Entwickler sind zu wenig in IoT-Prozesse integriert

IoT-Megatrends für 2016
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Obwohl das Internet of Things von einem riesigen Hype umgeben ist, sollte dennoch mehr getan werden, um noch mehr Entwickler für IoT-Projekte und -Technologie zu begeistern. Zu dieser Schlussfolgerung kommt jedenfalls Vision Mobile in seinem neuen IoT-Megatrends-Report für das Jahr 2016. Auf was in diesem Jahr im Internet of Things noch zu achten ist, haben wir für euch zusammengefasst.

Jede Firma sollte zuerst einmal über die entsprechenden Entwickler-Skills fürs IoT verfügen, so der IoT-Megatrends-Report 2016 von Vision Mobile. Denn „Software is eating the world“ und die Verfügbarkeit von geeigneten Entwicklern macht nicht nur im IoT, sondern in jeder Branche den entscheidenden Unterschied aus. Mit der Verbreitung des Internet of Things gewinnt diese Entwicklung an Kraft: Über fünf Millionen Entwickler sind bereits im Feld IoT tätig – 2020 soll ihre Anzahl auf zehn Millionen ansteigen.

Entwickler und Innovatoren sind der Hauptantreiber des IoT – insgesamt konzentriert sich die Studie auf sechs Kerngebiete, die zu den Megatrends im Internet of Things 2016 gehören.

Sechs IoT-Megatrends für 2016

1.

Entwickler: Zentrum der Unternehmensstrategie

If you’re not into developers, you’re not doing it right: Das Internet of Things besteht nicht nur aus schönen neuen Stand-Alone-Geräten und -Lösungen. Immer mehr große Player im IoT-Sektor setzen darauf, dass Entwickler ihren Produkten – auch nach der Fertigung – einen Mehrwert mitgeben und so statischen Ökosystemen Dynamik verleihen. Deswegen ist es so wichtig, dass Unternehmen das Potenzial von Entwicklern für ihr Geschäftsmodell richtig einschätzen. Denn Entwickler können gleichzeitig Innovatoren, Kunden, Extender und Verteiler von Produkten sein. Durch das Überschreiten von Grenzen innerhalb der IoT-Märkte und das Schaffen neuer Use Cases erhöhen Entwickler den Wert von IoT-Lösungen.

2.

Kampf der Smart-Home-Hubs

Jede Consumer-Technologie kämpft darum, den Smart-Home-Markt zu beherrschen – sei es Amazon Echo, Google OnHub oder Samsung SmartThings. Smart-Home-Hubs konkurrieren auf drei Ebenen – Touchpoints, Interaktionsmodelle und Entwickler. Touchpoints wie Sprachsteuerung, Apps oder Nachrichtendienste machen den Kern der User Experience aus, doch die meisten Lösungen kommen nicht von den Herstellern der Smart-Home-Hubs. Es stellt sich also die Frage, wer die Kundenbeziehung in Zukunft kontrolliert und sich so die Loyalität der Nutzer sichert: Gerätehersteller, Hub-Maker oder Touchpoints? Eine wichtige These der Studie: Plattformen und nicht einzelne Produkte sind der entscheidende Faktor für die Beantwortung dieser Frage. Aber auch der Boom in der Erforschung künstlicher Intelligenz wird die zentrale Rolle von Entwicklern als Erschaffer von Use Cases in Frage stellen – doch Developer werden bei Plattform-Services noch lange eine Schlüsselrolle behalten, so Vision Mobile.

3.

Umbruch auf dem Wearable-Markt

Der Wearable-Markt befindet sich im Aufschwung – allerdings wird es laut der Studie einen Wandel von Consumer-Devices hin zu eingebetteten Systemen geben. Diese Entwicklung soll wiederum die Mode-Industrie zum wichtigsten Träger von Innovationen im Wearables-Bereich machen. Das Hauptaugenmerk von Firmen wird die Schaffung einer digitalen Identität sein, durch die Kundenbindungen verstärkt werden. Im Bereich der Smartwatches befindet sich vor allem Android Wear unter Druck, da viele chinesische Unternehmen eigene Android-basierte Devices entwickeln. Ein neues heißes Thema auf dem Markt sind Virtual-Reality-Plattformen wie Microsoft HoloLens oder Oculus Rift.

4.

Von Connected Cars zu Software-definiertem Verkehr

Der Fokus im Mobilitätssektor wird sich von Connected Cars hin zu Software-definiertem Verkehr verschieben. Das bedeutet einen Wandel weg von der reinen Sammlung von Dashboard-Daten hin zur Kontrolle über die gesamten Fahrzeugdaten; darunter fallen zum Beispiel das autonome Fahren und die intelligente Steuerung von Fuhrparks. Eine Gefahr bleibt aber: Will car makers miss automotive computing just like Microsoft missed mobile? Denn Automobilherstellern fehlt zum Teil das nötige Know-how für die Mobilität 4.0.

5.

Consumer- und Enterprise-Technologie nähern sich an

Das Smart Home von heute wird zum Smart Office von morgen: smarte Türschlösser entscheiden über den Zugang zum Büro und smarte TVs avancieren zum Standard-Equipment in Meetingräumen. Auch Wearables bekommen einen stärkeren Enterprise-Charakter, indem sie zur Überwachung am Arbeitsplatz eingesetzt werden. In Zukunft soll die Grundlage für Innovationen die Consumer-Technologie sein, da sie eine schnellere Produkt-Evolution und einen besseren Kundenkontakt bietet:

Consumer-grade ease of installation coupled with enterprise-grade security will be the future.

6.

Business-Modelle im IoT verändern sich

Die bekannten Business-Modelle im Internet of Things bewegen sich weg vom reinen einmaligen Produktverkauf und hin zur Generierung von regelmäßigen Einnahmen. Außerdem gibt es eine Verschiebung von Produkten zu Services. Auch in der Industrie findet ein Wandel statt: Nach dem Motto „Sell locomotion, not locomotives” wird anstelle der jeweiligen Maschinen der Zugang zu ihnen als Service angeboten werden (Assets as a Service). Im smarten Zuhause sollen die Geräte laut Vision Mobile eine weitere Funktion erhalten: Sie werden zum E-Commerce-PoS für Verbrauchsgüter wie etwa Waschpulver (Stichwort: Amazon Dash). Zudem wird das „Consumer Pays“-Modell zugunsten eines „Consumer gets paid“-Modells aufgegeben: Devices, die weitere Einnahmemöglichkeiten bieten, sollen in Zukunft bezuschusst werden. Ein Beispiel wäre die Apple Watch, deren Kauf durch Versicherungen bezuschusst wird.

Der ausführliche Bericht zu den IoT-Megatrends für 2016 ist auf der Webseite von Vision Mobile abrufbar.

 

Aufmacherbild: flat design for businessmen looking for future trends concept von Shutterstock / Urheberrecht: totallyPic.com

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