Außerdem: Volkswagen und LG entwickeln Connected-Car-Plattform

Inside IoT: Pi Wars 3.0, Amazons Paketdrohnen & Raspberry Pi 3 beliebtestes Hacker-Board
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute: Pi Wars geht in die dritte Runde, Raspberry Pi 3 ist das beliebteste Hacker-Board und Amazon bringt seine Paketdrohnen nach Europa. Außerdem entwickeln Volkswagen und LG eine Connected-Car-Plattform, wir stellen euch vollautomatisierten Gemüseanbau mit dem FarmBot Genesis sowie ein Tutorial zur Verbindung von Android Wear mit Webdiensten vor. Zum Schluss gibt’s noch einen Einblick in Amsterdams Drohnenzirkus.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Pi Wars 3.0

Pi Wars geht in eine neue Runde! Der Wettbewerb, in der Raspberry-Pi-gesteuerte Roboter in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten, findet am 1. April 2017 im britischen Cambridge zum dritten Mal statt. Das Datum ist dabei kein Scherz, auch wenn der Wettbewerb normalerweise im Dezember ausgetragen wird. Grund dafür: Mehr Schulklassen sollen an Pi Wars teilnehmen – und das neue Schuljahr beginnt meist im September. Drei Monate Vorbereitungszeit waren für viele Teams schlicht zu wenig.

Wie jedes Jahr stehen für die Teilnehmer verschiedene Herausforderungen zur Auswahl: vom Geschwindigkeitstest über ein einfaches Labyrinth bis hin zu einem Hindernisparcours für die kleinen Roboter. Einen Überblick über alle Challenges bietet die Projektwebsite; dort kann man sich ab dem 1. August für Pi Wars 3.0 anmelden. Auch internationale Teilnehmer sind willkommen, müssen aber am 1. April natürlich vor Ort antreten.

Hacker Boards: Raspberry Pi 3 erobert Spitzenposition

Die jährliche Umfrage zu den beliebtesten Linux-/Android-Hacker-Boards von SBC Survey ergab wenig Überraschendes: An die Spitzenposition konnte sich der Raspberry Pi 3 setzen. Mit deutlichem Abstand folgen auf Rang zwei und drei Odroid-C2 und BeagleBone Black.

Die beliebtesten Linux-/Android-Hacker-Boards, Quelle: http://files.linuxgizmos.com/2016sbcsurvey-all-sbc-scores.jpg

Die beliebtesten Linux-/Android-Hacker-Boards, Quelle: http://files.linuxgizmos.com/2016sbcsurvey-all-sbc-scores.jpg

Die Features und der Preis von Raspberry Pi 3 und Odroid-C2 ähneln einander; beide haben einen Quad Core Cortex-A53 SoCs (System-on-a-Chip). Der Odroid-C2 besitzt den schnelleren Prozessor, aber der Raspi verfügt über eingebautes WiFi und Bluetooth. Zudem hat der Raspberry Pi 3 ein umfangreicheres Ökosystem und Community, allerdings verfügen fast alle anderen Boards über einen GPIO-Erweiterungsanschluss, was diesen Vorteil wieder relativiert.

Die Dominanz von Raspberry Pi fällt vor allem dann ins Auge, wenn man sich die weitere Platzierung betrachtet: Raspberry Pi 2 Modell B liegt auf Platz 6 und der Pi Zero auf Rang 8. Ausschlaggebende Gründe für ein bestimmtes Board sind laut Umfrage vor allem die Unterstützung von Open-Source-Software, ein gutes Community-Ökosystem und WLAN/Netzwerk-I/O. Die ausführlichen Ergebnisse zu den beliebtesten Linux-/Android-Hacker-Boards gibt es auf der Projektwebsite.

Amazons Paketdrohnen kommen nach Europa

Offenbar plant Amazon, seine Paketlieferdrohnen ab Oktober auch in Europa zu erproben. Wie die Kollegen von TechWeekEurope berichten, soll in der Nähe von Cambridge ab dem 5. Oktober mit dem Drohnentest begonnen werden. Darüber wurde laut Insider-Berichten per sogenannter NOTAM (Notice to Airmen) informiert; von den Verantwortlichen gibt es bislang allerdings noch keine Stellungnahme. Es deutet vieles darauf hin, dass es sich dabei um die Amazon Paketdrohnen handeln könnte: Amazon sucht für seine Forschungsabteilung in Cambridge momentan Drohnen-Spezialisten und Ingenieure.

In Deutschland hatte DHL bereits Anfang des Jahres einen ähnlichen Feldversuch durchgeführt. Eine Transportdrohne, Paketkopter genannt, wurde erstmals erfolgreich in die logistischen Abläufe der Paketzustellung eingebunden. Dafür wurde eine spezielle Packstation entwickelt, über die Kunden ihre Sendungen versenden und empfangen können.

Volkswagen und LG entwickeln Connected-Car-Plattform

Die beiden Unternehmen Volkswagen und LG haben eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Erforschung und Entwicklung einer Connected-Car-Serviceplattform unterzeichnet. Diese soll eine verbesserte Konnektivität und User Experience mit sich bringen. Die Plattform setzt auf Cloud-Technologien und soll dem Fahrer Zugang zu verschiedenen Diensten wie etwa Home Automation und standortbasierten Services bieten. So sollen auch von unterwegs Beleuchtung oder Sicherheitsanlagen steuerbar sein. Über eine kontextsensitive Benachrichtigungszentrale werden in Zukunft Nachrichten übermittelt und optimierte Empfehlungen in Echtzeit bereitgestellt, so VW. Ob das Ganze auch wirklich so einschlagen wird? Und ob man mit „kontextsensitive Benachrichtigungszentrale“ einfach einen Touchscreen meint? Richard Choi, Leiter des LG Cloud Center, zeigt sich jedenfalls optimistisch:

Wir sind davon überzeugt, dass das Know-how von LG bezüglich Smart-Technologien und die Marktführerschaft von Volkswagen im Automobilsektor die Art und Weise revolutionieren werden, wie Fahrer mit ihren Fahrzeugen interagieren.

FarmBot Genesis: Vollautomatisierter Gemüseanbau

FarmBot Genesis existiert schon seit einer Weile als Open-Source-Projekt, soll demnächst aber auch als Bausatz käuflich zu erwerben sein. Es handelt sich dabei um einen Roboter, der vollautomatisch den kompletten Gemüseanbau übernimmt – vom Sähen, Gießen und Unkrautjäten bis hin zur Überwachung des Gesundheitszustands der Pflanzen. Die Position der Pflanzen bestimmt FarmBot Genesis über ein optisches Erkennungssystem, die Steuerung übernehmen ein Raspberry Pi 3 und ein Arduino Mega. Das Gartensystem wird per App gesteuert, nur das Ernten muss man noch selbst übernehmen. Zielgruppe sind ambitionierte Hobbygärtner und nicht professionelle Landwirte.

Derzeit läuft eine Finanzierungskampagne für den Gartenroboter; von anvisierten 100.000 Dollar sind bislang rund 45.000 Dollar zusammengekommen. Interessierte Gärtner müssen mit 2.900 Dollar recht tief in die Tasche greifen. Dafür erhalten sie dann einen Roboter aus gedruckten Elementen und Aluminium-Bauteilen. Prinzipiell ist es auch möglich, seinen eigenen FarmBot nachzubauen, da die gesamte Dokumentation offen zugänglich ist.

Android Wear mit Webdiensten verbinden

Das Web spielt eine immer größere Rolle in unserem Leben und wir sind auf immer mehr Arten ständig verbunden. Wir erhalten über unsere Smartphones oder Smartwatches Push-Benachrichtigungen zur aktuellen Wetterlage, Politik oder zum Sport. Allerdings stecken gerade die Wearables in dieser Beziehung noch in den Kinderschuhen. Sie bieten aber dennoch einen neuen Weg, um Informationen genau dann zu erhalten, wenn sie am dringendsten gebraucht werden. Simon Codrington zeigt in einem Tutorial, wie man eine native Android-Wear-App erstellt und diese mit einem Web Service verbindet. Als Beispiel dient ihm eine App, die über den aktuellen Status von Ebbe und Flut informiert. Laut Codrington ist das ein idealer Anwendungsfall für Wearable Apps, da sich die mit dem API verknüpfte App schnell öffnen lässt und man direkt den essentiellen Teil der Info per Snapshot erhält.

Amsterdams Drohnenzirkus

Erinnert ihr euch noch an die Ankündigung zum Amsterdamer Drohnenzirkus? Im Herbst 2015 sollte unter dem Namen Air2015 eine durchchoreografierte Drohnenshow das Publikum begeistern. Das Ganze hat sich etwas verzögert, doch jetzt ist eine erste Preview zur neuen Show aufgetaucht. Angeteasert wird „This is A.I.R.“ mit den Worten „What would happen when flying robots with artificial intelligence take over our world?“ Man darf also gespannt sein, was uns als nächstes erwartet – neue Daten zum Start der Show gibt es bislang noch nicht. Aber beim Video handelt es sich auch ja erst um Teaser eins von sechs:

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