studie von Cisco, dass die Zukunft des IoT in der Industrie liegt. Home-Automation-Plattformen sorgen zwar für die nötige Erfahrung im Umgang mit kleineren IoT-Umgebungen, die Zukunft liegt jedoch für DZone ganz klar in der enormen Infrastruktur des Industrial Internet of Things.

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Screenshot: http://bit.ly/1DYFLu0

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Kein Bewusstsein für Trends im IoT

Die gute Nachricht zuerst: 53 Prozent der Befragten ist Bluetooth Low Energy (LE) ein Begriff. Allerdings sind andere weit verbreitete Protokolle wie ZigBee fast unbekannt; 23 Prozent der Entwickler gaben sogar an, noch nie von einem der verfügbaren IoT-Protokolle gehört zu haben. Eine Begründung für dieses Ergebnis könnte die schier überwältigende Anzahl von Protokollen und Technologien im Internet of Things und deren ständige Erneuerung sein. Für Entwickler ist es wichtig zu wissen, wo die Vor- und Nachteile der verschiedenen Technologien liegen, um ein effizientes IoT-System zu kreieren. Da verschiedene Arten von Devices schnell und ohne Verzögerung miteinander kommunizieren sollen, ist es von höchster Bedeutung, das richtige Protokoll zu nutzen.

IoT: Von Bedeutung für alle Unternehmen

Bereits 58 Prozent der Befragten geben an, dass das Internet of Things eine Rolle innerhalb ihres Unternehmens spielt. 87 Prozent gehen davon, dass das IoT in Zukunft an Relevanz gewinnen wird und dass sie dann auch IoT-Projekte starten wollen. Das zeigt, dass für viele Entwickler das Internet of Things noch ein unklarer Begriff ist, zu dem ein genauer Bezug fehlt. Zwar werden mehr IoT-Applikationen entwickelt, aber der allgemeine Nutzen bleibt ungenau. Aus diesem Grund sehen viele Entwickler das IoT als momentan als nicht relevant.

Screenshot: http://bit.ly/1DYFLu0

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Da aber laut Studie gerade im IoT eine große Einnahmequelle für Unternehmen liegt, ist es klar, dass es sich als wichtiger Faktor für das Bestehen von Firmen erweisen wird. Aus diesem Grund sollten Entwickler Hardware und Software gemeinsam entwerfen, um sichere und effiziente Systeme zu gestalten. Typische IoT-Systeme lassen sich in drei Kategorien teilen: Sensoren, Gateways und Cloud. Das bedeutet für die meisten Firmen ein immenses Umdenken: Entwickler-Teams müssen fähig sein, parallel an diesen drei Domänen zu arbeiten und sie dann innerhalb von verbundenen Systemen zu integrieren.

Fazit

Da das Internet of Things ein so groß gefasster und relativ unspezifischer Bereich ist, fällt es vielen Entwicklern noch schwer, eine genaue Position zu beziehen. Um einen gemeinsamen Standard zu definieren, könnte das IoT Design Manifesto hilfreich sein: Das Manifest versucht, eine professionelle und dem allgemeinen Nutzen verpflichtete Haltung im Internet of Things zu begründen. Es geht dabei nicht um technische Regeln, sondern um ein adäquates Verhältnis zur entwickelten Software, die der individuellen technischen Umsetzung vorhergeht. Angesprochen werden auch Problemfelder wie Sicherheit, der Umgang mit Nutzerdaten und die Aufgabe für IoT-Designer, die komplexen Systeme und Datenstrukturen verständlich und einfach zu halten.
Trotz der unklaren Bedeutung ist es relativ einfach und günstig, mit dem IoT zu „spielen“. Wohl auch aus diesem Grund gaben 66 Prozent der Studienteilnehmer an, dass sie das Internet of Things mehr als Hobby sehen. Viele dieser Tinkerer sind aber gleichzeitig Entwickler, die in Unternehmen mit Potenzial für IoT-bezogene Projekte arbeiten. So sagten 44 Prozent der Befragten, dass sie gerne IoT-Produkte für ihre Firma entwickeln würden. An diesem Punkt liegt noch Potenzial für Unternehmen begraben: Denn wer die Transformation verschläft, fällt in die Bedeutungslosigkeit.

Das Internet der Dinge steht für einen Technologiesprung, der ein ökonomisches Mehrwertpotenzial verspricht wie kaum ein anderes IT-Phänomen vorher. Laut McKinsey wird das Internet of Things die Welt bis 2025 um rund zehn Billionen Dollar reicher machen. Außerdem legen Ergebnisse von Goldman Sachs nahe, dass dank IoT 305 Milliarden Dollar allein im Gesundheitswesen eingespart werden könnten. Unternehmen sollte also bewusst werden, dass sich das IoT nicht in der Zukunft abspielt, sondern bereits existiert und auf Mitspieler wartet.

Die ausführlichen Studienergebnisse stehen auf der Website von DZone zum Download bereit.

Aufmacherbild: Business etiquette forbids show negative emotions von Shutterstock / Urheberrecht: Titima Ongkantong

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