Unsichtbare Daten in schlauen Städten - Live auf der IoT Con Spring 2016

Internet of Things, Smart Cities und Schutz der Privatsphäre
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Die Digitalisierung hat unser Leben in wenigen Jahren tief greifender verändert als alle Innovationen zusammen zuvor. Zurzeit erleben wir den Wandel zur Industrie 4.0, also der Vernetzung intelligenter Maschinen. Ein Bestandteil dieses Sektors ist die Smart City, die aber momentan noch ein Schattendasein fristet.

Das Ziel der Industrie 4.0 ist die intelligente Fabrik, die sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz, ergonomische Gestaltung sowie der Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse auszeichnet. Technologische Grundlage sind cyber-physische Systeme und das Internet of Things. Genau da setzen auch Smart Cities an:

A smart city is a community of collocated cooperating free people to gain safety, security and privacy.

Smart Cities werden 2016 rund 1,6 Milliarden verbundene Dinge nutzen, so eine Prognose des Marktforschungsunternehmens Gartner. Das wäre eine Steigerung um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2020 sollen sogar knapp zehn Milliarden Dinge durch Smart Cities mit dem Internet verbunden sein. Besonders in großen Anlagen wie Industriegebieten, Einkaufszentren oder Flughäfen, kann das Internet of Things dabei helfen, Kosten zu sparen. Denn laut den Gartner-Analysten generiert das IoT durch eine Masse an Daten einen einzigartigen Blick auf das Stadtmanagement, sodass beispielsweise der Verkehr wesentlich einfacher optimiert werden kann.

Smart City – die große Unbekannte

Doch bis es dazu kommt, braucht es zumindest in Deutschland noch etwas Zeit, wie Achim Friedland weiß. In seiner Session „Invisible Cities and Privacy Aware IoT” auf der IoT Con Spring 2016 spricht er über das Potenzial von intelligenten Städten. Denn bereits die Städte von heute sind voll von Daten, die aber bislang kaum oder gar nicht genutzt werden. Die erhobenen Daten bleiben nicht nur für die Bewohner unsichtbar, sondern auch die Städte selbst riskieren keinen Blick auf sie.

Dabei gehen wertvolle Informationen für den gesamtheitlichen Entwicklungsprozess verloren, die zur Optimierung der Städte dienen könnten: Denn gerade in der Zeit des immensen Bevölkerungswachstums ist es wichtig, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten. Doch dabei muss auch mit den gesammelten Daten verantwortungsvoll umgegangen werden – Stichwort Privacy. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass smarte Systeme offen bleiben und den Bürgern die Möglichkeit zur Mitbestimmung geben.

Licht ins Dunkel bringen

Eine hochentwickelte Smart City kann ein Internet of Things and Services sein: Die gesamte Stadt ist mit Sensoren versehen, die alle erfassten Daten in der Cloud verfügbar machen. Auf diese Weise entsteht eine dauerhafte Interaktion zwischen Bewohnern und der sie umgebenden Technologie – Stadtbewohner werden zum Teil der technischen Infrastruktur der Stadt. Mittlerweile werden immer mehr Nutzer selbst aktiv und bringen Licht ins Dunkel der smarten Städte.

Achim Friedland stellte in seiner Session das Save-O-Meter-Projekt vor: Dabei handelt es sich um einen frühen Prototypen zum Sammeln von Energie-, Wasser- und Abfalldaten in privaten Haushalten. Die generierten Daten werden nicht nur verarbeitet, gespeichert und vor Ort visualisiert, sondern auch anonymisiert und an regionale IoT-APIs übermittelt. Von dort können Stadtbewohner ihren Nutzen aus den so aufbereiteten Daten ziehen und beispielsweise sehen, wie sie im Vergleich zu anderen Bezirken in Bezug auf Energieverbrauch abschneiden.

Make invisible things in cities visible

Doch bei Smart Cities bleibt immer noch die Frage nach Datensicherheit und der Kontrolle über die vernetzten Komponenten. Sollte es möglich sein, über einen Hacker-Angriff die komplette Infrastruktur einer Smart City lahmzulegen oder diese fernzusteuern, wird aus einem zukunftsweisenden Projekt eine allzu leichte Zielscheibe für Cyber-Kriminelle.

 

Aufmacherbild: Smart City Vector Concept von Shutterstock / Urheberrecht: Gabor Miklos

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