Außerdem: Magischer IoT-Spiegel mit Windows 10 IoT Core

Inside IoT: openHAB 2.0 beta3, autonomes Fahren & Payback Pay
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Inside IoT: Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute stellen wir die kürzlich erschienene beta3 von openHAB 2.0 vor, versorgen euch mit News aus dem Bereich der Mobilität 4.0 und präsentieren eine Studie zum autonomen Fahren. Außerdem befindet sich das Mobile Payment dank Apple & Samsung im Aufschwung, Payback Pay geht an den Start und Microsoft zeigt, wie man einen magischen IoT-Spiegel mit Windows 10 IoT Core und Raspberry Pi erstellt.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

openHAB 2.0 beta3

Auch wenn seit der Veröffentlichung bereits etwas Zeit vergangen ist, möchten wir euch dennoch auf das Release von openHAB 2.0 beta3 hinweisen. Diese Veröffentlichung ist ein großer Schritt in Richtung Kompatibilität mit 1.x-Addons. Außerdem haben die Entwickler hinter openHAB diesmal besonders viel Arbeit in das Paper UI gesteckt, sodass jetzt Bindings und Services als Alternative zu textlichen Konfigurationsdateien festgelegt werden können.

Zudem wurden das LIFX-Binding reimplementiert, das Sonos-Binding überarbeitet und das digitalSTROM Binding integriert. openHAB 2.0 beta3 bringt auch native Integration mit HomeKit und Amazon Echo mit sich. Des Weiteren enthält das Release das SD-Card-Image für das PINE64-IoT-Package. Derzeit wird noch an zwei Baustellen gearbeitet: der neuen openHAB-2-Dokumentation und den Debian-Packages. Ausführliche Informationen finden sich im zugehörigen Blogbeitrag sowie auf GitHub.

News aus dem Bereich Mobilität 4.0

Das heiße Ding in der Automobilbranche ist momentan das selbstfahrende Auto. So gut wie jedes Unternehmen arbeitet daran; insbesondere Google kann mit seinem Google Car bereits erste Ergebnisse vorweisen. Jetzt melden sich neue Player um Thema Mobilität 4.0 zu Wort, allen voran Volvo mit einer doch recht gewagten Aussage. So plant der Automobilhersteller, bis spätestens 2020 ein eigenes autonomes Fahrzeug auf die Straßen zu bringen. Und es wird noch besser: Erik Coelingh, Senior Technical Leader for Safety and Driver Support Technologies bei Volvo, spricht davon, dass der Fahrer das Fahrzeug in Zukunft überhaupt nicht kontrollieren müsse. Das Auto könne dann vielmehr mit jeder Situation umgehen und wirklich völlig autonom fahren. Für 2017 plant Volvo zudem das Testprogramm DriveMe in Schweden, London und China, bei dem jeweils 100 Personen mitfahren, das Fahrzeug überwachen und ggf. eingreifen sollen.

And by accomplishing that objective, we will learn about the reality of self-driving cars, that it’s not just a fantasy. We will learn about technology, we will learn about the human factors, and how self-driving cars will impact society.

Auch Microsoft will ein Wörtchen bei den selbstfahrenden Autos mitreden. Allerdings plant das Unternehmen kein eigenes autonomes Fahrzeug, wie Peggy Johnson auf der Converge Conference bekanntgab. Vielmehr interessiere sich Microsoft für die Entwicklung der zugrundeliegenden Technologie: „We won’t be building our own autonomous vehicle but we would like to enable autonomous vehicles and assisted driving as well.“ Harman hat bereits Microsoft Office 365 in seine Fahrzeug-Infotainmentsysteme integriert – laut Johnson ein Schritt in Richtung Auto als Büro.

Wer natürlich in dieser Riege nicht fehlen darf, ist Tesla. So meldete sich auch Elon Musk auf der Code Conference 2016 zu Wort und überraschte mit einer Aussage zu Apple und Google: Denn Konkurrenz für die eigenen autonomen Fahrzeug-Projekte sieht Musk nicht in Google, sondern in Apple. Google sei zwar Vorreiter und habe das Potenzial solcher Transportmittel aufgezeigt, sei aber eben kein Autohersteller. Deshalb ist laut Musk davon auszugehen, dass Google seine Produkte an andere Unternehmen lizenzieren wird. Dennoch fürchtet Tesla bzw. Musk Apple nicht: Denn Apple komme womöglich etwas zu spät – vor 2020 seien selbstfahrende Apple-Autos seiner Meinung nach nicht serienreif.

Autonomes Fahren: Deutsche sind verhalten

Befragt man die Verbraucher zu autonomen Fahrzeugen, kommt es zu spannenden Ergebnissen. Das „Automobilbarometer 2016 International“ befragte 8.500 Verbraucher in 15 Ländern zu ihrer Einstellung zu selbstfahrenden Autos. So glauben etwa zwei von drei Deutschen (67 Prozent), dass das autonome Fahren Realität wird. Weltweit liegt dieser Wert bei 75 Prozent; in China sind es sogar 92 Prozent. In Deutschland zeigt sich auch die größte Skepsis gegenüber der Nutzung von autonomen Fahrzeugen: Nur 44 Prozent der Deutschen sind daran interessiert (internationaler Durchschnitt: 55 Prozent). Bei den technikaffinen Chinesen sind es ganze 91 Prozent.

autonomes fahren

Prognose autonomes Fahren, Quelle: http://bit.ly/1XLMU7M

Klassische Autonationen wie Deutschland, England und die USA stehen einer Markteinführung von selbstfahrenden Autos vor 2020 skeptisch gegenüber: Nur 32 Prozent der Amerikaner glauben an fahrtüchtige selbstfahrende Autos vor 2020, 70 Prozent der Deutschen rechnen erst nach 2020 mit einem autonomen Auto. In puncto Entwicklung und Produktion trauen die Verbraucher am ehesten traditionellen Autoherstellern (in Deutschland 74 Prozent). Nur China sieht es auch hier etwas anders: Software-Firmen wie Google & Co. hätten bei der Entwicklung die Nase vorn.

Mobile Payment dank Apple & Samsung im Aufschwung

Die Anzahl an Kunden, die ihre Smartphone zum mobilen Bezahlen nutzen, soll laut Juniper Research noch in diesem Jahr auf 148 Millionen steigen. Dabei zeichnen Apple und Samsung zusammen für fast 70 Prozent aller neuen Nutzer verantwortlich. Da Apple Pay und Samsung Pay der Industrie gerade ordentlich Schwung verleihen, geht Juniper davon aus, dass NFC-Zahlungen der Antreiber für den Übergang zu kontaktlosem Bezahlen sein werden. Zuvor waren lange die in Zahlungskarten verbauten Zeit EMV-Chips (Europay International, MasterCard und VISA) als Katalysator angesehen worden.

In den USA ist mittlerweile fast eines von fünf Terminals kontaktlos, was eine ausreichende Infrastruktur zur Verbreitung bieten sollte, so Juniper. Mit der Markteinführung von Apple Pay in China wurden innerhalb von 24 Stunden knapp 40 Millionen Bezahlkarten registriert – eine funktionierende Infrastruktur ist also Voraussetzung. Die Studie von Juniper kommt zudem zum Schluss, dass die sogenannte Host Card Emulation – dabei werden Daten in der Cloud gespeichert und man ist unabhängig vom Wireless-Carrier – von Banken und anderen großen Playern bevorzugt werde.

Payback Pay startet in Deutschland

Passend zur Meldung von oben ist die mobile Bezahlfunktion Payback Pay am 1. Juni in Deutschland gestartet. Integriert ist Payback Pay in die Payback-App, die es sowohl für Android als auch für iOS gibt. Mit dieser App können Nutzer ab sofort nicht mehr nur Punkte sammeln und Coupons einlösen, sondern auch mobil bezahlen. Dafür muss lediglich ein Girokonto hinterlegt werden, über das dann per Lastschrift die jeweiligen Käufe abgehen. Die Bankdaten werden laut Payback-Geschäftsführer Dominik Dommick ausschließlich bei einem zertifizierten Zahlungsdienstleister gespeichert. Technologie der Wahl sind zuerst einmal QR-Codes; ab Herbst soll dann auch das Bezahlen per NFC möglich sein. Erster Partner für Payback Pay ist dm, im Juli sollen dann weitere Händler folgen.

Magischer IoT-Spiegel mit Windows 10 IoT Core

Bereits vor einiger Zeit haben wir euch einen smarten Badezimmerspiegel des Google-Mitarbeiters Max Braun vorgestellt. Braun griff dabei auf Android-APIs zurück. Jetzt hat auch Microsoft ein ähnliches Projekt vorgestellt, das auf den schönen Namen Magic Mirror hört. Smart wird dieser Spiegel durch ein LCD-Display, das UI-Elemente anzeigen kann. Betrieben wird er von einem Raspberry Pi; die Web-App fürs Interface ist eine einfache Hosted Web App, die auf Windows 10 IoT Core läuft. Wie man einen Magic Mirror selbst zusammenstellt, erklärt das Microsoft-Edge-Dev-Team im zugehörigen Blogbeitrag. Der Source Code sowie weitere Materialien stehen Open Source auf GitHub zur Verfügung.

Aufmacherbild: Autonomous self driving vehicle car technology (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: pathdoc

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